Riesterrente

Private kapitalgedeckte Altersvorsorge weiter stärken

Der Bestand an staatlich geförderten Riesterverträgen ist mittlerweile auf 16,5 Millionen gewachsen. Diese Vorsorgebereitschaft ist erfreulich, denn zur Erhaltung des Lebensstandards im Alter ist eine zusätzliche Altersvorsorge neben der gesetzlichen Rentenversicherung unverzichtbar. Zu Recht haben sich die Riestersparer von der größtenteils unberechtigten Kritik an der Riesterrente in den Medien nicht allzu sehr beeindrucken lassen.

Die Riesterförderung sollte auch auf Selbstständige ausgedehnt werden. Die Gruppe der Selbstständigen ist bislang von der Riesterförderung ausgeschlossen, da sich die Förderung über staatliche Zulagen und Steuervorteile allein auf die Pflichtversicherten in der gesetzlichen Rentenversicherung und auf Beamte beschränkt. Somit haben vor allem Selbstständige, die nur geringe Einnahmen erzielen, keine Möglichkeit, mit staatlichen Zulagen eine geförderte Altersvorsorge aufzubauen, obwohl sie denselben Vorsorgebedarf haben wie andere Geringverdiener auch. Von der allein steuerlich geförderten Basisrente (Rürup-Rente) kann die Gruppe der gering verdienenden Selbstständigen mangels zu versteuerndem Einkommen nicht oder nur in sehr geringem Umfang profitieren. Eine Ausweitung der Riesterförderung auf Selbstständige würde deshalb die Gefahr von Altersarmut in dieser Gruppe wirksam verringern.

Staatliche Förderung anpassen

Die private kapitalgedeckte Altersvorsorge muss attraktiver werden. Riestersparer müssen seit 2008 jährlich vier Prozent ihres Einkommens einzahlen, wenn sie in den Genuss der vollen staatlichen Grundzulage kommen wollen. Aufgrund der allgemeinen Lohn- und Gehaltsentwicklung bedeutet dies, dass ein Riestersparer Jahr für Jahr mehr Geld aufwenden musste, um die seit 2002 bis 2017 unveränderte Zulage von 154 Euro zu erhalten. Seit dem 1. Januar 2018 beträgt die staatliche Zulage 175 Euro. Langfristig wäre jedoch sicherlich eine Zulage von 200 Euro sinnvoll.

Zudem sollte auch bei der Riesterrente die andauernde Niedrigzinsphase berücksichtigt werden: Wenn der Zinseszinseffekt an Bedeutung verliert, sind für das gleiche Sparziel höhere Beiträge erforderlich. Der steigende Altersvorsorgeaufwand muss bei der Riesterrente steuerlich anerkannt werden, indem mehr steuerfreie Einzahlungen ermöglicht werden.
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