Bedeutung der Sozialpartnerschaft

Für den Bundesverband der Systemgastronomie e.V. (BdS) ist die Sozialpartnerschaft fest in der Verbands-DNA verankert. Wir alle stehen hinter diesem elementaren Baustein des BdS-Bündnisses.
Kommentar Frau Mühlhause, Präsidentin des Bundesverband der Systemgastronomie

Für den Bundesverband der Systemgastronomie e.V. (BdS) ist die Sozialpartnerschaft fest in der Verbands-DNA verankert. Wir alle stehen hinter diesem elementaren Baustein des BdS-Bündnisses. Und das zeigt sich auch an den Zahlen. 100%. Das ist die Quote der tarifgebundenen Unternehmen im BdS. Alle unserer rund 830 Mitgliedsunternehmen verpflichten sich, faire und den Tarifgruppen entsprechende Löhne für die über 120.000 Beschäftigten bundesweit zu garantieren – und das nicht nur durch den Entgelt- sondern auch den Manteltarifvertrag. Wir bekennen uns als Wertegemeinschaft zur Tarifbindung unserer Unternehmen. Daran lassen wir uns gerne messen!

Für 2017 weist das Betriebspanel des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) noch 47% der Beschäftigten und 25% der Betriebe als tarifgebunden aus.1 In Zeiten, in denen die Zahl der tarifgebundenen Beschäftigten also stetig sinkt, positioniert sich der BdS bewusst als verantwortungsvoller Tarifpartner.

Alle Unternehmen, die im BdS vereint sind, sehen in der Sozialpartnerschaft eine Stärke. Sie gibt unseren Mitgliedern Rechtssicherheit, klare Regeln und Orientierung. Sie verleiht uns Glaubwürdigkeit gegenüber unserem Sozialpartner und politischen Entscheidungsträgern. In unruhigen Zeiten ist das ein wichtiger stabilisierender Faktor.

An diesem Alleinstellungsmerkmal müssen wir festhalten, denn das Modell der Sozialpartnerschaft und der faire Interessensausgleich zwischen Arbeitgebern und Gewerkschaften hat sich in und für die Bundesrepublik Deutschland bewährt. Dieses Gut der Sozialpartnerschaft als Selbstverständlichkeit zu sehen, wäre jedoch ein grober Fehler. Wir müssen die notwendige Diskussionsbereitschaft weiter erhalten, um es zu verteidigen.

Immer wieder gab es in den letzten Jahren verstärkt Eingriffe in die grundgesetzlich garantierte Tarifautonomie. Die Einführung des gesetzlichen Mindestlohns oder die Ausweitung von Allgemeinverbindlicherklärungen sind nur die bekanntesten Beispiele. Ich bin überzeugt, dass wir als Sozialpartner unsere Branche, unsere spezifischen Herausforderungen und notwendigen Regelungen am besten kennen. Wir dürfen nicht aufhören, dieses Fachwissen an den richtigen Stellen einzubringen – und zwar mit Nachdruck! Wofür bräuchte es in Zukunft denn noch Sozialpartner, wenn wesentliche Bestimmungen von staatlicher Seite – vermeintlich besser – geregelt werden?

Es ist meine feste Überzeugung, dass die Sozialpartnerschaft nicht durch Druck und Zwang gelebt werden kann. Vielmehr müssen wir die Stärken dieses Modells betonen. Der BdS arbeitet täglich dafür und wird dies auch in Zukunft aus Überzeugung und leidenschaftlich tun. Denn für uns sind die 100% nicht nur eine Zahl, sie stehen für eine Auffassung, die wir gemeinsam aus tiefster Überzeugung jeden Tag gemeinsam leben.