Mai

07

Vor Gericht...

Von Katharina Ludewig

Auch die letzten beiden Wochen haben wieder viel neue Erlebnisse gebracht:
Hinsichtlich der zu entwerfenden Betriebsvereinbarung hatte ich einen ersten ausführlicheren Besprechungstermin bei dem betreffenden Mitgliedsunternehmen. Schön ist es immer, die Personen, mit denen man häufiger telefonischen Kontakt hat, auch einmal persönlich kennenzulernen. Zudem ist es immer wieder spannend, sich die zu betreuenden Unternehmen einmal genauer anschauen zu können.

So verliert die Arbeit immer weiter an der anfänglichen „Anonymität“ und die Personen, Daten und Aufgaben bekommen ein Gesicht, was die Arbeit - so finde ich - noch interessanter macht. Zudem macht es immer viel Freude, ein Projekt von Beginn an bis – hoffentlich auch – zum Ende hin betreuen zu können.

Die Aufgabenstellungen bleiben also weiterhin sehr abwechslungsreich und insbesondere die Gerichtstermine waren in der letzten Zeit wieder einmal für eine Überraschung gut: So hatte ich mehrere Verfahren eines Unternehmens zu betreuen, von denen zwei Verfahren einen identischen Sachverhalt aufwiesen. Nun stand in diesen beiden Verfahren der jeweilige Kammertermin an und schon hatte ich mich nach der Verhandlung im zuerst terminierten Verfahren gefreut, dass auch tatsächlich so entschieden wurde, wie es anhand der herrschenden Meinung und höchstrichterlichen Rechtsprechung vorgegeben war – und die gegen das Unternehmen gerichtete Klage abgewiesen wurde. So ging ich denn auch frohen Mutes in die einige Tage später terminierte Verhandlung des anderen Verfahrens. Es war jedoch eine andere Kammer zuständig, deren Meinung augenscheinlich deutlich von der der im anderen Fall zuständigen Kammer abwich. Um es kurz zu machen: Nach einer mit umfangreicher und auch nicht mehr ganz ruhiger Diskussion gefüllten Dreiviertelstunde war klar, dass der Klage stattgegeben werden würde. So machte ich mich doch leicht verärgert auf den Rückweg zum Verbandsbüro. Hier hatten die Kollegen freundlicherweise trotz meiner deutlichen Verspätung meine Rückkehr abgewartet, sodass wir gemeinsam zum Mittagessen gehen konnten – und ich auch meinem Ärger Luft machen konnte. Da bekam ich dann gleich auch ein paar tröstende Worte mit auf den Weg: Schließlich würden wir alle mal untergehen, die Hauptsache sei doch, dass es mit wehenden Fahnen und nicht kampflos geschehe; zudem werde das Urteil in der zweiten Instanz schon wieder korrigiert werden. Weiterhin fühle ich mich dementsprechend im Umkreis meiner Kollegen sehr gut aufgehoben und freue mich auf die weitere Zusammenarbeit.

Als nächstes stehen hier im Verband Verhandlungen für einen Haustarifvertrag an, auf deren Verlauf ich sehr gespannt bin.

Bis demnächst!

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