Religion/Weltanschauung

Vielfältige Weltanschauung und religiöse Besonderheiten mit den Unternehmensinteressen in Einklang bringen

Die Beachtung der jeweiligen kulturellen und religiösen Besonderheiten im Arbeitsalltag ist ein wichtiger Bestandteil der Anerkennung von Migrantinnen und Migranten. Strategien und Leitlinien nützen nichts, wenn die Achtung im täglichen Umgang fehlt. Es geht um die aktive Förderung des „Sich-Wohlfühlens“ im Unternehmen, die oft bereits mit kleinen Dingen bewirkt werden kann.

Eine Möglichkeit, wie der interreligiöse Dialog im Unternehmen gefördert werden kann, ist:
  • das gemeinsame Begehen eines „Abrahamtags“. Da Abraham im Judentum, Christentum und Islam gleichermaßen ein Glaubensvorbild ist, bietet er sich als Namensgeber an. An diesem Tag kann durch das Kennenlernen und gemeinsame Begehen der jeweils anderen Religion ein toleranter und offener Umgang gelebt werden.
  • Ebenso wenn sich die Kantine auf die unterschiedlichen Essbedürfnisse und Essgewohnheiten einstellt (ein breites, abwechslungsreiches Speisenangebot, eine breite Getränkeauswahl oder erweiterte Öffnungszeiten anbietet). Natürlich sollte auch auf Firmenfeiern auf die unterschiedlichen Bedürfnisse geachtet werden. Gleichzeitig sollten Unternehmen im Blick behalten, dass die gewählten Maßnahmen nicht die Ausgewogenheit und das Gleichgewicht im Unternehmen stören. Das Allgemeine Gleichbehandlungsgesetz (AGG) erlaubt zwar sachlich gerechtfertigte Ungleichbehandlungen unter den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, jedoch sollte die Förderung neuer Kolleginnen und Kollegen nicht zur Unzufriedenheit der Stammbelegschaft führen.
Praxisbeispiele
Fraport AG – Religiöse Vielfalt ist täglich gelebte Diversity
Neben den mehr als 78.000 Beschäftigten am Flughafen kommen an einem durchschnittlichen Tag zusätzlich rund 150.000 Menschen am Frankfurter Flughafen zusammen mit den unterschiedlichsten religiösen und seelsorgerischen Bedürfnissen.

Bereits im Jahr 1969 nahm der Flughafenbetreiber das Anliegen der Evangelischen und Katholischen Kirche positiv auf, am Flughafen mit jeweils einem Pfarramt präsent zu sein. Der Frankfurter Flughafen war der erste von zwölf deutschen Flughäfen, der gemeinsam mit den Kirchen eine Kapelle im Terminal einrichtete.

Heute finden die Menschen an Deutschlands größtem Flughafen auch Gebetsräume für Juden, Muslime und orthodoxe Christen.

Bereits seit zehn Jahren findet einmal jährlich im November eine Abrahamische Feier statt. Bei diesem gemeinsamen Fest der drei monotheistischen Religionen Christentum – Islam – Judentum wird für Verständnis und Respekt geworben. Durch Musik, Gesang und leckere Speisen aus verschiedenen Kulturkreisen wird Interesse am und Verständnis für das Andere geweckt. Zudem feiert die Fraport AG das IFTAR Fest im Rahmen des Ramadan. Eingeladen sind alle muslimischen Beschäftigte sowie Fluggäste. Während des Ramadan werden die fastenden Gläubigen nach Sonnenuntergang mit Halal Speisen verköstigt.

Weitere Informationen unter www.fraport.de
Rennert Bauunternehmung GMBH – Spezielle Urlaubsregelung
Bei Rennert Bauunternehmung GmbH gibt es spezielle Urlaubsregelungen, z. B. werden Urlaubsanträge von islamischen Beschäftigten in der Zeit des Ramadan besonders berücksichtigt. Außerdem können ausländische Beschäftigte bis zu sechs Wochen Urlaub nehmen, um in ihr Heimatland zu reisen.

Weitere Informationen unter www.rennert-kassel.de oder in der BDA-Broschüre Willkommenskultur - Ein Leitfaden für Unternehmen im Umgang mit ausländischen Fachkräften
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