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MINT-Qualifikationen

Engpass bei MINT-Nachwuchs hemmt Wachstum und Innovationen

Der Wirtschaftsstandort Deutschland ist gefährdet durch den Mangel an Nachwuchs in den MINT-Qualifikationen (Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik). Der Engpass an naturwissenschaftlich-technisch qualifizierten Fachkräften ist ein strukturelles Problem, das heute schon als Wachstums- und Innovationsbremse einen hohen Wertschöpfungsverlust für die deutsche Volkswirtschaft verursacht – mit steigender Tendenz.

Ohne Gegenmaßnahmen werden im Jahr 2020 auf zehn Personen im Alter 55 bis 64 mit MINT-Qualifikationen nur sieben entsprechend qualifizierte 25- bis 34-Jährige kommen. Auch im internationalen Vergleich schneidet Deutschland schlecht ab: Während es im OECD-Durchschnitt unter 100.000 Personen im Alter zwischen 25 und 34 Jahren rund 1.160 MINT-Absolventen gibt, sind es in Deutschland nur etwa 850. Der durch den Engpass an naturwissenschaftlich-technisch qualifizierten Fachkräften verursachte Wertschöpfungsverlust für die deutsche Volkswirtschaft wird vom Institut der Deutschen Wirtschaft (IW) auf 18,5 Mrd. Euro für das Jahr 2006 beziffert. Dies entspricht etwa 0,8 Prozent des Bruttoinlandsprodukts.

Die MINT-Fachkräftelücke, die sich aus der Differenz der Vakanzen und der Arbeitslosigkeit im MINT-Segment berechnet, lag im Februar 2011 bei 117.400 Personen mit steigender Tendenz. Gegenüber dem Vormonat entsprach dies einer Zunahme von knapp 22 Prozent bzw. 21.000 Personen. Absolut ist dies die größte Zunahme, die seit dem Jahr 2000 erzielt wurde. Nie zuvor nahm die MINT-Lücke seit diesem Jahr von einem Monat auf den nächsten in einem so großen Umfang zu. Höchststände erreichte die MINT-Lücke im Oktober 2000 mit knapp 181.000 Personen sowie im September 2008 bei einem Stand von rund 144.000 Personen. Nähere Informationen sind im MINT-Trendreport 2011 zu finden.


Gemeinsame Plattform für MINT

Die 2008 von BDA und BDI ins Leben gerufene Initiative „MINT Zukunft schaffen” will unter der Schirmherrschaft von Bundeskanzlerin Angela Merkel den zahlreichen, seit vielen Jahren erfolgreich wirkenden MINT-Einzelinitiativen der Verbände und Unternehmen eine gemeinsame Plattform bieten, um Veränderungen zu bewirken und politischen Forderungen entscheidenden Nachdruck zu verleihen.

Die Forderung ist klar: Alle Schüler sollen durchgehend bis zum Abitur zwei naturwissenschaftliche/technische Fächer belegen. Derzeit absolvieren lediglich 20 Prozent aller weiblichen Studierenden ein MINT-Studium. Ziel ist es, diesen Anteil auf 35 Prozent zu steigern. Gleichzeitig muss es gelingen, die extrem hohen Abbrecherquoten von bis zu 34 Prozent in den MINT-Studiengängen deutlich zu senken. Für zahlreiche Handlungsfelder haben wir den Beitrag der Wirtschaft zur Erreichung dieser Ziele formuliert. Insbesondere soll es gelingen, die Zahl der dualen MINT-Studiengänge und damit auch der Absolventen um 50 Prozent zu erhöhen.

Botschafter werben für MINT

"MINT Zukunft schaffen" bündelt die derzeit knapp 1000 Projekte der Unternehmen und Verbände sowie weiterer Partner aus Gesellschaft und Wissenschaft und bildet so ein Netzwerk aus rd. 64.500 Unternehmen, Schulen und Hochschulen, das 3,5 Millionen Jugendliche, Studierende, Lehrende und Eltern erreicht. Aktuell informieren rd. 3.600 MINT-Botschafter Schüler über attraktive Karrierewege in MINT-Berufen und die entsprechenden Ausbildungswege und stehen als Mentoren für Studierende zur Verfügung. Das MINT-Meter, das ab 2011 zu einem umfangreichen MINT-Arbeitsmarkt Trendreport ausgebaut wird, stellt komprimiert Zahlen und Fakten - insbesondere zur MINT-Lücke und zu Indikatoren aus dem MINT-Nachwuchsbereich - bereit..
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