12.04.2007

Arbeitgeberpräsident Dr. Dieter Hundt: Eine „Generation Praktikum“ gibt es nicht!

Das in der öffentlichen Diskussion vielfach behauptete Horrorszenario einer „Generation Praktikum“ gibt es nicht. Dies ist das zentrale Ergebnis der ersten repräsentativen Studie zum Thema Praktika nach dem Studium des Hochschul-Informations-Systems (HIS), deren Ergebnisse jetzt veröffentlicht wurden, erklärte Arbeitgeberpräsident Dr. Dieter Hundt heute in Berlin.

Lediglich rund 13 % der Hochschulabsolventen absolvieren nach dem Studium ein Praktium. Dabei sind auch diejenigen berücksichtigt, die während ihres Studiums kein Praktikum absolviert haben und dieses nach dem Hochschulabschluss nachholen. Rund 84 % dieser Praktika dauern maximal sechs Monate; die meisten Praktikanten nehmen gleich im Anschluss an das erste Praktikum eine reguläre Erwerbstätigkeit auf. Von „Kettenpraktika“ und Massenphänomen, wie unlängst vom DGB behauptet, kann somit keine Rede sein. Es drängt sich der Verdacht auf, dass die Panikmache nur als Vorwand für unnötige neue Regulierungen, die offenbar auch im Bundesarbeitsministerium erwogen wurden, genutzt wird. Falschmeldungen über angebliche Missstände dürfen nicht länger Zukunftsängste von jungen Menschen schüren. Das hohe Engagement der Unternehmen, Praktikumsplätze anzubieten, muss unterstützt und ermutigt und darf nicht weiter diskreditiert werden, sagte Hundt.

Praktika nutzen jungen Menschen und Unternehmen gleichermaßen: Junge Menschen erhalten hier die Möglichkeit, einen Einblick in die Arbeitswelt zu erhalten und ihr Profil zu schärfen. Unternehmen bieten Praktikanten die Chance, potenzielle Mitarbeiter kennen zu lernen und Kontakte zu Hochschulen zu knüpfen.

Dass Praktikanten von Unternehmen nicht als billige Ersatzarbeitskräfte ausgenutzt werden dürfen – schon gar nicht unter Vorspiegelung falscher Einstellungsversprechen – ist selbstverständlich. Das ist die eindeutige Position der BDA. Aber negative Einzelfälle, die nicht repräsentativ sind, dürfen nicht als Vorwand für breite Regulierungsabsichten missbraucht werden. Ob ein kürzeres oder längeres Praktikum sinnvoll ist, ob und ggf. in welcher Höhe eine Vergütung angemessen ist, kann immer nur im konkreten Einzelfall entschieden werden, sagte Hundt.

PRESSE - INFORMATION Nr. 34 / 2007, 12.04.2007
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