16.11.2016

EU-Kommission will Europass verbessern

Die EU-Kommission hat einen Vorschlag zur Verbesserung des „Europasses“ vorgelegt. Ziel ist die bessere Darstellung unterschiedlicher Kompetenzen und Qualifikationen für Arbeitssuchende auf dem europäischen Arbeitsmarkt.
Im Rahmen der neuen europäischen Agenda für Kompetenzen sieht die EU-Kommission die Überarbeitung des einheitlichen europäischen Rahmenkonzepts zur Förderung der Transparenz bei Qualifikationen (Europass). Ziel ist die bessere Darstellung unterschiedlicher Kompetenzen und Qualifikationen für Arbeitssuchende auf dem europäischen Arbeitsmarkt. Europass stellt verschiedene Instrumente u.a. Lebenslaufvorlagen, Fragebögen zur (Selbst-)Bewertung individueller Kompetenzen und Qualifikationserläuterungen, aber auch Informationen zu Möglichkeiten der Validierung nichtformalen und informellen Lernens bereit.

Mehr Synergieeffekte und mehr Transparenz
Die beiden wesentlichen Änderungen im Vorschlag sind die Einbettung von ESCO sowie die geplante Zusammenlegung der bisherigen drei (Europass, Euroguidance und Europäischer Qualifikationsrahmen) zu einer gemeinsamen Koordinierungsstelle.

ESCO, die europäische Klassifikation für Fähigkeiten, Kompetenzen, Qualifikationen und Berufen, soll als gemeinsame terminologische Grundlage institutionalisiert werden.

Das Angebot von EURES, ein Netzwerk, das mit Hilfe eines Matchmaking Instruments Arbeitssuchende und Arbeitgeber innerhalb der EU zusammenführen soll, würde dadurch verbessert.

Chancen, aber auch Risiken
Eine bessere Vergleichbarkeit und die stärkere Unterstützung beim Matchmaking von Arbeitssuchenden und Arbeitgebern ist überaus sinnvoll. Erhöhte Mobilität auf dem europäischen Arbeitsmarkt ist wünschenswert, da Arbeitnehmer als auch Arbeitgeber profitieren können. In diesem Zusammenhang birgt die Verwendung von ESCO als Referenzsystem für EURES das Potenzial diesem Ziel näher zu kommen. ESCO ist bisher unvollständig ausgearbeitet. Nur wenige Berufen sind bereits mit ihren jeweiligen Kompetenzen ausgewiesen. Dennoch birgt es Potenzial für ein verbessertes Matchmaking und damit erhöhte Chancen für größere Arbeitsmarktmobilität innerhalb Europas.

Die bestehenden Koordinierungsstellen zu Europass, Euroguidance und Europäischem Qualifikationsrahmen (EQR) bereits gute Arbeit. Aus Sicht der BDA besteht keine Notwendigkeit die drei Netzwerke zusammenzulegen, da unterschiedliche Kompetenzen für die Instrumente gebraucht werden. Das BMBF folgt unserer Argumentation.

Die Verhandlungen werden aller Voraussicht nach noch vor Ende des Jahres beginnen. Als Beschluss ist der Europass-Rahmen für die EU-28 verbindlich und unmittelbar anwendbar.

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erstellt von: Anne Meister (BDA)

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Anne Meister
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