04.07.2011

Zehn Jahre Vereinbarung zwischen Bundesregierung und Spitzenverbänden der deutschen Wirtschaft zur Chancengleichheit: Deutliche Verbesserungen erreicht

Vor zehn Jahren wurde die „Vereinbarung zwischen der Bundesregierung und den Spitzenverbänden der deutschen Wirtschaft zur Förderung der Chancengleichheit von Frauen und Männern in der Privatwirtschaft“ unterzeichnet. Anlässlich der nunmehr vorliegenden 4. Bilanz Chancengleichheit, in der die Bundesregierung und die Spitzenverbände die positive Entwicklung seit 2001 dokumentieren, erklären BDA, BDI, DIHK und ZDH:
Die Chancengleichheit von Frauen und Männern am Arbeitsmarkt hat sich in den vergangenen Jahren deutlich verbessert. Die aktuelle Bilanz belegt, dass der vor zehn Jahren vereinbarte und auf freiwilligen Maßnahmen basierende Weg erfolgreich ist. Die Wirtschaft hat die 2001 mit der Bundesregierung getroffenen Zusagen durchgängig erfüllt.

  • Frauen erreichen immer bessere und höhere Bildungsabschlüsse. Die Mehrzahl der Abiturienten sind heute Frauen. Bei der Zahl der Studienabsolventen hat sich der frühere Rückstand der Frauen in den letzten Jahren in einen knappen Vorsprung vor den Männern umgewandelt.
  • Die Erwerbstätigkeit von Frauen steigt weiter steil an. Inzwischen üben mehr als 66 Prozent aller Frauen im erwerbsfähigen Alter einen Beruf aus. Das ist rund ein Fünftel mehr als bei Unterzeichnung der Vereinbarung zur Förderung der Chancengleichheit.
  • Die Vereinbarkeit von Beruf und Familie wird immer stärker von den Betrieben unterstützt. Die Bilanz zeigt, dass heute fast hundert Prozent der Unternehmen familienfreundliche Angebote machen, deren Vielfalt und Zahl weiter steigt. Die häufigsten Angebote finden sich im Bereich Arbeitszeitflexibilisierung, gefolgt von Angeboten während der Elternzeit und zur Elternförderung.
  • Frauen ergreifen die Initiative: Der Anteil von Frauen an den Selbstständigen stieg seit 2001 um über zehn Prozent auf 31 Prozent. 35 Prozent aller Unternehmen werden inzwischen von Frauen gegründet.
  • Der Frauenanteil in Führungspositionen, Aufsichtsräten und Vorständen steigt kontinuierlich. Unternehmen setzen sich immer häufiger selbstverpflichtende Ziele – sowohl für Führungspositionen als auch für Aufsichtsräte. Knapp 28 Prozent der Führungspositionen sind inzwischen von Frauen besetzt, bei jüngeren Führungskräften bis 39 Jahre sogar 38 Prozent. Der Mittelstand geht hier mit gutem Beispiel voran. In der ersten Führungsebene liegt der Frauenanteil je nach Unternehmensgröße zwischen 20 und 27 Prozent und auf der zweiten Führungsebene bei 37 bis 51 Prozent. Im Handwerk stieg der Anteil der Frauen an den Meisterprüfungen seit 2001 um die Hälfte auf heute über 20 Prozent.
  • Auch in den Aufsichtsräten der DAX30-Unternehmen wurde der Frauenanteil erhöht, gerade seit den neuen Empfehlungen des Deutschen Corporate Governance Kodex. Der Frauenanteil auf der Seite der Anteilseigner hat sich in den DAX30-Unternehmen in den letzten beiden Jahren auf knapp 11 Prozent erhöht und damit mehr als verdoppelt. Mit mehr als 15 Prozent Frauen in den Gesamtaufsichtsräten der DAX30-Unternehmen liegt Deutschland über dem EU-weiten Durchschnitt in Boards von 11 Prozent.

Die Wirtschaft wird die Ziele der Vereinbarung weiterhin mit Nachdruck verfolgen. Um in Zeiten des demografischen Wandels die notwendigen Fachkräfte für die Zukunft zu sichern, muss das große Arbeitskräftepotenzial der Frauen noch besser entfaltet werden. Die Wirtschaft wird dazu ihren Anteil leisten. Sie wird sich zum Beispiel dafür einsetzen, mehr Mädchen und Frauen für naturwissenschaftlich-technische Berufe zu begeistern. Sie wird darüber hinaus durch möglichst familienbewusste Arbeitszeiten dazu beitragen, dass Beruf und Familie miteinander vereinbar sind und familienbedingte Erwerbsunterbrechungen begrenzt bleiben.

Aber auch die Politik ist gefordert. Sie muss insbesondere den versprochenen Ausbau der Kinderbetreuung zügig voranbringen, damit Frauen, die arbeiten wollen, auch arbeiten können. Länder und Kommunen müssen den Ausbau deutlich beschleunigen, wenn die bis 2013 gesetzten Ziele noch erreicht werden sollen.

PRESSE - INFORMATION Nr. 036/2011, 04. Juli 2011

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