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PRESSE-INFORMATION Nr. 063/2010

Deutscher Arbeitgeberpreis für Bildung verliehen

Bildungseinrichtungen in Melsbach, Weiterstadt, Leipzig und Gelsenkirchen ausgezeichnet
BDA-Vizepräsident Dr. Gerhard F. Braun, Thomas Sattelberger, Personalvorstand der Deutschen Telekom AG, und Ulrich Weber, Personalvorstand der Deutschen Bahn AG, haben heute im Rahmen des Deutschen Arbeitgebertages in Berlin 2010 Leuchttürme der Bildungslandschaft prämiert. Die mit je 10.000 Euro dotierten Preise wurden in den Kategorien Frühkindliche Bildung, Schule, Berufsschule und Hochschule vergeben.

Der diesjährige Wettbewerb steht unter dem Motto „Startchancen verbessern – individuell fördern“. Ausgezeichnet wurden beispielhafte Konzepte der individuellen Förderung von Kindern, Schülern, Auszubildenden und Studierenden mit dem Ziel der Verbesserung ihrer Startchancen und der Entfaltung ihrer Potenziale.

Die Preisträger sind:
  • Kategorie „Frühkindliche Bildung“: Evangelische Kindertageseinrichtung Melsbach (Rheinland-Pfalz)
  • Kategorie „Schule“: Hessenwaldschule Weiterstadt
  • Kategorie „Berufsschule“: Berufsbildende Förderschule „Robert Blum“ Leipzig
  • Kategorie „Hochschule“: Fachhochschule Gelsenkirchen

„Bildung ist die zentrale Ressource, von der Wettbewerbsfähigkeit und Wohlstand abhängen. Umso schwerwiegender ist es, dass es uns in Deutschland bisher nicht gelungen ist, alle Talente zu entfalten. Zu oft ist der Bildungserfolg an die soziale Herkunft gebunden“, sagte BDA-Vize Dr. Braun anlässlich der Preisverleihung. „Wie es gelingen kann, gerade die Potenziale von jungen Menschen mit schlechten Startchancen besser zu entfalten, zeigen die vier Preisträger des diesjährigen Deutschen Arbeitgeberpreises für Bildung.“

Thomas Sattelberger, Personalvorstand der Telekom ergänzt: „Angesichts der stetig wachsenden Fachkräftelücke freut es mich ungemein zu sehen, dass jenseits von Rhetorik zunehmend gehandelt wird. Wenn wir brach liegende Talentreservoire erschließen wollen, ist Bildung der wichtigste Schlüssel – neben der Öffnung der Gesellschaft für Vielfalt und Durchlässigkeit. Ich danke den Preisträgern aus ganzem Herzen für ihre Kreativität und ihr Engagement.“

„Unternehmen sind auf gut ausgebildete Fachkräfte aus allen berufsbefähigenden Bereichen unseres Bildungssystems angewiesen“, betont DB-Personalvorstand Ulrich Weber. „Unterschiedliche Startchancen und die Vielfalt der Talente der jungen Menschen brauchen eine individuelle Förderung, die so früh wie möglich beginnt. Darum muss es uns allen gemeinsam gehen. Die Preisträger des diesjährigen Arbeitgeberpreises zeigen eindrucksvoll, wie auf intelligente Weise die Begabungen jedes Einzelnen entfaltet werden können.“

Die Preisträger: (Per Klick auf das Bild, öffnet sich die Großansicht!)

Evangelische Kindertagesstätte Melsbach
Die evangelische Kindertageseinrichtung Melsbach ist ein vorbildliches Beispiel, wie vorschulische Einrichtungen ihren Bildungsauftrag altersgerecht wahrnehmen können. Sie begleitet Kinder ab einem Alter von acht Monaten bis zum Schuleintritt, stellt die individuelle Förderung der Kinder in den Mittelpunkt und bindet dabei viele Partner aktiv in ihre Arbeit ein.

Geschulte Erzieherinnen und Erzieher beobachten und dokumentieren kontinuierlich den Entwicklungs- und Lernprozess der Kinder. Eltern und Kinder können die individuellen Portfolios jederzeit einsehen. Innerhalb der Einrichtung sind die Übergänge zwischen den Altersgruppen bestens verzahnt. Darüber hinaus steht die örtliche Grundschule mit der Kindertageseinrichtung in engem Kontakt.

