Apr

23

Die ersten Eindrücke sind super!

Von Dominic Wallenstein

Am 01.04.2014 war es soweit. Meine erste Stage im Rahmen des GFN-Programms begann für mich im hessischen Wetzlar bei Hessenmetall, Bezirksgruppe Mittelhessen. Ich wurde sehr herzlich willkommen geheißen und dem Team der Rechtsabteilung als Verstärkung vorgestellt. Die Arbeit in dem Wetzlarer Team macht riesig Spaß. Die netten Kollegen helfen einem bei Fragen gerne weiter und binden einen in die juristischen Fachgespräche mit ein. Das Betriebsklima ist echt klasse.
Die ersten gut drei Wochen waren für mich auch schon mit kleinen Höhepunkten gespickt. Neben der täglichen Beratungspraxis konnte ich schon bei einer Mitgliederversammlung und an den Verhandlungen für die Rettung eines mittelständischen Unternehmens teilnehmen.

Kaum war ich in Wetzlar angekommen, stand auch schon die Mitgliederversammlung vor der Tür. Neben der eigentlichen Versammlung war für mich auch das Rahmenprogramm sehr interessant. Beim Empfang konnte ich zum ersten Mal persönlichen Kontakt zu den Vertretern der Mitgliedsunternehmen aufnehmen. Sehr gut gefallen hat mir auch der Vortrag des Abends. Freiherr Knigge referierte über den richtigen Umgang mit Mitmenschen, privat wie in der Geschäftswelt.

Die tägliche Arbeit besteht, neben dem Entwurf von Schriftsätzen, vor allem aus der telefonischen oder schriftlichen arbeitsrechtlichen Beratung der Mitgliedsunternehmen. Hier ist die Arbeit am Tarifvertrag das tägliche Brot, aber auch Fragen zum Umgang mit dem Betriebsrat kommen häufig vor. Hier geht es vor allem darum, den Sachverhalt möglichst schnell zu erfassen und eine praxisgerechte Lösung zu erarbeiten. Der Unterschied zu Studium und Referendariat liegt hier in erster Linie darin, dass die Unternehmen häufig sehr schnell eine präzise Antwort benötigen. Durch die Vielzahl der arbeitsrechtlichen Regelwerke ist die Arbeit sehr abwechslungsreich und es ist ein gutes Gefühl, wenn man der Person am anderen Ende der Leitung helfen konnte.

Der arbeitsrechtliche Höhepunkt der ersten drei Wochen waren die Verhandlungen über die Rettung eines mittelständischen Unternehmens. Hier saßen sich die Arbeitgeberseite (bestehend aus der Geschäftsführung, einem Vertreter der Gesellschafter samt Anwalt und Hessenmetall als Tarifpartner) und die Arbeitnehmerseite (bestehend aus dem Betriebsrat, der IG-Metall und zwei Beratern) gegenüber und versuchten ein Rettungspaket auszuhandeln. Ich durfte mit auf der Arbeitgeberseite sitzen und den Verhandlungen folgen. In den Verhandlungspausen konnte ich mich bei der internen Beratung der Arbeitgeberseite mit eigenen Ideen einbringen. Bereits nach einer Viertelstunde wurde mir klar, dass die Verhandlungen nicht leicht werden. Auf der Agenda standen zahlreiche Maßnahmen, über die sich beide Seiten einigen müssen. Unser Part war hier vor allem die Verhandlung über einen firmenbezogenen Verbandstarifvertrag. Mittlerweile sind zwei Verhandlungstage fast ergebnislos verstrichen. Es war sehr interessant zu sehen, wie unterschiedlich die Vorstellungen eines solchen Rettungspaketes auf Arbeitgeber- und Arbeitnehmerseite sind - vor allem in Bezug auf finanzielle Möglichkeiten und deren Folgen. Allerdings konnten aus den Verhandlungen sehr viele Erkenntnisse gezogen werden, die in die Vorbereitung der dritten Verhandlungsrunde einbezogen werden können und hoffentlich zu einem Verhandlungsergebnis führen, dass den Fortbestand des Unternehmens sichert.

Ich freue mich schon auf die nächsten Wochen, in denen vielleicht auch die ein oder andere Prozessvertretung auf mich wartet.

Bis dahin mit den besten Grüßen aus Wetzlar

Einen Kommentar erstellen

Text

0 Kommentare