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Nachhaltigkeit

Die Positionen und Aktivitäten der Arbeitgeberverbände und Unternehmen sind durch das Streben nach ökonomischer, sozialer und ökologischer Nachhaltigkeit geprägt. Nachhaltigkeit bedeutet für uns, so zu wirtschaften, dass auch zukünftige Generationen Beschäftigung finden und Wohlstand schaffen können. Zudem heißt es, die Lebensgrundlagen für künftige Generationen zu bewahren, insbesondere durch Konsolidierung der öffentlichen Finanzen, durch leistungsfähige und finanzierbare Sozialsysteme und durch durchdachte Maßnahmen zum Schutz von Natur und Umwelt.

Werte schaffen Werte

Nachhaltiges Wirtschaften heißt aus Sicht der Unternehmen, dauerhaft erfolgreich zu sein. Dabei sind Gewinne überlebensnotwendig. Nur ein Unternehmen, das Gewinne erwirtschaftet und erfolgreich auf dem Markt platziert ist, kann die Menschen mit guten und preisgünstigen Produkten versorgen, Arbeitsplätze sichern und einen Beitrag zur nachhaltigen Entwicklung unseres Gemeinwesens leisten. Die Wirtschaft ist Teil der Gesellschaft. Unternehmen haben ein elementares Interesse an einer politisch stabilen und starken Gesellschaft, in der sie gut ausgebildete Mitarbeiter, Infrastruktur, Kapital, Geschäftspartner, Kunden und verlässliche Rahmenbedingungen finden. Sie engagieren sich vielfältig sozial und gesellschaftlich aus der Überzeugung heraus, dass Zukunft und Wohlergehen von Staat, Wirtschaft und Gesellschaft eng miteinander verbunden sind und dass sie als Teil der Gesellschaft ihren Beitrag zu Stabilität und sozialem Frieden leisten müssen.

Nachhaltiges Handeln in Staat und Gesellschaft gefragt

Grundlage der Politik sollte es sein, konsequent und verlässlich langfristigen Zielen zu folgen und nicht auf Kosten künftiger Generationen zu handeln. Nicht zuletzt angesichts der nach wie vor hohen Staatsverschuldung sind deshalb konsequente Konsolidierungsmaßnahmen als besonders wichtige Aufgabe anzusehen. Es ist eine Frage der Generationengerechtigkeit, Haushalt und soziale Sicherungssysteme dauerhaft zukunftsfest zu gestalten. Die Sozialversicherungen können langfristig ihre Aufgaben nicht erfüllen, wenn sie nicht strukturell erneuert und an den demografischen Wandel angepasst werden. Soziale Nachhaltigkeit erfordert zudem mehr Anstrengungen in der Bildungspolitik. Eine individuelle Förderung von Kindern und Jugendlichen, mehr Durchlässigkeit im Bildungssystem und die gleichzeitige Entwicklung von Persönlichkeit und Berufsfähigkeit sorgen für Chancengerechtigkeit und Teilhabe, unabhängig von sozialer Herkunft. Die Arbeitgeberverbände unterstützen aktiv diese Ziele mit ihren Konzepten und Initiativen.

Nachhaltigkeit ist Grundlage für den Erfolg deutscher Unternehmen

Nachhaltiges Wirtschaften erfordert eine verantwortungsvolle und innovative Unternehmenskultur. Dies gilt für den Bereich der betrieblichen Aus- und Weiterbildung ebenso, wie für eine familienorientierte Personalpolitik oder die Förderung der Vielfalt in den Betrieben. Nicht nur vor dem Hintergrund der wachsenden Fachkräftelücke haben Unternehmen ein großes Interesse daran, gute Mitarbeiter an sich zu binden. Alle Potenziale am Arbeitsmarkt sollten ausgeschöpft werden, insbesondere indem Frauen, Ältere sowie Menschen mit Behinderung oder Migrationshintergrund verstärkt in Beschäftigung gebracht bzw. gehalten werden. Dies erfordert flexible Lösungen, die die Unternehmen – auch dank moderner Tarifverträge und einer Vielfalt an personalpolitischen Strategien – offerieren.

