Frühkindliche Bildung

Kindertageseinrichtungen qualitativ ausbauen

Damit alle Kinder mit den gleichen guten Startbedingungen in die Schule wechseln können, sind Kindertageseinrichtungen zu Bildungseinrichtungen auszubauen und ist die Aus- und Weiterbildung der Frühpädagoginnen und Frühpädagogen zu professionalisieren.
Internationale empirische Studien zeigen, dass die Qualität des gesamten Bildungssystems entscheidend von der Qualität der frühkindlichen Bildung abhängt. Deshalb ist es wichtig, dass Kinder bereits vor Schulbeginn Bildung erfahren, gezielt lernen und systematisch gefördert werden. Die Effektivität einer frühen Förderung ist am größten und schafft eine vergleichsweise hohe „Rendite“. Erst ein Ausbau der frühkindlichen Bildung kann zudem die Chancen- und Bildungsgerechtigkeit erhöhen, die in Deutschland eine besondere Herausforderung ist. Die Frühkindliche Bildung ist daher ein zentrales bildungs- und gesellschaftspolitisches Thema.

Bildung ausbauen

Die Kindertageseinrichtung muss als Bestandteil des Bildungssystems verstanden und zur ersten Stufe des Bildungssystems ausgebaut werden. Die Bildungspläne müssen dafür effektiv umgesetzt werden. Das kindgerechte entdeckende Lernen gelingt nicht ohne Zutun, sondern bedarf systematischer und gezielter Anreize. Im Mittelpunkt muss die Stärkung der Grundkompetenzen der Kinder stehen: Eine wirksame Sprachförderung ist dabei ebenso wichtig wie der erste Umgang mit Zahlen, Relationen und Naturphänomenen, die Entwicklung der Grob- und Feinmotorik durch sportliche Aktivitäten sowie die Beschäftigung mit Musik und Kunst zur Förderung der Kreativität. Die Kultusministerien stehen in der Verantwortung, für die frühkindliche Bildung bundesweite Standards zu vereinbaren und für die Umsetzung zu sorgen.

Alle Kinder früh fördern

Bis zu 30 Prozent der Schulanfänger weisen Sprachentwicklungsstörungen auf. Auch gehen Migrantenkinder und Kinder aus bildungsfernen Familien zu selten oder zu spät in eine Kindertageseinrichtung. Deshalb ist eine je nach Bedarf möglichst frühe gezielte Förderung in der Kindertageseinrichtung notwendig. Die Beobachtung und Diagnostik der Kinder und die darauf folgenden Fördermaßnahmen sind in einem Portfolio zu dokumentieren, das in der Grundschule fortgeführt wird. Dabei sind auch die Eltern aktiv einzubeziehen. Nur mit den Eltern zusammen wird Nachhaltigkeit erreicht.

Die Neujustierung des Kindergartens erfordert auch eine Neuausrichtung der Ausbildung des Kindergartenpersonals. Dazu gehören ein wissenschaftlich fundiertes praxisnahes Hochschulstudium für die Kindergartenleitung und eine hochwertige anschlussfähige Ausbildung an der Fachschule für die weiteren Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen. Ebenso wichtig sind qualitativ gute Weiterbildungsangebote sowie Möglichkeiten zum professionellen Erfahrungsaustausch für die jetzigen Angestellten in der Übergangszeit.
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