Arbeit gestalten

Gestaltung von Arbeit: Ein Thema mit wachsender Bedeutung und steigender öffentlicher Beachtung

Die öffentliche Diskussion über die Arbeitsbedingungen in Deutschland war viele Jahrzehnte vor allem von den klassischen Themen „Lohn und Gehalt“ sowie „Dauer der Arbeitszeit“ geprägt. In letzter Zeit hat sich dies geändert. Insbesondere die Herausforderungen durch den demografischen Wandel, die Digitalisierung und die Globalisierung haben Arbeitsgestaltung und Arbeitsorganisation verändert. Dies hat die Diskussion des Themas „Arbeitsgestaltung“ zunehmend in den Mittelpunkt öffentlicher Auseinandersetzung gerückt.

Vor dem Hintergrund der demografischen Entwicklung gilt es, unsere Innovations- und Wettbewerbsfähigkeit mit einer schrumpfenden und alternden, aber auch einer zunehmend vielfältigeren Bevölkerung zu erhalten. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sind dabei der wesentliche Erfolgsfaktor. Ihre Qualifikationen und Erfahrungen, ihre Motivation, ihre Veränderungsbereitschaft sowie ihre körperliche und geistige Leistungsfähigkeit bilden die Grundlage für unseren Erfolg. Eine zukunftsfähige Arbeitsplatzgestaltung, Arbeitsorganisation und Personalpolitik ist darauf eingestellt und ausgerichtet.

Richtige Gestaltung von Arbeit im Interesse der Arbeitgeber

Noch mehr als bislang schon wird es künftig darum gehen, wie Unternehmen durch die Gestaltung von Arbeit dazu beitragen können, die vorhandenen Arbeitskraftpotenziale bestmöglich zu entfalten. Gefragt sind dabei u. a. Aktivitäten in den Bereichen Personalführung, Gesundheits- und Wissensmanagement, Vereinbarkeit von Beruf und Privatleben oder auch Chancengleichheit und Diversity Management:

All diese Themen sind für die Betriebe und Unternehmen nicht neu. Sie sind bereits seit langem – wenn auch unter unterschiedlichen, sich im Zeitlaufverlauf verändernden Begrifflichkeiten – in diesen Bereichen aktiv. Allerdings haben die genannten Themen an Bedeutung gewonnen – und zwar nicht nur für die Arbeitgeber, sondern auch in der Öffentlichkeit und in der Politik. Ein Beispiel dafür ist die vom Bundesarbeitsministerium 2012 grundlegend neu aufgestellte „Initiative Neue Qualität der Arbeit“ (INQA), in der sich Vertreter der Sozialpartner, von Bund und Ländern zusammen mit anderen Partnern mit der wichtigen Frage befassen: Wie kann Arbeit für Unternehmen rentabel und für Beschäftigte gesund, motivierend und attraktiv gestaltet werden? Ein umfangreiches ESF-Forschungsprogramm „Zukunft der Arbeit“ wird in den nächsten Jahren weitere Erkenntnisse in dem Themenfeld liefern.

Politische Diskussion faktenbasiert und differenziert führen

Gleichzeitig ist die betriebliche Gestaltung von Arbeit zu einem politischen Thema geworden. Obwohl Deutschland – auch im internationalen Vergleich – Spitzenwerte bei der Arbeitszufriedenheit aufweist, versuchen Initiativen wie der DGB-Index „Gute Arbeit“, die sehr hohe Qualität der Arbeit in Deutschland zu diskreditieren – letztendlich mit dem Ziel, die Rechte der Arbeitgeber bei der Arbeitsgestaltung weiter einzuschränken. Auch in der Politik gibt es Bestrebungen, immer stärker auf die Gestaltung von Arbeit in den Unternehmen Einfluss zu nehmen, wie z. B. die politische Debatte über den Entwurf des Bundesrats für eine Anti-Stress-Verordnung beweist. Fakt ist jedoch, dass in Deutschland rund 90 Prozent der befragten Arbeitnehmer mit ihrer Arbeit zufrieden oder sehr zufrieden sind. Der Anteil der zufriedenen oder sehr zufriedenen Beschäftigten ist seit 1995 unverändert hoch und liegt deutlich über dem EU-Durchschnitt (81 Prozent).

BDA bereits seit langem und vielfältig aktiv

Die BDA reagiert auf diese Entwicklung:
  • Wir setzen den bisweilen in der Öffentlichkeit verbreiteten Zerrbildern hinsichtlich Arbeitsbedingungen und Arbeitszufriedenheit Fakten entgegen.
  • Wir stellen Arbeit in der öffentlichen Diskussion so dar, wie sie von der ganz überwiegenden Mehrheit der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer empfunden wird: als erfüllend – und eben nicht als Belastung.
  • Wir tauschen uns in unseren Ausschüssen (z. B. „Betriebliche Personalpolitik“, Arbeitssicherheit) und Arbeitskreisen (z. B. „Arbeitsgestaltung und -forschung“) mit Vertreterinnen und Vertretern unserer Mitgliedsverbände und von Unternehmen zu den jeweils relevanten Fragen im Bereich der Arbeitsgestaltung aus.
  • Wir sind zu allen relevanten Themen rund um die Gestaltung von Arbeitsbedingungen gut aufgestellt, haben zahlreiche Publikationen und Informationen dazu veröffentlicht und bringen uns politisch sowie in den Medien dazu ein.
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