Der Leitgedanke der individuellen Förderung spiegelt sich auch im Umgang mit naturwissenschaftlichen Themen wider. Sobald ein Kind seinen „Werkstattpass“ gemacht und dabei den richtigen Umgang mit Werkzeugen erlernt hat, darf es in einer Holzwerkstatt eigenständig experimentieren und forschen.

Hessenwaldschule Weiterstadt
Die Hessenwaldschule in Weiterstadt mit rund 720 Schülern hat sich vor einigen Jahren völlig neu aufgestellt und das Konzept eines individualisierten und kompetenzorientierten Lernens umgesetzt. Es dominiert nicht mehr der Frontalunterricht, sondern das eigenständige, systematische Lernen der Schüler unter Anleitung der Lehrer.

Mit Aufnahme in Klasse 5 stellen die Lehrkräfte die individuelle Lernausgangslage eines jeden Kindes fest und entwickeln auf dieser Basis ein persönliches Lernprogramm. Die Eltern sind durch modularisierte Arbeitspläne immer über Lernprozess und Lernstand informiert. Alle Leistungen werden dokumentiert. Das Arbeits- und Sozialverhalten der Jugendlichen hat sich dadurch positiv verändert.

Für Schüler mit besonderem Förderbedarf oder aus bildungsfernen Elternhäusern gibt es zusätzliches „betreutes Lernen“ am Nachmittag. Die Kooperation der Schule mit einer Vielzahl externer Experten ist dabei außerordentlich eng.

Berufsbildende Förderschule „Robert Blum“ Leipzig
In der Berufsbildenden Förderschule „Robert Blum“ Leipzig wird unter dem Stichwort „Bildungskette“ ein systematischer Ansatz verfolgt, der eine individuelle Förderung kontinuierlich von der Berufsorientierung und -vorbereitung über die Ausbildung bis hin zur Beschäftigung vor-sieht. Dabei wird ein besonderes Augenmerk darauf gelegt, dass die Übergänge in die Ausbildung und in den Beruf gelingen. An diesen Schnittstellen wird intensiv mit den jeweiligen Akteuren, z. B. der abgebenden Schule, Ausbildungsbetrieben bzw. der Arbeitsagentur, kooperiert.

Die Schüler werden von ihren Lehrern, Sozialpädagogen und Ausbildern begleitet und individuell gefördert. Hierzu werden Selbsteinschätzungen durch die Auszubildenden vorgenommen, Förderpläne erstellt sowie Zielvereinbarungen abgeschlossen. Im Blick ist dabei nicht nur die fachliche Qualifizierung, sondern auch die Persönlichkeitsentwicklung der Schüler.

Zur Qualitätssicherung führt die Schule einen Evaluierungsprozess durch und lässt ihre Arbeit von der Universität Leipzig wissenschaftlich begleiten.

Fachhochschule Gelsenkirchen
Mit ihrem Konzept FH-INTEGRATIV macht es sich die Fachhochschule Gelsenkirchen zur Kernaufgabe, alle Bildungspotenziale ihrer Region optimal zu entfalten, Durchlässigkeit zu verwirklichen und Aufstieg durch Bildung zu ermöglichen. Hierbei arbeitet sie eng mit ihrem politischen, gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Umfeld zusammen.

Als Teil des Hochschulentwicklungsplans stellen Vielfalt und individuelle Förderung klare Profilmerkmale der Hochschule dar. Indem sie ein eigenes Bildungsmonitoring etabliert, kontrolliert sie regelmäßig den Erfolg ihrer Maßnahmen und kann neue Herausforderungen frühzeitig erkennen.

Die Fachhochschule Gelsenkirchen nimmt die Vielfalt der familiären Hintergründe und Bildungsbiografien in ihrem Umfeld als Chance wahr und stimmt ihre Strategie auf diese ab. Sie verfolgt damit das Ziel, Eintrittsbarrieren zu überwinden und so die Übergangsquote aus der Schule in die Hochschule zu erhöhen, aber auch Studienabbrüche zu verhindern und mehr Absolventen zum Erfolg zu führen.


PRESSE - INFORMATION Nr. 063/2010, 23. November 2010

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