Zeitarbeit

Zeitarbeit sichert Einstieg in Arbeit

Zeitarbeit ist ein Jobmotor des deutschen Arbeitsmarkts. Zwei Drittel der Zeitarbeitnehmer haben durch Zeitarbeit die Chance erhalten, Arbeitslosigkeit zu überwinden. Fast 20 % der Zeitarbeitnehmer waren zuvor ein Jahr und länger arbeitslos oder sogar ohne vorherige Beschäftigung. Die Alternative zur Zeitarbeit für diese Arbeitnehmer wäre der Verbleib in Arbeitslosigkeit. Die Branche trägt dadurch wesentlich zum Abbau der Arbeitslosigkeit bei und erfüllt eine Brückenfunktion.
Zeitarbeit ist unverzichtbar für eine Dynamik von Arbeitsmärkten, in denen gesamtwirtschaftliches Wachstum schnell in spürbaren Beschäftigungsaufbau münden soll. Aber auch in wirtschaftlich schwierigen Zeiten schafft sie Wettbewerbsfähigkeit: Den Unternehmen wird dadurch die nötige Flexibilität in der Personalpolitik und die Sicherung von Stammarbeitsplätzen ermöglicht. Zeitarbeit ersetzt kein Stammpersonal, sondern schafft zusätzliche Beschäftigungsmöglichkeiten. Zeitarbeit ist reguläre, vollwertige und sozialversicherungspflichtige Beschäftigung. Die aktuellen Zahlen der Bundesagentur für Arbeit belegen, dass 92 % aller Zeitarbeitnehmer sozialversicherungspflichtig beschäftigt sind, fast 80 Prozent arbeiten in Vollzeit. Auf die Arbeitsverhältnisse findet selbstverständlich das gesamte Arbeits- und Tarifrecht Anwendung.

Das geltende deutsche Recht entspricht darüber hinaus bereits heute den strengen europäischen Vorgaben; es geht sogar teilweise darüber hinaus. So gilt z. B. in Deutschland das gesamte Befristungsrecht für die Zeitarbeit. Dies ist nach einer Entscheidung des Europäischen Gerichtshofs nicht zwingend.

Zeitarbeit ist Beschäftigungsmotor

Betrieben, die sonst auf neue Beschäftigung verzichten würden, ermöglicht der Einsatz von Zeitarbeitnehmern bereits zu Beginn des Aufschwungs, Beschäftigung aufzubauen und die Produktion trotz der wirtschaftlichen Unsicherheiten schnell an die Auftragslage anzupassen. Entgegen dem in der öffentlichen Diskussion entstehenden Eindruck, bei Zeitarbeit handele es sich um ein Massenphänomen, liegt die Zahl der Zeitarbeitskräfte in Deutschland bei knapp 3 Prozent aller Erwerbstätigen. Im europäischen Vergleich liegt Deutschland damit im Mittelfeld. Das Thema Ausbildung und Qualifizierung ist für Zeitarbeitsunternehmen von großer Bedeutung. Die Branche leistet dadurch einen wichtigen Beitrag zur Überwindung des Fachkräftemangels.

Gesetzentwurf gewährleistet tarifvertragliche Gestaltungsmöglichkeiten

Der am 1. Juni 2016 vom Bundeskabinett beschlossene Gesetzentwurf sieht Änderungen im Arbeitnehmerüberlassungsgesetz vor. So ist u. a. eine Höchstüberlassungsdauer von 18 Monaten vorgesehen. Von dieser Höchstüberlassungsdauer soll durch Tarifvertrag oder aufgrund eines Tarifvertrages in der Einsatzbranche durch Betriebsvereinbarung abgewichen werden können. Die vorgesehenen Regelungen bewahren aber die tarifvertraglichen Gestaltungsmöglichkeiten und stellen so zumindest sicher, dass der Einsatz von Zeitarbeit nicht erschwert und dadurch Arbeitsmarktchancen beeinträchtigt werden.

Der Schutz der Tarifautonomie zeigt sich auch in den Regelungen zum equal pay. Die noch im Arbeitsentwurf geplante Höchstgrenze zur Geltung der Tarifverträge von 15 Monaten ist im Kabinettsbeschluss zu Recht nicht mehr enthalten. Die inzwischen für zwölf Branchen vereinbarten Zuschlagstarifverträge können nun zeitlich unbegrenzt weiter gelten.
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