01.06.2018

Der erste Arbeitsmarkt gerät völlig aus dem Blick

Zum Gesetzentwurf für den sozialen Arbeitsmarkt erklärt Hauptgeschäftsführer Steffen Kampeter:
"Diese staatlichen Job-Subventionspläne sind eher das Problem als die Lösung. In Zeiten eines boomenden Arbeitsmarktes mit fast 800.000 gemeldeten Stellen, darunter 145.000 im Helferbereich, muss die GroKo alles dafür tun, Langzeitarbeitslose fit für den ersten Arbeitsmarkt zu machen.

Ein fünfjähriger Lohnzuschuss bedeutet eine völlige Umkehr der Arbeitsmarktpolitik. Bisher war es so, dass wir die Menschen möglichst kurz im System behalten wollten. Jetzt geht es darum, die Leute möglichst lang von der Arbeitsverwaltung zu betreuen - der erste Arbeitsmarkt dagegen gerät fatalerweise völlig aus dem Blick.

Masse statt Klasse lautet das Motto bei den viel zu weit gefassten Zielgruppen. Wir brauchen keine Förderung nach dem Gießkannenprinzip, sondern müssen uns ganz gezielt auf Langzeitarbeitslose mit Kindern und besonderen Hemmnissen konzentrieren, etwa auf Menschen ohne Berufsabschluss.

Es ist grundsätzlich richtig, für die Bekämpfung der Langzeitarbeitslosigkeit mehr Geld in die Hand zu nehmen, vor allem aber müssen Mittel für Qualifizierung, für betriebsnahe Maßnahmen und intensive Betreuung und Begleitung der Menschen in den Jobcentern zur Verfügung gestellt werden."