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Zeitarbeit

Zeitarbeit sichert Einstieg in Arbeit

Zeitarbeit ist ein Jobmotor des deutschen Arbeitsmarkts. Zwei Drittel der Zeitarbeitnehmer haben durch Zeitarbeit die Chance erhalten, Arbeitslosigkeit zu überwinden. 18 Prozent der Zeitarbeitnehmer waren zuvor ein Jahr und länger arbeitslos oder sogar ohne vorherige Beschäftigung. Die Alternative zur Zeitarbeit für diese Arbeitnehmer wäre der Verbleib in Arbeitslosigkeit. Die Branche trägt dadurch wesentlich zum Abbau der Arbeitslosigkeit bei und erfüllt eine Brückenfunktion.

Zeitarbeit ist unverzichtbar für eine Dynamik von Arbeitsmärkten, in denen gesamtwirtschaftliches Wachstum schnell in spürbaren Beschäftigungsaufbau münden soll. Aber auch in wirtschaftlich schwierige Zeiten schafft sie Wettbewerbsfähigkeit: Den Unternehmen wird dadurch die nötige Flexibilität in der Personalpolitik und die Sicherung von Stammarbeitsplätzen ermöglicht. Zeitarbeit ersetzt kein Stammpersonal, sondern schafft zusätzliche Beschäftigungsmöglichkeiten. Zeitarbeit ist reguläre, vollwertige und sozialversicherungspflichtige Beschäftigung. Auf die Arbeitsverhältnisse finden selbstverständlich das gesamte Arbeits- und Tarifrecht Anwendung.

Zeitarbeit ist Beschäftigungsmotor

Aufgrund der Konjunktursensibilität ist die Zeitarbeitsbranche eine der ersten Branchen, in der nach einer Wirtschaftskrise wieder Personal aufgebaut wird. Nach dem Durchschreiten der Talsohle wächst der Bedarf an Beschäftigten, der aus Unsicherheit über die wirtschaftliche Entwicklung zunächst zu einem großen Teil über Zeitarbeit gedeckt wird. Betriebe, die sonst auf neue Beschäftigung verzichten würden, ermöglicht der Einsatz von Zeitarbeitnehmern bereits zu Beginn des Aufschwungs, Beschäftigung aufzubauen und die Produktion trotz der wirtschaftlichen Unsicherheiten schnell an die Auftragslage anzupassen. Entgegen dem in der öffentlichen Diskussion entstehenden Eindruck, bei Zeitarbeit handele es sich um ein Massenphänomen, ist die Zahl der Zeitarbeitskräfte in Deutschland bei 2 Prozent aller Erwerbstätigen. Im europäischen Vergleich liegt Deutschland damit im Mittelfeld. Das Thema Ausbildung und Qualifizierung ist für Zeitarbeitsunternehmen von großer Bedeutung. Die Branche leistet dadurch einen wichtigen Beitrag zur Überwindung des Fachkräftemangels.

Deutsches Zeitarbeitsrecht entspricht europäischen Grundsätzen

Der Koalitionsvertrag sieht Änderungen im Arbeitnehmerüberlassungsgesetz vor. So soll u. a. eine Höchstüberlassungsdauer von 18 Monaten eingeführt werden. Von dieser Höchstüberlassungsdauer kann durch Tarifvertrag oder aufgrund eines Tarifvertrages in der Einsatzbranche durch Betriebsvereinbarung abgewichen werden. Eine Änderung des deutschen Rechts, insbesondere die Einführung einer Höchstüberlassungsdauer ist nicht geboten, daher muss zumindest sichergestellt werden, dass sie den Einsatz von Zeitarbeit nicht erschwert und dadurch Arbeitsmarktchancen beeinträchtigt. Die vom Koalitionsvertrag vorgesehene Abweichung durch Tarifvertrag oder Betriebsvereinbarung ist daher unverzichtbar. Das geltende deutsche Recht entspricht ohnehin bereits heute den strengen europäischen Vorgaben; es geht sogar teilweise darüber hinaus. So gilt z. B. in Deutschland das gesamte Befristungsrecht für die Zeitarbeit. Dies ist nach einer Entscheidung des Europäischen Gerichtshofs nicht zwingend. Eine Höchstüberlassungsdauer muss darüber hinaus auf die Überlassung der konkreten Arbeitnehmer abstellen; der Arbeitsplatz und die Frage, wie lange er im Unternehmen besteht, ist der ungeeignete Anknüpfungspunkt für die Frage der Höchstüberlassung.

Die europäische Richtlinie zur Zeitarbeit betont, dass es den Tarifvertragsparteien möglich sein muss, von den gesetzlichen Vorgaben abzuweichen. Dies muss für die Höchstüberlassungsdauer ebenso wie für die vom Koalitionsvertrag vorgesehenen Änderungen bei der Vergütung der Zeitarbeitskräfte gewährleistet bleiben. Nach dem Willen der Koalitionspartner soll nach Ablauf des neunten Monats Equal Pay für die Beschäftigten der Zeitarbeit gelten. Das ist schon heute dadurch gesichert, dass es in vielen wichtigen Branchen Branchenzuschlagstarifverträge gibt. Diese Branchenzuschlagstarifverträge, die Vergütungen in Abhängigkeit von der Einsatzdauer vorsehen, entsprechen damit schon heute den Vorgaben der Koalitionspartner.

Tarifeinigung in der Zeitarbeit ist wegweisend

Am 17. September 2013 haben sich die Verhandlungsgemeinschaft Zeitarbeit (VGZ), bestehend aus BAP und iGZ, und die DGB-Tarifgemeinschaft auf neue Tarifregelungen geeinigt. Sie enthalten Entgeltsteigerungen von 8,50 Euro ab 1. Januar 2014 bis zu 9,00 Euro ab 1. Juni 2016 im Westen und 7,86 Euro ab 1. Januar 2014 bis 8,50 Euro ab 1. Juni 2016 im Osten. Das ist ein gutes Signal für die Zeitarbeit. Die Tarifvertragsparteien haben bereits einen Antrag gestellt, die Mindeststundenentgelte als Lohnuntergrenze verbindlich festzusetzen.
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