Mär

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Arbeitsrechtskongress und Seminar „Arbeitswissenschaft für Juristen I“

Von Mareike Krug

In den letzten Wochen durfte ich an zwei sehr interessanten Veranstaltungen teilnehmen. Ende Februar fand in Berlin der Kongress „Arbeitsrecht 2013 – was Praktiker wissen müssen“ statt. Hochrangige Arbeitsrechtler haben den Teilnehmern die aktuellen Entwicklungen im Arbeitsrecht vorgestellt. Eingängig besprochen und erläutert wurden die Rechtsprechungen der vergangenen Monate zum Betriebsverfassungs- und Tarifrecht.
Unter dem Gesichtspunkt des demografischen Wandels wurde das Thema „Beschäftigung älterer Mitarbeiter“ präsentiert. Den Teilnehmern wurden in diesem Zusammenhang verschiedene Beschäftigungsmodelle vorgestellt, die sich unter anderem mit der Zeitsouveränität (Befristung, Teilzeitmodelle, flexible Arbeitszeit), der Fort- und Weiterbildung ältere Mitarbeiter und dem Gesundheitsmanagement beschäftigten. Ein weiteres großes Thema, welches auch in den Medien mehr und mehr besprochen wird, war der Themenkomplex „Arbeitszeit und Neue Medien“. Zu Gast war zudem Frau Inken Gallner, Richterin am Bundesarbeitsgericht. Sie gab einen Überblick über das aktuelle Befristungsrecht, was durch einige Entscheidungen des EuGH in der letzten Zeit sehr beeinflusst wurde.

Anfang März besuchte ich das 2-tägige Seminar „Arbeitswissenschaft für Juristen I – Gestaltung von Arbeitsbedingungen, Arbeitsorganisation und Arbeitszeit“. Sinn und Zweck dieses Seminars ist es, den Verbandsjuristen einen Einblick in die Arbeit der Arbeitswissenschaftler zu geben. Vorgestellt wurde u.a. das Thema „Ergonomie“. Aufgabe der Ergonomie ist es, festzustellen, welchen Belastungen der Mensch unter den veränderten Arbeitsbedingungen ausgesetzt ist. Die Ergonimie schafft die Voraussetzung für eine Anpassung der Arbeit an den Menschen, u.a. durch eine Analyse und Gestaltung des Arbeitsplatzes, der Arbeitsmittel, der Arbeitsumgebung und der Arbeitsorganisation. Mit den Teilnehmern wurden dann mehrere Praxisbeispiele durchgesprochen, wie z.B. bestimmte Arbeitsplätze und Arbeitsabläufe in Betrieben sinnvoller und für den Arbeitnehmer angenehmer gestaltet werden können. Die Unternehmen werden in der heutigen Zeit mehr und mehr mit dem Themenkomplex „psychische Belastungen der Arbeitnehmer“ konfrontiert, weswegen dieser Punkt auch ein wichtiger Arbeitsbereich der Arbeitswissenschaftler ist. Die Dozenten stellten die gesetzlichen Grundlagen vor und erläuterten, wie in der Praxis psychische Belastungen und Beanspruchungen gemessen werden. Ein weiteres wichtiges Thema war die Schichtplangestaltung. Auch dieser Bereich wurde anhand vieler betrieblicher Beispiele vertieft besprochen. Zu guter Letzt haben wir dann selber unsere Taschenrechner ausgepackt und mit Hilfe von verschiedenen Vorgaben hinsichtlich der Betriebszeit, den Schichten pro Woche, den Arbeitsplätzen pro Schicht und der Arbeitszeit pro Schicht die jeweiligen Wochenarbeitszeiten ausgerechnet.

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