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Dokumentation

Forum „Vereinbarkeit von Familie und Beruf – Wunsch oder Wirklichkeit?“

„Für viele Unternehmen sind individuelle familienfreundliche Lösungen eine Selbstverständlichkeit!“

Wunsch oder Wirklichkeit? Wie ist denn nun die Situation in Deutschland? In lockerer Atmosphäre beginnt das zweite Forum der deutschen Wirtschaft auf dem 2. ÖKT mit einer Vorstellungsrunde der Diskutanten. Mit dabei sind Ingrid Hofmann, Geschäftsführende Gesellschafterin I.K. Hofmann GmbH und Präsidiumsmitglied der BDA, Dr. Anneliese Mayer, Ordinariatsrätin Erzbischöfliches Ordinariat München und Michael Staab, Personalleiter Continental Standort Regensburg. Der stellvertretender Hauptgeschäftsführer der Unternehmerverbände Niedersachsen, Thomas Koch moderiert.

Unter den Diskutanten herrscht Einigkeit, dass die Unternehmen in Deutschland in Sachen Familienfreundlichkeit auf einem guten Weg sind. Allerdings bleibt auch noch viel zu tun. Ingrid Hofmann, die ihr Unternehmen vor 25 Jahren nur mit Frauen gegründet hat, betont, dass es ein generelles Umdenken geben muss: Familienfreundliche Unternehmen dürfen keine positive Ausnahmeerscheinung sein, die Vereinbarkeit von Familie und Beruf muss vielmehr selbstverständlich werden. Einen großen Unterschied zwischen kleinen und mittleren Unternehmen (KMUs) und Konzernen sieht sie nicht. Frau Hofmann unterstreicht stattdessen, dass viele Unternehmen unterschiedliche, individuelle Lösungen für ihre Mitarbeiter anbieten, sich aber manchmal gar nicht im Klaren darüber sind, dass sie damit zu den familienfreundlichen Betrieben gehören.
Klar ist für sie aber auch, dass es nötig ist, schon Kleinkindern eine frühzeitige qualifizierte Betreuung zu ermöglichen und die Ausbildung von Erzieherinnen und Erziehern sowie Lehrerinnen und Lehrern zu verbessern.

Frau Mayer ist sicher, dass sich viele Frauen noch bessere Möglichkeiten zur Vereinbarkeit von Familie und Beruf wünschen. Auch deshalb steht sie für das Motto „Mut zur Familie“. Sie hat die Erfahrung gemacht, dass viele Frauen der Mut fehlt, eine Familie zu gründen. „Die Katholische Kirche begleitet und ermuntert die Familiengründung. Viele Frauen wünschen sich Begleitung bei einer werteorientierten Erziehung, trauen sich das aber neben den anderen beruflichen Belastungen nicht zu.“ Von der Politik erwartet sie, dass noch mehr in die Familienförderung investiert wird. Vor allem aber verlangt sie Toleranz: „Es gibt nicht dass eine richtige Familienmodell. Die eine Frau möchte ein Kind und trotzdem arbeiten gehen und ist dadurch zufrieden, die andere Mutter möchte ihr Kind gerne zu Hause erziehen. In dieser Spannung müssen wir denken und mit alten Vorurteilen aufräumen.“

Auch Herr Staab glaubt, dass gerade die Unternehmen schon einen großen Schritt in die richtige Richtung unternommen haben, es aber noch viel zu tun gibt. Für ihn wird in den kommenden Jahren das Thema Bildung und Weiterbildung auf der Prioritätenliste sowohl von Politik als auch der Wirtschaft stehen – auch für Mitarbeiter, die schon lange im Unternehmen sind. Deshalb hat sein Unternehmen das große Krisenjahr 2009 in Zusammenarbeit mit der Bundesagentur für Arbeit und den Unternehmensverbänden zur Weiterbildung genutzt. Ebenso wichtig ist es für ihn, Kindern eine qualitativ hochwertige Betreuung zukommen zu lassen. Deshalb hat er sich in den vergangenen Jahren aktiv an der Initiative „Sommerkinder“ der Bayerischen (Metall-)Arbeitgeber beteiligt. (Siehe „Unser Engagement“)

Bildung muss in jeder Hinsicht im Vordergrund stehen, da stimmen ihm die erfolgreichen Frauen auf dem Podium zu: „Je besser Frauen ausgebildet sind, desto mehr wollen Sie und desto mehr können sie auch schaffen“, beschließt Frau Hofmann das Forum. Frau Mayer pflichtet ihr bei, denn je mehr Vorbilder die Frauen erleben, desto mehr wollen sie selber etwas tun!“
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