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M+E-Tarifrunde 2012: 2. Verhandlung M+E MITTE/Thüringen am 29. März 2012

Von Vehid Alemic

Gestern fand in Darmstadt die von einer Demonstration begleitete 2. Tarifverhandlung M+E MITTE/Thüringen zur M+E-Tarifrunde 2012 unter der Leitung des Verhandlungsführers und PfalzMetall-Präsident Dr. Eduard Kulenkamp statt. Die IG Metall Bezirksleitung Frankfurt verhandelte unter der Führung ihres Bezirksleiters Armin Schild.

Unter dem Leitmotiv „Gemeinsam Kurs halten – Betriebe und Arbeitsplätze krisensicherer machen“ thematisierte die Arbeitgeberseite intensiv die Rahmenbedingungen zur allgemeinen Wirtschaftslage und zur Geschäftslage in der M+E-Industrie. Hessenmetall- Hauptgeschäftsführer Volker Fasbender beschrieb ausführlich die Risiken einer immer noch im Aufholprozess befindlichen Branche, die noch kein echtes Wachstum nach den Krisenjahren 2008/2009 habe erzielen können. Seit einiger Zeit seien die Auftragseingänge aus dem Ausland wieder rückläufig, alle Prognosen für die weitere Entwicklung stünden unter Vorbehalten wie Staatsschuldenkrise, Finanzmarktschwäche und Rohstoff- und Energiekosten. Die Entgeltforderung der IG Metall nehme – so Volker Fasbender – auf diese Faktoren keine Rücksicht und sei ungerechtfertigt wie auch inakzeptabel.

Der Verhandlungsführer erinnerte daran, dass die Unternehmen in der Krise große Anstrengungen unternommen haben, um ihre Stammbelegschaften zu halten. „Die IG Metall hat zum jetzigen Zeitpunkt an ernsthaften Verhandlungen offensichtlich kein Interesse. Eine hohe Mobilisierung ist ihr wichtiger als eine faire Einigung“, so Kulenkamp.

Auch die Forderungen nach Übernahme aller Auszubildenden und erweiterten Mitbestimmungsrechten für Betriebsräte beim Einsatz von Zeitarbeit seien ausschließlich organisationspolitisch motiviert.


„Die Ausgelernten unserer Branche haben bereits heute hervorragende Chancen auf eine unbefristete Weiterbeschäftigung. Die IG Metall konstruiert eine Problemlage, um mehr junge Mitglieder zu gewinnen“, sagte Kulenkamp. Gegen ein Veto-Recht der Betriebsräte beim Einsatz von Zeitarbeit spreche, dass es die Flexibilität der Betriebe drastisch einschränken würde. „Das ginge auf Kosten der Wettbewerbsfähigkeit und damit auch zu Lasten der Stammbelegschaften“, sagte der Verhandlungsführer.

Die IG Metall führte in verschiedenen Statements aus ihrer Sicht einzelne Argumente zur Untermauerung ihrer Forderungen an, es konnte jedoch keine Annäherung erzielt werden.

Bei diesem Stand wurden die Verhandlungen auf den 19. April 2012 in Mainz vertagt.

Beste Grüße von der Weinstraße.

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