Einkommen
Bürger brauchen mehr Netto im Portemonnaie
Die Verteilung des gesellschaftlichen Reichtums ist von zentraler Bedeutung für die wirtschaftliche, soziale und kulturelle Entwicklung eines Landes. Im Hinblick auf hohes Wirtschaftswachstum und hohe Beschäftigtenzahlen lauten die Forderungen daher: Umverteilung begrenzen und Abgabenkeil senken.
In Deutschland erfolgt die Umverteilung von oben nach unten: Das obere Drittel der Haushalte trägt 60 Prozent der Finanzierungslast und erhält 11 Prozent aller Transferleistungen. Das einkommensschwächste Drittel bringt 5 Prozent aller Steuern und Sozialabgaben auf, bezieht aber fast 60 Prozent aller Transfers. Laut OECD belastet kaum ein anderes Land Löhne und Gehälter so sehr mit Abgaben wie Deutschland. Darunter leidet insbesondere die breite Masse der Bezieher mittlerer Einkommen.
Nach Angaben des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW) haben sich die Haushaltsnettoeinkommen in Deutschland von 1992 bis 2007 preisbereinigt um 11 Prozent erhöht, von 17.009 Euro auf 18.932 Euro. Trotz der vergleichsweise guten Konjunktur vor der Finanz- und Wirtschaftskrise stagnieren die Einkommen vor allem wegen der hohen Inflationsrate. Die Lohnquote, der Anteil der Einkommen aus abhängiger Beschäftigung am Volkseinkommen, sank von 2000 bis 2008 von 72 Prozent auf unter 65 Prozent. 2011 stieg sie wieder auf 67,2 Prozent. Gestiegen sind auch die Unternehmens- und Vermögenseinkommen der privaten Haushalte. Ihr Anteil am Volkseinkommen nahm zwischen 2000 und 2011 von 27,9 Prozent auf 32,8 Prozent zu. Das ist kein Beleg für die zunehmende Schere zwischen „Arm und Reich“, sondern in weiten Teilen auf den steigenden Anteil alter, nicht mehr erwerbstätiger Menschen zurückzuführen, die überdurchschnittlich oft auf Einkommen aus Vermögen zurückgreifen können.
Abgabenkeil zurückfahren
In Deutschland lag der Abgabenkeil zwischen Arbeitskosten und Nettolöhnen im Jahr 2010 deutlich über dem Durchschnitt der OECD-Länder, teilweise sogar an der Spitze. Während zum Beispiel die Abgabenbelastung eines ledigen Durchschnittsverdieners im OECD-Durchschnitt 34,9 Prozent der Arbeitskosten betrug, erreichte sie in Deutschland 49,1 Prozent. Von dem was ein lediger Durchschnittsverdiener seinen Arbeitgeber kostet, erhält er netto knapp die Hälfte ausgezahlt. Verantwortlich für den hohen Abgabenkeil in Deutschland sind vor allem die Sozialversicherungsbeiträge, die rund zwei Drittel des Abstandes zwischen Brutto-Arbeitskosten und Netto-Arbeitsentgelt ausmachen. Der beste Weg zur Senkung der lohnbezogenen Sozialversicherungsbeiträge sind Ausgaben reduzierende Strukturreformen.
Armutsrisiko und Arbeitslosigkeit verringern
Laut EU-Definition ist arm, wer weniger als 60 Prozent des mittleren Haushaltsnettoeinkommens erhält. In Deutschland lag für einen Alleinstehenden diese Grenze 2009 bei 940 Euro, für zwei Erwachsene mit zwei Kindern unter 14 Jahren bei 1.973 Euro im Monat. Die mit der konjunkturellen Erholung seit 2006 einhergehende rückläufige Arbeitslosigkeit in Deutschland hat 2007 das Armutsrisiko erstmals seit 10 Jahren wieder sinken lassen. Die Quote der Haushalte mit Armutsrisiko betrug zuletzt im Jahr 2009 15,6 Prozent.
