07.07.2016

EU-Kommission veröffentlicht „New Skills Agenda“

Die EU-Kommission hat eine neue europäische Kompetenzagenda veröffentlicht. Ziel ist es Beschäftigungsfähigkeit, Wettbewerbsfähigkeit und Wachstum in Europa zu fördern.
Die EU-Kommission hat eine neue europäische Kompetenzagenda („New Skills Agenda“) veröffentlicht. Ziel der Kompetenzagenda ist es durch die Vermittlung von am Arbeitsmarkt nachgefragten Kompetenzen europaweit Beschäftigungsfähigkeit, Wettbewerbsfähigkeit und Wachstum zu fördern. Gleichzeitig sollen Kompetenzen besser sichtbar gemacht und deren Anerkennung verbessert werden.

Dazu gehören Maßnahmen wie u. a. eine Kompetenzgarantie für gering qualifizierte Erwachsene, die Überarbeitung des Europäischen Qualifikationsrahmens (EQR), ein „Instrument zur Erstellung von Kompetenzprofilen für Drittstaatsangehörige“, sowie die stärkere Bewerbung der dualen Ausbildung.

Arbeitsmarktorientiert ausbilden

Die Kompetenzagenda folgt stärker als bisherige Mitteilungen der EU-Kommission dem Prinzip der arbeitsmarktorientierten Ausbildung. Die BDA begrüßt diese Ausrichtung ausdrücklich, denn wer stärker nach den Bedürfnissen des Arbeitsmarktes ausbildet, der leistet einen wichtigen Beitrag zur Zunahme der Jugendbeschäftigung.

Die Steigerung der Basis- sowie digitalen Kompetenzen sind ebenfalls wichtige Maßnahmen, um Beschäftigungsfähigkeit zu sichern. Die vorgeschlagene Kompetenzgarantie birgt jedoch die Gefahr, falsche Erwartungen zu wecken. Das Ergebnis von Bildung kann niemand garantieren. Es ist die Aufgabe der Mitgliedstaaten der Sicherung von Bildungschancen und der Qualität der Basisbildung Priorität einzuräumen.

Die EQR konnte in seiner bisherigen Form bereits die Durchlässigkeit zwischen akademischer und beruflicher Bildung in den Mitgliedstaaten verbessern. Es empfiehlt sich daher weiterhin den Fokus auf dessen Umsetzung zu legen.

Die inhaltliche Ausgestaltung des „Instruments zur Erstellung von Kompetenzprofilen für Drittstaatenangehörige“ steht noch aus. Der Ansatz einer aktiven Integration von Drittstaatenangehörigen in den Arbeitsmarkt ist jedoch richtig. Sinnvoll ist, wenn damit klare Auskunft über Einsatzmöglichkeiten von Fachkräften gegeben werden kann.

Wir begrüßen zudem, dass die Kompetenzagenda Formen dualer Ausbildung stärken und die Attraktivität arbeitsplatzbasierter Lernformen steigern möchte. Um dem Qualifikationsbedarf der Unternehmen gerecht zu werden, sollten die Mitgliedstaaten bei der Organisation der dualen Ausbildung unbedingt die Zusammenarbeit mit den Sozialpartnern suchen.


Informationen zum Text
erstellt von: Anne Meister (BDA)

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Anne Meister
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