Sep

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Theorie und Praxis...

Von Katharina Ludewig

Schnell sind auch die zweite und dritte Woche vergangen und schon ist mein neues (zweigeteiltes) Arbeitsumfeld Normalität geworden. Ich fühle mich als sei ich schon ewig hier - die Büroräumlichkeiten, die unterschiedlichen Computer-Programme etc. haben einen gewissen Wiedererkennungswert entwickelt und auch die Kollegen wissen schon, wann ich mittags Hunger bekomme.
Nach der ersten Einarbeitung entwickeln sich nun auch die weiteren Arbeitsaufgaben aus dem Zusammenhang heraus, oder es kommen neue dazu, denn im Unternehmen haben sich meine Anwesenheit und meine Telefonnummer inzwischen herumgesprochen. Die Wocheneinteilung (Montag und Freitag im Verband, Dienstag, Mittwoch und Donnerstag im Unternehmen) hat sich als sehr sinnvoll herausgestellt: grundsätzliche Fragen zum weiteren Vorgehen bei der Arbeit für das Mitgliedsunternehmen wie auch fachliche – oder einfach praktische - Probleme können auf diese Weise gut vor- und nachbereitet werden.

Im Unternehmen selbst wird der Blick für die Arbeitsfelder wie auch für die damit einhergehenden Probleme immer klarer. Spannend sind insbesondere die Möglichkeiten der Teilnahme an den Personalleiter-Runden oder auch an den regelmäßigen Führungskräfte-Informationsveranstaltungen. So sitze ich nicht nur am Schreibtisch und beschäftige mich mit den konkreten fachlichen Aufgaben, sondern bekomme auch einen guten Überblick über Hintergrund und Motivation unternehmerischer Entscheidungen und deren konkrete Auswirkungen in den einzelnen Geschäftsbereichen. Die Darlegung dieser Prozesse stellt aber noch eine ganz andere Herausforderung dar: beispielsweise im Rahmen einer Betriebsratsanhörung, in der unter anderem die Auswirkungen bis zum möglichen Wegfall des konkret betroffenen Arbeitsplatzes kommuniziert werden müssen.

Derartige Vorgänge erscheinen in Lehrbüchern immer schlüssig und logisch – in der Praxis eines größeren Unternehmens bleibt jedoch nur wenig von dieser Eindeutigkeit übrig. Ebenso verhält es sich im Hinblick auf mögliche betriebsbedingte Kündigungen – hier heißt es Tätigkeitsbeschreibungen studieren, bei den jeweiligen Fachleuten die technischen Begriffe nachfragen, persönliche Qualifizierungen herausfinden und möglichst saubere Umgrenzungen der Vergleichsgruppen vorzunehmen. Die juristischen Herausforderungen lassen also nicht auf sich warten…

Bis demnächst!

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