Familienpolitik / Chancengleichheit

Frauen werden im Berufsleben immer erfolgreicher

Die Vereinbarkeit von Familie und Beruf ist ein wesentlicher Bestandteil von Chancengleichheit. Nicht zuletzt auch die demografische Entwicklung sowie der Fachkräftemangel erfordern ein schnelles Handeln von Politik, Gesellschaft und Wirtschaft. Die Unternehmen reagieren mit einer auf Familienfreundlichkeit und Chancengleichheit ausgerichteten betrieblichen Personalpolitik.

Junge Frauen haben eigene Vorstellungen wie ihr persönlicher Lebensweg verlaufen soll. Zwischen 80 und 90 Prozent der Frauen unter 30 Jahren wollen eine gute Ausbildung absolvieren, finanziell unabhängig sein und sich nicht zwischen Beruf und Familie entscheiden müssen. Sie wollen berufliche Ziele mit privaten Wünschen vereinen.

Im Im Berufsleben werden Frauen immer erfolgreicher. Die Frauenerwerbsquote in Deutschland steigt seit Jahren und liegt damit über dem Durchschnitt der EU-27-Staaten von rund 58,2 Prozent. Auch immer mehr Frauen werden Unternehmerinnen. Mittlerweile sind rund ein Drittel aller Selbstständigen in Deutschland Frauen und etwa 28 Prozent aller Führungspositionen in Deutschland mit Frauen besetzt. Allerdings stellen sich die Fortschritte nur langsam ein, wofür es komplexe und vielfältige Ursachen gibt.

Ursachen und Hemmnisse

Entscheidend ist nach wie vor der Mangel an ausreichenden Kinderbetreuungsmöglichkeiten und Ganztagsschulangeboten. Damit werden der Vereinbarkeit von Familie und Beruf nach wie vor Grenzen gesetzt. Auch gesellschaftliche Rollenbilder, welche die Familien- und Erziehungsarbeit als vorrangige Aufgabe der Frauen sehen, prägen noch stark das Erwerbsverhalten vieler Frauen. Fehlanreize in der Familienpolitik führen dazu, dass Frauen öfter und länger ihre Erwerbstätigkeit unterbrechen und anschließend oftmals nur in Teilzeit zurückkehren. Damit kommen Frauen auf der Karriereleiter vielfach gar nicht erst so weit voran, um in der Auswahl für eine Führungsposition zur Verfügung zu stehen. Erschwerend wirkt aber auch das einseitige Studien- und Berufswahlspektrum von Frauen. Mehr als die Hälfte der Berufsanfängerinnen entscheidet sich für nur 10 von 344 Ausbildungsberufen. Auch im Studium belegen die meisten Frauen noch geistes-, sozial- und kulturwissenschaftliche Fächer. Dabei bietet das gesamte Spektrum an Ausbildungsberufen und Studiengängen, insbesondere mit technischem oder naturwissenschaftlichem Bezug, noch viel größere Entwicklungsmöglichkeiten. Durch den Fachkräftemangel bieten technische und naturwissenschaftliche Berufe besonders gute Perspektiven.

Engagement der Wirtschaft

Die 4. Bilanz Chancengleichheit belegt erneut, dass die BDA und ihre Mitglieder Frauen beim Übergang ins Erwerbsleben und im Erwerbsleben durch zahlreiche Projekte und Initiativen unterstützen. Dazu zählen z. B. der Girl’s Day, die Initiative „MINT Zukunft schaffen“ oder auch das Netzwerk SCHULEWIRTSCHFT. Vor allem gibt es eine Vielzahl von Angeboten zur Vereinbarkeit von Beruf und Familie und zur Aufstiegsförderung von Frauen.

Die Unternehmen haben die Bedeutung einer auf Familienfreundlichkeit und Chancengleichheit ausgerichteten betrieblichen Personalpolitik längst erkannt. In Zeiten des demografischen Wandels ist dies vor allem für kleine und mittlere Unternehmen im Wettbewerb um qualifizierte Fachkräfte wichtig. Heute bieten fast 100 Prozent der Unternehmen in Deutschland Maßnahmen zur Vereinbarkeit von Beruf und Familie an, z. B. im Bereich einer flexiblen Arbeitszeitgestaltung oder beim beruflichen Wiedereinstieg. Mentoringprogramme und Coachings zur Unterstützung des beruflichen Aufstiegs von Frauen sind ebenfalls Instrument der Personalentwicklung.
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