Deutscher Arbeitgeberpreis für Bildung 2013

Im Rahmen des Deutschen Arbeitgebertages prämierten am 19. November 2013 in Berlin Prof. Dr. Marion Schick, Personalvorstand der Deutschen Telekom, und Ulrich Weber, Personalvorstand der Deutschen Bahn, herausragende Leistungen in der Bildungsarbeit mit dem Deutschen Arbeitgeberpreis für Bildung. Die Preise sind mit je 10.000 Euro dotiert und wurden in den Kategorien frühkindliche, schulische, berufliche und hochschulische Bildung vergeben. An der Preisverleihung nahm auch Bundespräsident Joachim Gauck teil.


Gruppenfoto der Bildungspreisträger 2013 (Quelle: BDA)

Die ausgezeichneten Einrichtungen setzen beispielhaft das diesjährige Leitthema „Bildungsgerechtigkeit sichern – Übergänge aktiv gestalten“ um. Sie zeigen damit, dass eine intensive Kooperation zwischen den verschiedenen Bildungseinrichtungen einen wichtigen Beitrag zur Entfaltung und Durchlässigkeit der Bildungswege leistet.

Die Preisträger sind:
  • Kategorie „Frühkindliche Bildung“: element-i-Kinderhaus Steppkes in Stuttgart, Baden-Württemberg
  • Kategorie „Schulische Bildung“: Kooperative Gesamtschule Neustadt am Rübenberge, Niedersachsen
  • Kategorie „Berufliche Bildung“: Rudolf-Rempel-Berufskolleg der Stadt Bielefeld, Nordrhein-Westfalen
  • Kategorie „Hochschulische Bildung“: Technische Hochschule Deggendorf, Bayern

„Bildung ist unsere wichtigste Ressource. Von guter Bildung hängen nicht nur die Wettbewerbs- und Innovationsfähigkeit der Wirtschaft, sondern auch die persönliche Entwicklung jedes Einzelnen sowie der Wohlstand unserer Gesellschaft insgesamt ab. Eine besondere Verantwortung tragen diejenigen, die tagtäglich in Bildungseinrichtungen wertvolle Arbeit leisten“, erklärt BDA-Vizepräsident Dr. Gerhard F. Braun.

„Bildung ist nicht linear. Sie beginnt im frühkindlichen Lebensabschnitt, hört aber nicht im Berufsleben auf. Lernphasen und Berufsphasen wechseln sich ab und greifen ineinander. Die zunehmende Durchdringung wirtschaftlicher Prozesse mit Informations- und Kommunikationstechnologien führt zu Beschleunigung und verlangt Wissensintensivierung. Deshalb müssen auch ursprünglich hervorragend qualifizierte Mitarbeiter mit Hochschulabschlüssen weiter lernen. Sonst verlieren sie den Anschluss", betont Prof. Dr. Marion Schick, Personalvorstand der Deutschen Telekom.

Ulrich Weber, Personalvorstand der Deutschen Bahn, ergänzt: „Die Verantwortung für den Bildungserfolg endet nicht an der Grenze einzelner Bildungseinrichtungen. Ich bin deshalb überzeugt, dass der faire und offene Zugang zu Bildung wichtiger denn je ist. Junge Leute, die sich weiterentwickeln wollen, brauchen Schulen, Hochschulen oder Ausbildungsbetriebe, die auf ihre Fähigkeiten eingehen und Freude am Lernen wecken. Wir müssen beispielsweise durch mehr Kooperationen Übergänge und Abschlüsse anschlussfähig machen.“

Die Preisträger:

element-i-Kinderhaus Steppkes, Stuttgart

Von Anfang an werden Brüche in der Bildungsbiografie vermieden, denn die ein- bis zehnjährigen Kinder lernen und spielen altersübergreifend unter einem Dach. Das Konzept ist methodisch-didaktisch innovativ: Die Kinder werden dort abgeholt, wo sie in ihrer Entwicklung stehen. Dadurch wird der Förderbedarf schnell erkannt und gemeinsam mit dem Kind angegangen. Die Übergänge vom „Krabblernest“ in die Kita und von der Kita in die Schule werden schrittweise, behutsam und individuell vorgenommen. Dabei bleiben die Kinder aus den drei Bereichen in engem Kontakt miteinander. Als „Schulhüpfer“ entscheiden Kinder in einer Übergangsphase täglich, ob sie in Kita oder Schule gehen, und melden an, wenn sie endgültig in die Schule wollen.

