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Sachgrundlose Befristungen sind unverzichtbar

Befristungen werden nicht ohne das Vorliegen eines betrieblichen Grunds abgeschlossen. Richtig ist daher, anstatt von sachgrundlosen Befristungen von Kalenderbefristungen zu sprechen. Solche Befristungen sind zentraler Bestandteil eines funktionierenden und wettbewerbsfähigen Arbeitsmarkts. Sie tragen in erheblichem Maße zur Beschäftigung bei. Befristungen mit und ohne Sachgrund bieten Arbeitssuchenden einen erfolgreichen Weg für einen ersten Einstieg oder – gerade nach längerer Arbeitslosigkeit – Wiedereinstieg in den Arbeitsmarkt. Befristete Arbeitsverhältnisse machen nur einen kleinen Teil der gesamten Beschäftigung in Deutschland aus. Trotz Anstiegs der Beschäftigung insgesamt, sinkt der Anteil an Befristungen. Neue Jobs werden vielfach schnell entfristet. Befristungen bieten Unternehmen notwendige Flexibilität. Kalenderbefristungen ermöglichen es, Arbeitsplätze zu schaffen, auch wenn aufgrund der Ungewissheit der wirtschaftlichen Entwicklung noch unklar ist, ob ein aktueller Beschäftigungsbedarf über einen längeren Zeitraum fortbesteht.

Fakt: Die sachgrundlose Befristung bietet einen Einstieg in Arbeit
  • Die Chance, direkt aus einer befristeten Beschäftigung mit oder ohne Sachgrund in ein unbefristetes Arbeitsverhältnis übernommen zu werden, ist in den letzten Jahren stark angestiegen. Zuletzt wurden annähernd 45 % der befristet Beschäftigten unmittelbar in ein unbefristetes Arbeitsverhältnis übernommen (IAB, 2019).
  • Insgesamt erhalten mehr als drei Viertel der befristet Beschäftigten in ihrem Betrieb eine Anschlussbeschäftigung.
  • Das IAB hat festgestellt, dass ein höherer Anteil sachgrundloser Befristungen in einem Betrieb mit einer höhe­ren Übernahmequote einhergeht. Das zeigt, dass das Ziel der Betriebe ist, regelmäßig langfristige Bindungen an ihre Arbeitnehmer zu knüpfen.
  • Vom Instrument der Befristung profitieren gerade Berufs­anfänger und Berufsrückkehrer. Sie unterstützen einen schnellen Einstieg ins Berufsleben, entsprechen ist die Er­werbslosenquote der 25- bis 29-Jährigen in Deutschland mit 4,6 % einer der niedrigsten in Europa (zum Vergleich EU: 9,2 %; Eurostat, 2019). Befristete Arbeitsverhältnisse bieten damit die Möglichkeit, Arbeitslosigkeit zu verhindern oder zu beenden. Sie ermöglichen soziale Teilhabe, die anderenfalls ausbliebe.

Irrtum: Befristete Beschäftigung verdrängt unbefristete Beschäftigung.
  • Der Anteil der Befristungen an allen abhängigen Beschäftigungsverhältnissen liegt seit mehr als einem Jahrzehnt stabil unter 10 %.
  • Heute gibt es so viele unbefristete Arbeitsverhältnisse wie noch nie. Im Durchschnitt der letzten Jahre nimmt wächst ihr Anteil immer weiter.
  • Der Befristungsanteil ist dabei seit vielen Jahren rückläufig und 2018 auf 7,3 % gesunken (Statistisches Bundesamt, 2019).

Irrtum: Die freie Wirtschaft missbraucht das Instrument der Befristungen
  • Während der Befristungsanteil im öffentlichen Dienst bei 10 % liegt, liegt er in der Privatwirtschaft nur bei 7 % (IAB, 2018). Das zeigt deutlich, dass Betriebe nicht wahllos auf die Möglichkeit der sachgrundlosen Befristung zurück­greifen.
  • Über 60 % der Neueinstellungen in der Privatwirtschaft erfolgen unbefristet (IAB, 2018).
  • Befristete Arbeitsverhältnisse finden sich insbesondere dort, wo Stellen von öffentlichen Haushalts- und Fördermitteln abhängen, wie im öffentlichen Dienst, in Universitäten und Forschungseinrichtungen. Für solche Arbeitgeber hat der Gesetzgeber einen eigenen Befristungsgrund geschaffen, den er privaten Arbeitgebern vorenthält.

    Mehr als drei Viertel der befristet Beschäftigten erhalten Anschlussperspektive im selben Betrieb

    Anteil Übernahmen und Verlängerungen von befristeten Beschäftigten in %

Quelle: Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung, 2019

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BDA | DIE ARBEITGEBER
Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände

Arbeitsmarkt
T +49 30 2033-1400
November 2019