08.06.2011

Thomas Sattelberger: Klare Absage an Umetikettierung von Studienabschlüssen

Zur einstimmigen Entscheidung des Akkreditierungsrates, Masterstudiengänge mit Diplomabschluss genügten nicht den allgemeinen Qualitätskriterien und könnten daher nicht die vorgeschriebene Akkreditierung erhalten, erklärt Thomas Sattelberger, Mitglied des Akkreditierungsrates, Vorsitzender des Arbeitskreises Hochschule/Wirtschaft von BDA, BDI und Hochschulrektorenkonferenz sowie Personalvorstand der Deutschen Telekom:
Der Akkreditierungsrat entlarvt jeden Versuch, das Diplom wieder einzuführen, als rückwärtsgewandte Verweigerung der Bolognareform. Forderungen nach einer Umetikettierung von Studienabschlüssen wird damit eine klare Absage erteilt.

Wer an solchen Studiengängen festhält, legt für die Studierenden eine gefährliche Zeitbombe. Absolventen müssen unter anderem mit Problemen bei der Aufnahme in den öffentlichen Dienst sowie bei der Zulassung zur Promotion rechnen. Den Master als Diplom zu deklarieren ist irreführend, widerspricht den Anforderungen an moderne Studiengänge und gefährdet die bundes- und europaweite Anerkennung der Abschlüsse.

Es liegt in der Verantwortung des Landtags von Mecklenburg-Vorpommern, die vollzogene Kehrtwende zurück zum Diplom schnellstmöglich im Interesse der Studierenden zu korrigieren.

Ich appelliere an die politisch Verantwortlichen sowie die Hochschulen und ihre Verbände, die schädliche Debatte über eine Wiederbelebung alter Titel zu beenden. Statt einer Verwässerung der Studienreform brauchen wir eine konsequente inhaltliche Erneuerung der Studiengänge, mehr Flexibilität in den Strukturen, mehr Möglichkeiten für studentische Mobilität und mehr Qualität in der Lehre.

PRESSE - INFORMATION Nr. 030/2011, 08. Juni 2011

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