Behinderung und chronische Krankheiten

Inklusion von Menschen mit Behinderung weiter voranbringen

Immer mehr Unternehmen erkennen Inklusion als Chance. Inklusion in der Arbeitswelt ist angesichts des Fachkräftemangels und der demografischen Entwicklung nicht nur ein soziales Anliegen, sondern auch eine wichtige Aufgabe, um die Wettbewerbsfähigkeit Deutschlands zu erhalten. Denn: Behinderung bedeutet nicht automatisch Leistungsminderung. Im Gegenteil: Eine erfolgreiche Inklusion wird zum Gewinn für alle Beteiligten.

Erfolgsfaktoren einer inklusiven Personalpolitik sind unter anderem:

  • Vertrauensvolle Zusammenarbeit mit der Schwerbehindertenvertretung sowie Inklusions- und Reha-Dienstleistern
  • Kenntnisse über die zahlreichen Fördermöglichkeiten
  • Einbezug von Führungskräften und Fachabteilungen
  • Inklusion von Menschen mit Behinderung als Teil des Diversity-Management
Oft ist eine spezifische Unterstützung notwendig, damit Menschen mit Behinderungen ihre Stärken einsetzen und am Arbeitsleben teilnehmen können. Es bestehen bereits viele Initiativen, die Informationen zu Unterstützungs- und Fördermöglichkeiten für Arbeitgeber anbieten und gute Beispiele aus der Praxis verbreiten:


Aktionspläne zeigen, wie die Ziele der UN-Behindertenrechtskonvention praxisnah auf das jeweilige Unternehmen übertragen werden können.


Damit Inklusion gelingt, sind vor allem individuelle Lösungen vor Ort nötig. Die vielen guten Beispiele aus der Wirtschaft zeigen, wie Inklusion für Menschen mit Behinderung und Unternehmen zum Gewinn wird.

Praxisbeispiele
SAP SE – Systematischer Eingliederungsprozess
Bereits seit 1997 führt SAP die betriebliche Eingliederung von Beschäftigten mit Behinderung oder Langzeiterkrankten im Rahmen des Gesundheitsmanagements systematisch durch. Neben den interdisziplinären „BEM-Teams“ stehen für alle Beschäftigten ausführliche und jederzeit abrufbare Informationen zur Verfügung. Betroffene Führungskräfte werden jeweils fallbezogen schriftlich über den Prozess informiert und bei Bedarf persönlich unterstützt. Die Prozesse und Maßnahmen werden kontinuierlich weiterentwickelt und verbessert. 2013 wurde zudem ein Aktionsplan ins Leben gerufen, um über generelle Inklusionsmaßnahmen mehr Personen mit Behinderung einzustellen. Über eine Zusammenarbeit mit Spezialisten werden künftig gezielt Arbeitsplätze für Menschen mit Autismus geschaffen.

Weitere Informationen unter www.sap.com und in der BDA-Broschüre Inklusion unternehmen - Ausbildung und Beschäftigung von Menschen mit Behinderung – ein Leitfaden
GALERIA Kaufhof GmbH – Gelebte Inklusion
Der ganzheitliche Ansatz von Galeria Kaufhof bindet Menschen mit Behinderung in den Berufsalltag ganz selbstverständlich ein. Ziel ist dabei nicht nur die volle und gleichberechtigte Teilhabe der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter mit Behinderung am Arbeitsleben, sondern auch, möglichst allen Menschen in den Warenhäusern ein selbstbestimmtes Einkaufen zu ermöglichen. Daher engagiert sich Galeria Kaufhof nicht nur bei der Ausbildung und Beschäftigung von behinderten Menschen, sondern setzt sich auch mit der barrierefreien Gestaltung der Filialen auseinander und schult ihre Beschäftigten zum Umgang mit Behinderung. Das Unternehmen unterstützt z. B. ebenso Jugendliche mit Behinderung anhand von Lernpartnerschaften im Rahmen der Ausbildung als auch blinde und sehbehinderte Menschen in den Warenhäusern durch eine Einkaufsbegleitung.

Weitere Informationen unter www.galeria-kaufhof.de/ueber-uns/unternehmen und in der BDA-Broschüre Inklusion unternehmen - Ausbildung und Beschäftigung von Menschen mit Behinderung – ein Leitfaden
Deutsche Post DHL – Handicap? Na und! Barrierefrei Denken und gemeinsam arbeiten!
Die Deutsche Post DHL verfolgt einen inklusiven Ansatz sowohl bei der Einstellung neuer Mitarbeiter als auch bei der Weiterbeschäftigung von Mitarbeitern, die erst nach ihrer Einstellung eine Behinderung durch Krankheit oder Unfall erlitten haben. Deutschlandweit sind mehr als 15.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter mit Behinderung bei der Deutsche Post DHL beschäftigt. Ihr Wissen und ihre Erfahrung bei der behinderungsgerechten Umgestaltung von Arbeitsplätzen gibt die Deutsche Post DHL unternehmensweit und an Dritte weiter.