Nachhaltiges Wachstum ist eine globale Herausforderung

Mehr Nachhaltigkeit ist eine weltweite Aufgabe. Insbesondere Lösungsansätze für den Klimawandel müssen auf internationaler Ebene gefunden und verabschiedet werden. Nationale oder regionale Alleingänge werden im schlimmsten Fall dazu führen, dass betroffene Industriezweige, um wettbewerbsfähig zu bleiben, in andere Regionen der Erde abwandern, wo deutlich geringere Anforderungen z. B. in Bezug auf CO2-Grenzwerte an sie gestellt werden. Dieses Problem des sog. Carbon Leakage hat dabei zwei Facetten: Erstens verliert Europa einen Teil seiner Industrie, was Arbeitsplatz- und Wohlstandsverlust nach sich zieht. Und zweitens wird auch der Umweltschutz verlieren, denn deutsche Unternehmen haben sich durch ihre Innovationskraft zu einem weltweiten Vorreiter im Bereich Umweltschutz entwickelt. Durch „Carbon Leakage“ droht daher vor allem auch der Verlust von Innovationspotenzial für den Umweltschutz.

Umfassender Nachhaltigkeitsansatz statt Nischendenken

Die Auswirkungen des Klimawandels auf die Beschäftigung sind komplex. In der Debatte dazu wird oftmals auf die Chancen für die Beschäftigung in der Umweltindustrie verwiesen. Zweifellos wird deren Bedeutung stark zunehmen. Ein Nischendenken, bei dem allein die Umweltindustrie im Zentrum der Aufmerksamkeit steht, konterkariert jedoch die Bemühungen, Nachhaltigkeit in der Wirtschaft insgesamt zu stärken. Umweltschutz muss Teil eines umfassenden Nachhaltigkeitsansatzes sein, in dem gesellschaftliche Belange und die beschäftigungspolitischen Konsequenzen mitgedacht werden. Die weltweite Nachfrage nach neuen Antriebstechniken, nach effektiven Wärmedämmsystemen, nach innovativen Verkehrsmanagementsystemen und energiesparsamen Elektrogeräten schafft Beschäftigungsmöglichkeiten in allen Wirtschaftszweigen.

Initiativen der BDA
  • Beteiligung am Konsultationsprozess zur Nachhaltigkeitsstrategie der Bundesregierung
  • Mitgliedschaft im Nationalen CSR-Forum der Bundesregierung und in der AG Wirtschaft und Menschenrechte
  • „CSR-Germany“: Gemeinsames Internetportal von BDA, BDI, DIHK und ZDH mit vielen Praxisbeispielen zum ethischen, sozialen und gesellschaftlichen Engagement deutscher Unternehmen (www.csrgermany.de)

Deutsche Unternehmen sind Vorreiter im Bereich Umweltschutz

Im Effizienzranking weltweit belegt die deutsche Industrie den vierten Platz nach der Schweiz, Dänemark und Großbritannien (IW Köln, 2013). Das zeigt: Die deutsche Wirtschaft hat bereits erhebliche Anstrengungen unternommen, um unnötigen Energieverbrauch zu reduzieren. Dadurch wird es gleichzeitig immer schwieriger, weitere Erfolge zu erzielen, weil viele Maßnahmen zur Steigerung der Energieeffizienz bereits angewendet wurden. Auch die kontinuierlich steigenden Investitionsanteile für Umweltschutzmaßnahmen belegen, wie weit oben Umweltschutz auf der Agenda der Unternehmen steht. So floss jeder zehnte Euro – insgesamt 7,5 Mrd. € – der Investitionen im Produzierenden Gewerbe (ohne Bauwirtschaft) im Jahr 2013 in den Umweltschutz (IW Köln, 2016).

Nachhaltigkeit: Top-Thema in Unternehmen
Welche Relevanz hat Nachhaltigkeit? Angaben in %

Quelle: IW Köln 2012

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Ansprechpartner

BDA | DIE ARBEITGEBER
Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände

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T +49 30 2033-1070
Dezember 2018