Durch die intensiven Kooperationen zwischen Kindergarten und Grundschule auf Augenhöhe wird das Konzept von den Pädagoginnen und Pädagogen gelebt. Eine Besonderheit ist die Zusammenarbeit mit Wirtschaft und Forschungseinrichtungen im MINT-Bereich. (Foto v.l. Meike Betz, Clemens Matthias Weegmann, Jochen Sanguinette, Christoph Beutgen | Quelle: BDA)

Kooperative Gesamtschule Neustadt am Rübenberge

Die Schule hat ein umfassendes Konzept für alle Übergänge in und aus der Schule entwickelt – dieses reicht von der Aufnahme der Kinder in Klasse 5 über die Weiterentwicklung in der Schullaufbahn und den Übergang in die Oberstufe bis hin zur Berufs- und Studienorientierung. Dabei geht die kooperative Gesamtschule sehr systematisch und strukturiert vor und erreicht große Nachhaltigkeit. Das Übergangskonzept für schwächere Schüler in die Ausbildung ist als „Neustädter Modell“ mittlerweile Vorbild für weitere Schulen in Niedersachsen. Jedes Kind wird mit dem Potenzial angenommen, das es mitbringt, individuell gefördert und zum bestmöglichen Abschluss geführt – bei 1.600 Schülerinnen und Schülern ist dies eine beachtliche Leistung der Schule.


Die Kooperationen mit den Grundschulen einerseits und mit den berufsbildenden Schulen andererseits sind intensiv und organisatorisch fest verankert. Die individuelle Lernentwicklung der Schülerinnen und Schüler wird systematisch dokumentiert und gezielt weiter gefördert. Innerhalb der Schule wird der Übergang in die gymnasiale Oberstufe nach dem Realschulabschluss aktiv unterstützt. Alle Maßnahmen werden evaluiert und qualitativ abgesichert. (Foto v.l. Herwig Dowerk, Martina Klemke, Ulla Bruhnke, Markus Lecke | Quelle: BDA)

Rudolf-Rempel-Berufskolleg, Bielefeld

„Gemeinsam zum Erfolg“ heißt das überzeugende Gesamtkonzept, das sich durch vielfältige Maßnahmen zur Stärkung von Übergängen auszeichnet. Die Kooperationen des Berufskollegs mit zahlreichen Partnern entlang der Bildungskette sind im Schulprogramm verankert und vertraglich fixiert. So wird die Nachhaltigkeit der Kooperationen gewährleistet. Konkrete Anrechnungsmöglichkeiten von in der Ausbildung erworbenen Qualifikationen auf ein anschließendes Studium erleichtern den Übergang von der beruflichen in die hochschulische Bildung. Gleichzeitig wird der Übergang in den Arbeitsmarkt durch einen starken Praxisbezug und die Möglichkeit zum Erwerb von Zusatzqualifikationen gefördert. Individuelle Fördermöglichkeiten (z.B. modulare Förderkurse, Schüler-Tutoring-System) und eine sehr gute Qualifizierung des Lehrpersonals tragen ebenfalls dazu bei, dass 98 Prozent der in Kooperation mit Betrieben dual Ausgebildeten ihren Abschluss erreichen. (Foto v.l. Stefanie Buddenberg, Klaus Mono, Christoph Beutgen | Quelle: BDA)

Technische Hochschule Deggendorf

Die Hochschule zeichnet sich durch ein umfassendes Kooperationskonzept mit einer Vielzahl von Partnern aus: insbesondere Schulen, Berufsschulen, Unternehmen und Verbände. In der Zusammenarbeit mit Schulen findet ein intensiver Austausch mit Schülerinnen und Schülern sowie mit Lehrkräften über das Studienangebot und berufliche Entwicklungswege statt.

Unter dem Motto „Studieren mit Erfolg“ legt die Hochschule ein besonderes Augenmerk auf die Studieneingangsphase. Vorbereitungskurse und Propädeutika, die sich sowohl an traditionelle Studierende als auch an beruflich Qualifizierte richten, sind wesentliche Instrumente. Für einen reibungslosen Übergang ihrer Absolventinnen und Absolventen in den Beruf arbeitet die Hochschule im Rahmen von Berufsforen, Firmenkontaktmessen sowie Mentoren- und Stipendienprogrammen eng mit Unternehmen zusammen. (Foto v.l. Prof. Dr. Peter Sperber, Martina Heim, Markus Lecke | Quelle: BDA)
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