Mär

14

Tagesgeschäft und bevorstehende Tarifverhandlungen

Von Nicole Becker

Während der vergangenen Wochen habe ich mich in erster Linie mit einem etwas umfangreicheren Projekt beschäftigt: der Aktualisierung eines Leitfadens sowie einer Präsentation des Tarifvertrages über altersvorsorgewirksame Leistungen, kurz TV AVWL.
Zu dem Hintergrund dieser Thematik ist zu sagen, dass sich die Tarifvertragsparteien der Metall- und Elektro- Industrie im Jahr 2006 dazu entschlossen haben, die bislang zum Zwecke der Vermögensbildung erbrachten Leistungen fortan durch solche zum Zwecke der Altersvorsorge zu ersetzen. Ausschlaggebend war hier nicht zuletzt der zu beobachtende demografische Wandel, der dazu führen wird, dass die gesetzliche Rente (1. Säule) in Zukunft nicht mehr ausreichen wird, um den Lebensstandard des Erwerbslebens auch im Alter aufrecht erhalten zu können. Vielmehr müssen zusätzlich andere Möglichkeiten der Altersvorsorge ausgeschöpft werden. Solche Möglichkeiten stellen die private Altersvorsorge (3. Säule) und die betriebliche Altersvorsorge (2. Säule) dar.

Über den TV AVWL erhalten Beschäftigte pro Jahr einen Betrag in Höhe von 319,08 € zum Zwecke der Altersvorsorge. An dieser Stelle hat der Beschäftigte zwei, ggf. drei Wahlmöglichkeiten: entweder fließt der Betrag in einen privaten Altersvorsorgevertrag des Beschäftigten; der Beschäftigte kann sich aber auch für die Entgeltumwandlung dieses Betrages nach dem TV EUW (Tarifvertrag zur Entgeltumwandlung) entscheiden; oder aber (bei Vorliegen einer entsprechenden freiwilligen Betriebsvereinbarung) der Beschäftigte nimmt ein Angebot des Arbeitgebers zu einer arbeitgeberfinanzierten betrieblichen Altersversorgung an. Zugegeben – an dieser Stelle hören sich die beschriebenen Regelungen recht kompliziert an – aber nach Einarbeitung in die Thematik sind die Vorschriften sehr gut nachzuvollziehen und stellen – wie ich finde – insbesondere im Zusammenhang mit dem TV EUW ein in sich geschlossenen Regelungskonzept dar. Mir hat die Arbeit mit den beiden Tarifwerken jedenfalls sehr viel Spaß gemacht, insbesondere konnte ich mich hier zu einigen Fragestellungen mit den Kollegen von Gesamtmetall und auch dem Versorgungswerk MetallRente austauschen, was sehr hilfreich war.

Neben diesem Projekt habe ich auch kleinere Anfragen bearbeitet, wobei verschiedene Tarifverträge eine Rolle spielten. Dabei ging es häufig um Auslegungsfragen hinsichtlich einzelner Tarifregelungen. Zu nennen ist hier etwa der Tarifvertrag zur Integration jugendlicher Beschäftigter (TV IJB), der für Jugendliche im Vorfeld einer Ausbildung die Möglichkeit der Begründung eines sog. „Integrationsverhältnisses“ eröffnet. Hier stellte sich dann die Frage, was genau unter einem solchen „Integrationsverhältnis“ zu verstehen ist und wie sich der Tarifvertrag zu dem BBiG verhält.

Am 19. März 2013 findet die erste Verhandlungsrunde der diesjährigen Tarifverhandlungen betreffend das Entgelt statt, an der ich teilnehmen werde. Auf diesen Termin freue ich mich ganz besonders - natürlich werde ich hierüber in meinem nächsten Beitrag berichten.

Bis dahin - viele Grüße aus Frankfurt!

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