Presse-Information Nr. 009/2016

Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände: Pflegeberufe modernisieren statt untauglicher Einheitsausbildung

Berlin, 25. Februar 2016. Zu der morgen anstehenden Beratung des Entwurfs eines Pflegeberufereformgesetzes im Bundesrat erklärt die BDA:

Die geplante Neuordnung der Pflegeberufe wäre ein Rückschritt gegenüber den bestehenden Ausbildungen und kein Beitrag, um den Fachkräftemangel in der Altenpflege zu verringern. Die bisherigen drei Ausbildungsberufe Krankenpfleger, Kinderkrankenpfleger und Altenpfleger müssen modernisiert, aber nicht zu einer Einheitsausbildung vermengt werden.

Die Qualifikationsanforderungen in den einzelnen Pflegeberufen sind zu unterschiedlich, um sie zu einer Ausbildung zusammenfassen zu können. Die Pflege eines Demenzerkrankten im Pflegeheim erfordert ein deutlich anderes Wissen, als es auf einer Entbindungsstation im Krankenhaus oder bei der Pflege und Begleitung suchtkranker Jugendlicher benötigt wird. Pflege kann nur von Fachkräften geleistet werden, die für den jeweiligen Personenkreis ausgebildet wurden. Mit der geplanten generalisierten Reform kann dieses Ziel definitiv nicht erreicht werden.

Abzulehnen sind die Pläne, den Beitragszahlern zur Arbeitslosenversicherung dauerhaft die Kosten auch für vollständige dreijährige Umschulungen zu überlassen. Eine Finanzierung des dritten Ausbildungsjahres muss durch die Länder oder zumindest über den geplanten Ausbildungsfonds sichergestellt beziehungsweise müssen – wie in anderen Ausbildungsberufen – auch die Verkürzungsmöglichkeiten konsequent genutzt werden.

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