14.12.2017

ISO: Sozialpolitische Normungsvorhaben zurückgewiesen

Der Vorschlag zur Gründung eines neuen „ISO Technical Committee Social Responsibility" wurde bei der internationalen Abstimmung abgelehnt. Auch bei der systematischen Überprüfung von ISO 26000 „Leitfaden zur gesellschaftlichen Verantwortung“ gab es bei der internationalen Abstimmung keine Mehrheit für eine Revision. Die BDA begrüßt diese Entscheidungen.
Kein neues ISO-Komitee zu Social Responsibility

Das schwedische Normierungsinstitut SIS hatte den Vorschlag zur Gründung eines neuen „ISO Technical Committee Social Responsibility" vorgelegt. Das Deutsche Institut für Normung (DIN) hatte nach Rücksprache mit den Stakeholdern entschieden, gegen den Vorschlag zu stimmen. Die BDA hatte sich hierfür eingesetzt. Die internationale Abstimmung hat nun ergeben, dass der Vorschlag zur Schaffung eines neuen Technical Committee zu Social Responsibility von den ISO-Mitgliedern abgelehnt wurde.

Keine Revision von ISO 26000

Hinsichtlich des Verfahrens zur systematischen Überprüfung der ISO 26000 „Leitfaden zur gesellschaftlichen Verantwortung” hatte das DIN auf Grundlage der Rückmeldung der Stake­holder im Mai 2017 entschieden, gegen eine Überarbeitung der Norm zu stimmen. Die internationale Abstimmung hatte ergeben, dass sich 12 nationale Standardisierungsorganisationen für und 11 gegen eine Überarbeitung (bei 7 Enthaltungen) aussprachen. Viele Stakeholder haben sich jedoch gegen eine Revision von ISO 26000 ausgesprochen, wie die International Organisation of Employers (IOE), der Internationale Gewerkschaftsbund, die International La­bour Organisation (ILO), der Hohe Kommissar der Vereinten Nationen für Menschenrechte, zivilgesellschaftliche Organisationen und Wirtschaftsverbände. Das zuständige ISO-Gremium (ISO Technical Management Board) hat wegen der geringen Teilnahme an der Abstimmung im Vergleich zur Erstellung der Norm im September 2017 entschieden, erneut den 162 ISO-Mitgliedern Gelegenheit zur Abstimmung zu geben. Das finale Ergebnis der internationalen Abstimmung zur systematischen Überprüfung der ISO 26000 ist nun, dass sich eine Mehrheit für eine Bestätigung und somit gegen eine Revision ausgesprochen hat.

Die BDA begrüßt das Ergebnis der internationalen Abstimmung. Eine Überarbeitung von ISO 26000 würde eine unnötige Debatte über die Zertifizierbarkeit von ISO 26000 erzeugen, die weder sinnvoll noch zielführend ist.

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erstellt von: 

Paul Noll (Email: p.noll@arbeitgeber.de)