Berlin, 04.04.2018

Wir brauchen praxisorientierte Berufsorientierung an den Schulen

Zum Berufsbildungsbericht 2018 erklärt Arbeitgeberpräsident Ingo Kramer:
Über die Hälfte der Vertragslösungen sind keine endgültigen Ausbildungsabbrüche, sondern gehen mit einem Wechsel des Ausbildungsbetriebes oder des Ausbildungsberufs einher. Die Auszubildenden verbleiben also weiter im Qualifizierungsprozess als berufliche Fachkräfte.

Die Abbruchquote liegt somit mit rund 12 Prozent deutlich niedriger als im Hochschulbereich mit 29 Prozent.

Im Vergleich zum Vorjahr ist die Quote um einen Prozentpunkt gestiegen. Dies hat auch mit der guten Lage auf dem Ausbildungsmarkt zu tun: Bei einem größeren Angebot an Ausbildungsstellen lösen junge Menschen eher den Ausbildungsvertrag und wechseln in ein anderes Ausbildungsverhältnis.

Der vom DGB suggerierte Zusammenhang von Ausbildungsvergütung und Vertragslösungsquote besteht keineswegs. Die durchschnittliche tarifliche Ausbildungsvergütung bei Köchen und Restaurantfachkräften, die überdurchschnittlich hohe Lösungsquoten aufweisen, liegt in Westdeutschland bei 784 € monatlich, in Ostdeutschland bei 669 € und damit jeweils im mittleren Bereich. Gründe für Abbrüche in diesen Berufen sind falsche Berufsvorstellungen und atypische Arbeitszeiten.

Umso wichtiger ist daher eine in den Lehrplänen verankerte praxisorientierte Berufsorientierung an allen allgemeinbildenden Schulen, die ein klares Bild von der beruflichen Realität in den Betrieben vermittelt. Zudem ist sicherzustellen, dass Schulabgänger den fachlichen Anforderungen ihres Ausbildungsberufs auch gerecht werden.