Arbeitslosigkeit ist der wichtigste Faktor für das Armutsrisiko: Je stärker ein Haushalt von Arbeitslosigkeit betroffen ist, desto größer ist das Armutsrisiko. Niedrigere Sozialversicherungsbeiträge fördern die Entstehung neuer Beschäftigung und sichern bestehende Arbeitsplätze. Über die Verringerung der Lohnzusatzkosten sinken die Arbeitskosten, wodurch die Rentabilität von Arbeitsplätzen positiv beeinflusst wird. Zugleich verringern sie den Druck, vorhandene Arbeitsplätze aus Kostengründen ins Ausland zu verlagern bzw. Arbeit durch Maschinen zu ersetzen. Mindestlöhne sind als Instrument gegen Armut untauglich: Sind sie zu hoch, vernichten sie Arbeitsplätze, andernfalls sind sie wirkungslos.
Nach Angaben des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW) haben sich die Haushaltsnettoeinkommen in Deutschland von 1992 bis 2007 preisbereinigt um 11 Prozent erhöht, von 17.009 Euro auf 18.932 Euro. Trotz der vergleichsweise guten Konjunktur vor der Finanz- und Wirtschaftskrise stagnieren die Einkommen vor allem wegen der hohen Inflationsrate. Die Lohnquote, der Anteil der Einkommen aus abhängiger Beschäftigung am Volkseinkommen, sank von 2000 bis 2008 von 72 Prozent auf unter 65 Prozent. 2011 stieg sie wieder auf 67,2 Prozent. Gestiegen sind auch die Unternehmens- und Vermögenseinkommen der privaten Haushalte. Ihr Anteil am Volkseinkommen nahm zwischen 2000 und 2011 von 27,9 Prozent auf 32,8 Prozent zu. Das ist kein Beleg für die zunehmende Schere zwischen „Arm und Reich“, sondern in weiten Teilen auf den steigenden Anteil alter, nicht mehr erwerbstätiger Menschen zurückzuführen, die überdurchschnittlich oft auf Einkommen aus Vermögen zurückgreifen können.
Abgabenkeil zurückfahren
In Deutschland lag der Abgabenkeil zwischen Arbeitskosten und Nettolöhnen im Jahr 2010 deutlich über dem Durchschnitt der OECD-Länder, teilweise sogar an der Spitze. Während zum Beispiel die Abgabenbelastung eines ledigen Durchschnittsverdieners im OECD-Durchschnitt 34,9 Prozent der Arbeitskosten betrug, erreichte sie in Deutschland 49,1 Prozent. Von dem was ein lediger Durchschnittsverdiener seinen Arbeitgeber kostet, erhält er netto knapp die Hälfte ausgezahlt. Verantwortlich für den hohen Abgabenkeil in Deutschland sind vor allem die Sozialversicherungsbeiträge, die rund zwei Drittel des Abstandes zwischen Brutto-Arbeitskosten und Netto-Arbeitsentgelt ausmachen. Der beste Weg zur Senkung der lohnbezogenen Sozialversicherungsbeiträge sind Ausgaben reduzierende Strukturreformen.
Armutsrisiko und Arbeitslosigkeit verringern
Laut EU-Definition ist arm, wer weniger als 60 Prozent des mittleren Haushaltsnettoeinkommens erhält. In Deutschland lag für einen Alleinstehenden diese Grenze 2009 bei 940 Euro, für zwei Erwachsene mit zwei Kindern unter 14 Jahren bei 1.973 Euro im Monat. Die mit der konjunkturellen Erholung seit 2006 einhergehende rückläufige Arbeitslosigkeit in Deutschland hat 2007 das Armutsrisiko erstmals seit 10 Jahren wieder sinken lassen. Die Quote der Haushalte mit Armutsrisiko betrug zuletzt im Jahr 2009 15,6 Prozent.
Arbeitslosigkeit ist der wichtigste Faktor für das Armutsrisiko: Je stärker ein Haushalt von Arbeitslosigkeit betroffen ist, desto größer ist das Armutsrisiko. Niedrigere Sozialversicherungsbeiträge fördern die Entstehung neuer Beschäftigung und sichern bestehende Arbeitsplätze. Über die Verringerung der Lohnzusatzkosten sinken die Arbeitskosten, wodurch die Rentabilität von Arbeitsplätzen positiv beeinflusst wird. Zugleich verringern sie den Druck, vorhandene Arbeitsplätze aus Kostengründen ins Ausland zu verlagern bzw. Arbeit durch Maschinen zu ersetzen. Mindestlöhne sind als Instrument gegen Armut untauglich: Sind sie zu hoch, vernichten sie Arbeitsplätze, andernfalls sind sie wirkungslos.
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