23.06.2008

SCHULEWIRTSCHAFT-Studie: Damit es nächstes Mal mit PISA klappt, müssen Schulleiter in Deutschland mehr zu sagen haben

Ohne eine gute Schulleitung gibt es keine gute Schule. Damit gute Schulleitungen für einen besseren Unterricht in Deutschland sorgen können, brauchen sie flächendeckend mehr disziplinarische und personalpolitische Befugnisse – zum Beispiel das Recht, Lehrer, die ins Team passen, selbst einzustellen“, fordert Oberstudiendirektor Ulrich Wiethaup, Vorsitzender Schule der Bundesarbeitsgemeinschaft SCHULEWIRTSCHAFT zur Vorstellung der Studie „Was Schulleiter als Führungskräfte brauchen“ heute in Berlin.
Die von der Bundesarbeitsgemeinschaft SCHULEWIRTSCHAFT in Auftrag gegebene und vom Institut der deutschen Wirtschaft Köln ausgewertete Befragung der Länderministerien aller 16 Bundesländer liefert eine umfassende Bestandsaufnahme des Systemmanagements an deutschen Schulen. Die SCHULEWIRTSCHAFT-Studie dokumentiert, dass alle Bundesländer den Paradigmenwechsel zu mehr Selbstständigkeit an den Schulen mehr oder weniger eingeleitet haben. „Allerdings bei weitem noch nicht mit der notwendigen Konsequenz“, wie Wiethaup kritisiert.

Die Studie zeigt auch, dass es nicht ausreicht, Qualitätsverantwortung, Organisations- und Personalentwicklung als Aufgaben des Schulleiters zu deklarieren. „Die Politik muss Schulleiter auch mit den notwendigen Führungsmitteln ausstatten“, erklärt Helmut E. Klein, Schulexperte des Instituts der deutschen Wirtschaft Köln. Den Ländern empfiehlt er, den Weg der „Selbstständigen Schule“ konsequent weiterzugehen. „Damit ist in erster Linie die konsequente Übertragung der Dienstvorgesetztenfunktion und der Personalpolitik auf die Schulleitung gemeint.“

Dr. Roland Delbos, Vorsitzender Wirtschaft der Bundesarbeitsgemeinschaft SCHULEWIRTSCHAFT, fordert die Länder auf, die Führungskräfte an den Schulen systematisch auf ihre Führungsaufgabe vorzubereiten. „Dies sollte auch über Führungspraktika in der Wirtschaft geschehen, wo die Schulleiter Führungspraxis in Unternehmen hautnah miterleben. Hier steht das SCHULEWIRTSCHAFT-Netzwerk mit seinen Angeboten als Partner bereit.“ Ebenfalls können die Schulleiter von den umfassenden Erfahrungen der Wirtschaft profitieren, wie man Führungskräfte auswählt und wie man gemeinsam Ziele vereinbart und überprüft.

Eine Zusammenfassung der zentralen Ergebnisse sowie die vollständige Studie stehen unter www.schulewirtschaft.de zum Download bereit.


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