Weitere Informationen unter www.dpdhl.com und in der BDA-Broschüre Inklusion unternehmen - Ausbildung und Beschäftigung von Menschen mit Behinderung – ein Leitfaden
arvato CRM Solutions Deutschland/Bertelsmann SE & Co. KGaA – Unternehmenskultur
Eine konzernweit gültige Integrationsvereinbarung bildet den Rahmen und die Grundlage für alle Projekte und Aktionen. Zwischen Führungskräften, Arbeitnehmervertretern und Schwerbehindertenvertretern gibt es ebenso eine enge und konstruktive Zusammenarbeit wie mit den Integrationsämtern und -fachdiensten, Arbeitsagenturen sowie Rentenversicherungsträgern. Um alle Mitarbeitenden für das Thema „Inklusion“ zu sensibilisieren und um ein gegenseitiges Verständnis zu schaffen, finden gemeinsame Workshops von Hörenden und Gehörlosen statt. Bei der Neueinstellung geht das Unternehmen gezielt vor und suchte z. B. für den Standort Chemnitz 2015 gezielt nach Menschen mit Handicaps.

Weitere Informationen unter www.arvato.com und in der BDA-Tagungsbroschüre "Zusammen erfolgreich in Arbeit"
AUDI AG – Weiterbeschäftigung nach Leistungswandlung
AUDI hat einen Integrationsprozess entwickelt, der leistungsgewandelte und schwerbehinderte Mitarbeiter durch individuelle Lösungen in die Lage versetzt, ihre volle Leistungsfähigkeit zu erhalten und im normalen Arbeitsverlauf integriert zu bleiben. Seit 2010 schuf das Unternehmen über 350 neue Arbeitsplätze für leistungsgewandelte Menschen. Bei AUDI ist Inklusion nicht nur die Aufgabe der Personalabteilung, sondern eine gemeinsame Aufgabe mit den Fachabteilungen.

Weitere Informationen unter www.audi.com und in der BDA-Broschüre "Zusammen erfolgreich in Arbeit"

Forever Clean GmbH – Stabile Beschäftigtenstruktur geschaffen
Im Dienstleistungsunternehmen Forever Clean sind 40 Prozent der Beschäftigten Menschen mit körperlichen, geistigen oder psychischen Behinderungen. Sie sind unbefristet in nahezu allen Bereichen der Gebäudereinigung, im Hausmeisterdienst und in der Verwaltung angestellt. Dank der Inklusionsstrategie ist es gelungen, eine stabile Beschäftigtenstruktur in einer von Fluktuation geprägten Branche zu schaffen.

Weitere Informationen unter www.forever-clean.de und in der BDA-Broschüre "Zusammen erfolgreich in Arbeit"
Kirchhoff Automotive – Jobcoaching für einen maßgeschneiderten Arbeitsplatz
KIRCHHOFF Automotive ist in vielen Bereichen mit der Dr. Kirchhoff Stiftung sozial engagiert. Das Unternehmen nutzt beispielsweise die Dienstleistungen einer regionalen Werkstatt für behinderte Menschen. Dabei werden insbesondere Nebentätigkeiten mit eher geringen Anforderungen in den Blick genommen, die jedoch häufig von hochqualifizierten Fachkräften übernommen werden. Über diesen Weg gelang es innerhalb von nur elf Monaten für einen jungen Mann mit mehreren Behinderungen geeignete Aufgaben so zusammenzustellen, dass eine ganz neue Stelle geschaffen wurde. Seit Anfang des Jahres arbeitet der neue Mitarbeiter in Vollzeit vor allem im Bereich Lager, hilft beim Umpacken von Autoteilen, übernimmt Büroarbeiten und erledigt Botengänge. Ansprechpartner für ihn und seinen Arbeitgeber ist der Integrationsfachdienst, mit dem die Fortbildungsakademie der Wirtschaft (FAW), Akademie Dortmund, an der Schnittstelle zu einer festen Anstellung eng zusammengearbeitet und den Übergang gestaltet hat.

Weitere Informationen unter www.kirchhoff-automotive.com und in der BDA-Broschüre Inklusion unternehmen - Ausbildung und Beschäftigung von Menschen mit Behinderung – ein Leitfaden

Weitere Informationen und Stellungnahmen zum Thema „Inklusion von Menschen mit Behinderungen“ finden Sie unter folgendem Link:

Inklusion von Menschen mit Behinderung