Weiterbildung muss Sache der Unternehmen bleiben!

Aktuell laufen unter Beteiligung der BDA Gespräche zur Erarbeitung einer Nationalen Weiterbildungsstrategie. Die BDA widerspricht klar Überlegungen, Ansprüche der Arbeitnehmer, wie etwa ein Recht auf Weiterbildung, gesetzlich zu verankern. Die Betriebe engagieren sich bereits in hohem Maße erfolgreich für Weiterbildung. Sie kennen am besten den Weiterbildungsbedarf der eigenen Beschäftigten. Das zeigt der wirtschaftliche Erfolg der Unternehmen.

Weiterbildung muss Sache der Unternehmen bleiben!

Die Betriebe sind die mit Abstand größten Weiterbildungsanbieter: 85 % aller Unternehmen engagieren sich in der Weiterbildung und investieren Jahr für Jahr weit über 30 Mrd. Euro. Das ist mehr als derzeit der gesamte Haushalt der Bundesagentur für Arbeit ausmacht. In den Betrieben weiß man frühzeitiger als in staatlichen Bürostuben und fachlich exakter, welche Kompetenzen z.B. benötigt werden, um den digitalen Strukturwandel zu bewältigen.

Der plurale und flexible Weiterbildungsmarkt entspricht der Vielfalt von Weiterbildungsbedarfen kleiner und großer Betriebe unterschiedlichster Branchen mit ihren heterogenen Belegschaften. Ein angeblicher Makel der Intransparenz liegt nicht vor. Im Gegenteil: Die differenzierte Weiterbildungslandschaft ist richtig und wichtig. Sie gilt es zu erhalten. Die Qualität der betrieblichen Weiterbildung beweist sich durch den wirtschaftlichen Erfolg der Unternehmen.

Entscheidend ist, die Bereitschaft sich weiterzubilden gerade auch bei den Menschen zu erhöhen, denen eine Weiterbildung am meisten helfen würde. Für eine zielgenaue und wirkungsvolle Weiterbildung kommt es auf die unmittelbare Motivation von Beschäftigten und Betrieben an, nicht auf staatliche Intervention – auch wenn solche politischen Eingriffe verführerisch erscheinen mögen. Allenfalls den Aufbau regionaler Kooperationen, bei denen Weiterbildung in Betrieben nicht für sich selbst, sondern für andere Betriebe durchgeführt wird, könnte die Politik z. B. durch steuerliche Anreize unterstützen.


Quelle: IW 2017

Kein neuer Sozialversicherungszweig

Vorschläge aus der Politik, durch einen neuen Sozialversicherungszweig oder eine Umlage die Weiterbildung stärker in staatliche Strukturen zu zwingen, würden zu keiner Verbesserung führen, sondern die Weiterbildung von den Betrieben weg verlagern. Bei der Weiterbildung mangelt es nicht am Geld. Schon heute scheitert in der Arbeitslosenversicherung keine einzige notwendige und erfolgsversprechende Qualifizierung an mangelnden Finanzen. Mehr Geld – seien es Steuermittel oder das Geld der Beitragszahler – wird die Weiterbildungsbeteiligung nicht per se erhöhen.

Umlagefinanzierungen und damit im entsprechenden Umfang eine Verstaatlichung der Weiterbildung sind auch gesamtwirtschaftlich kontraproduktiv, weil dies unmittelbar das Ziel untergräbt, den Gesamtbeitragssatz in der Sozialversicherung unter 40 % zu halten. Ein neuer Sozialversicherungszweig, in den neben den Arbeitgebern auch die Beschäftigten einzahlen sollen, wäre ein politischer Coup nach dem Motto: die Lösung habe ich schon – allein sie passt nicht zum Problem.