02.06.2016

Europäische Sozialpartner werben gemeinsam für duale Ausbildung

Die Europäischen Sozialpartner haben in einer Stellungnahme ihre gemeinsamen Vorstellungen über Ausbildungssysteme in Europa dargelegt. Die Stärkung der dualen Ausbildung ist auch ein wichtiger Teil der demnächst erscheinenden „EU Skills Agenda“ der EU-Kommission .
In einer gemeinsamen Erklärung haben die Europäischen Sozialpartner ihre Leitlinien für qualitative und kosteneffiziente Ausbildungssysteme in Europa festgelegt. Anlass für die Erklärung „Towards a shared vision of apprenticeships“ war die Abschlusskonferenz zwei EU-finanzierter Projekte der Europäischen Sozialpartner BUSINESSEUROPE und dem Europäischen Gewerkschaftsbund (ETUC) zum Thema duale Ausbildung. Den Startschuss gaben BUSINESSEUROPE und ETUC bereits 2013 anlässlich der von der EU-Kommission ins Leben gerufenen „European Alliance for Apprenticeship“.

BUSINESSEUROPE, die Europäische Union des Handwerks und der Klein- und Mittelbetriebe (UEAPME) sowie der Europäische Verband der öffentlichen Arbeitgeber und Unternehmen (CEEP) konzentrierten sich in ihrer Studie auf die Kosteneffizienz von Ausbildungssystemen. ETUC erarbeitete eine Studie mit zwanzig Kriterien für eine qualitativ hochwertige Ausbildung.

Duale Ausbildung stärken, Jugendbeschäftigung

In der Erklärung über eine gemeinsame Vision zur Ausbildung verdeutlichen die Sozialpartner die Vorteile von Ausbildungssystemen für die europäische Wirtschaft. Duale Ausbildung trägt erwiesenermaßen zur Steigerung der Beschäftigungsfähigkeit und damit zur Senkung der Jugendarbeitslosigkeit bei. Weitere Punkte in der Erklärung sind u.a. die Frage nach Qualitätssicherung. Diese wird insbesondere durch die Einbindung der Sozialpartner in die Erstellung von Ausbildungsordnungen, aber auch durch qualifizierte Ausbilder sowie die Vorbereitung der Auszubildenden auf die Arbeitswelt bereits während der Schulzeit gewährleistet. Die Finanzierung von Ausbildungssystemen sollte auf einer ausgewogenen Kostenaufteilung zwischen öffentlicher Hand und Arbeitgebern basieren. Dabei ist es wichtig, dass Ausbildungsvergütungen so gestaltet sind, dass sie Unternehmen nicht über Gebühr belasten. Duale Bildungssysteme stärken und Bildungsdurchlässigkeit erhöhen sind weitere wichtige Schlussfolgerungen aus beiden Projekten.

Erklärtes Ziel der Debatte zwischen den europäischen Sozialpartnern ist eine gemeinsame Positionierung mit allen EU-Mitgliedsstaaten zur dualen Ausbildung zu erzielen. Die Initiatoren fordern zudem die EU-Kommission auf Referenzkriterien zur Verbesserung der Ausbildung in Europa zu entwickeln.

Die bei der Abschlusskonferenz anwesende EU-Beschäftigungskommissarin Marianne Thyssen lobte die gemeinsame Erklärung der Sozialpartner. Thyssen wird demnächst die „EU Skills Agenda“ veröffentlichen. Die Agenda sieht u.a. eine europaweite Stärkung der dualen Ausbildung vor.

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erstellt von: Anne Meister (BDA)

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