25.10.2010

BDA, BFB, DIHK und ZDH zur Verlängerung des Ausbildungspaktes

Die Präsidenten von BDA, BFB, DIHK und ZDH geben zur aktuellen Situation um die Verlängerung des Ausbildungspaktes folgende Erklärung ab:
„Der Ausbildungspakt ist seit 2004 ein großer Erfolg für die vielen Jugendlichen, die zusätzlich eine Chance auf Ausbildung erhalten haben. Auch 2010 ist wieder ein gutes Jahr für die jungen Leute, die einen Ausbildungsplatz gesucht haben. Bundesregierung, Bundesagentur für Arbeit und die Wirtschaftsverbände werden morgen einmal mehr eine positive Paktbilanz vorlegen können. Diese erfolgreiche Arbeit wird uns auch in den kommenden Jahren antreiben.

Die demografische Entwicklung führt in den Regionen zu erheblichen Rückgängen bei den Bewerberzahlen – zum Teil um mehr als 50 Prozent. Die Wirtschaft kann angesichts dieser Entwicklung nicht mehr Ausbildungsplätze versprechen, als es möglich ist, Jugendliche für diese zu gewinnen. Bereits im vergangenen Jahr konnten rechnerisch rund 50.000 Ausbildungsplätze nicht besetzt werden. Umso mehr muss es jetzt darum gehen, den Fachkräftenachwuchs noch stärker in den Blick zu nehmen und zusätzliche Chancen auch für praktisch begabte Jugendliche zu erschließen.


Daher bietet die Wirtschaft vielfältige Aktivitäten an, die weit über die originäre Verantwortung der Unternehmen und Selbstständigen hinausgehen. Zu nennen sind zum Beispiel qualifizierte Schulpartnerschaften zur besseren Berufsorientierung, Einstiegsqualifizierungen speziell für förderungsbedürftige Jugendliche, verstärktes Werben für die Ausbildung von Jugendlichen mit Migrationshintergrund und Altbewerbern sowie Einladungen an Jugendliche im so genannten Übergangssystem zu Nachvermittlungsaktionen.


Die pragmatische Arbeit im Ausbildungspakt hat sich in den Jahren sehr bewährt. Für uns ist es daher völlig unverständlich, dass die Gewerkschaften zum Beispiel ein flexibleres Jugendarbeitsschutzgesetz tabuisieren, das Ausbildungshemmnisse abbauen würde, wie die Regierungsparteien im Koalitionsvertrag richtig feststellen. Auch die Diskreditierung der zweijährigen Berufe durch die Gewerkschaften erschwert praktikable Lösungen im Interesse der Jugendlichen.


Die Wirtschaft bedauert, dass es derzeit keine gemeinsame Position mit den Gewerkschaften gibt und dass der DGB öffentliche Festlegungen getroffen hat, die eine Konsensfindung erheblich belasten. Die Wirtschaft ist entschlossen, mit den bisherigen Paktpartnern, der Kultusministerkonferenz sowie der Integrationsbeauftragten der Bundesregierung den Ausbildungspakt für weitere vier Jahre zu verlängern. Wir bieten dem DGB weiterhin an, sich auf dieser Basis konstruktiv einzubringen.“


PRESSE - INFORMATION Nr. 055/2010, 25. Oktober 2010

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