Corporate Social Responsibility (CSR)

Vielfältigkeit von CSR erhalten

Corporate Social Responsibility (CSR) beschreibt das gesellschaftliche Engagement von Unternehmen über gesetzliche Regulierung hinaus. Grundvoraussetzung für erfolgreiche CSR-Strategien ist, dass Unternehmen ihr gesellschaftliches Engagement nach den jeweiligen Unternehmensspezifika ausrichten können. Kreativität und Flexibilität dürfen daher nicht beeinträchtigt werden.

Unternehmen tragen ein hohes Maß an Verantwortung für Umwelt und Gesellschaft im In- und Ausland. Sie setzen sich z. B. mit Betriebskindergärten und Gesundheitskampagnen für ihre Mitarbeiter ein, reduzieren mit Ökoeffizienz-Analysen und Energie-Spar-Systemen den Energieverbrauch und fördern Kunst, Kultur und Sport. Im internationalen Kontext engagieren sie sich beispielsweise für die Sicherstellung von Sozialstandards in der Zulieferkette, im Bereich Gesundheitsschutz und HIV-Prävention und unterstützen den Kampf gegen Kinderarbeit und Korruption. Das gesellschaftliche Engagement der Unternehmen ist dabei nicht neu, sondern Teil der Unternehmenskultur. Tatsächlich engagieren sich Unternehmen für ihr gesellschaftliches Umfeld seitdem es Unternehmen gibt. Die deutschen Arbeitgeber präsentieren Beispiele für dieses Engagement auf dem Internetportal CSR-Germany (www.csrgermany.de).

Die Herausforderungen der Unternehmen in Bezug auf ihre gesellschaftliche Verantwortung sind abhängig von der Größe, der Branche und den Märkten, in denen das Unternehmen operiert. Die von einem Unternehmen gesetzten Schwerpunkte an ökologischen und sozialen Aktivitäten sind abhängig von der Unternehmenskultur sowie den Bedürfnissen der jeweiligen Stakeholder. Ein Berliner Bäcker steht vor ganz anderen gesellschaftlichen Herausforderungen als ein multinationales Textilunternehmen, das in Bangladesch produziert, ein Start-up Unternehmen in der IT-Branche trägt eine andere gesellschaftliche Verantwortung als ein Konzern der Energiewirtschaft. Die große Komplexität und Vielfältigkeit von CSR schließt daher Regulierung, Standardisierung und Zertifizierung aus. Wesentliches Merkmal von CSR ist, dass es freiwillig und mehr ist, als die Einhaltung gesetzlicher Vorschriften. Unternehmen müssen uneingeschränkt Handlungsmöglichkeiten haben, die jeweils besten CSR-Ansätze für sich entwickeln und umsetzen zu können. Basis für die gesellschaftliche Verantwortung eines jeden Unternehmens ist seine Wettbewerbskraft und die Fähigkeit, Gewinne zu erzielen, damit es investieren und seine Zukunftsfähigkeit sichern kann. Wirtschaftlicher Erfolg
und gesellschaftliche Verantwortung sind keine Gegensätze, sondern bedingen sich einander.

Vor diesem Hintergrund sind Initiativen zur gesetzlichen Berichterstattung über nichtfinanzielle Informationen entschieden abzulehnen. Diese verkennen den Wesenskern von CSR, nämlich die Freiwilligkeit des gesellschaftlichen Engagements von Unternehmen. Ein Berichtszwang würde auch zu einem erheblichen Zuwachs an Bürokratie für Unternehmen führen und in keinem Verhältnis zum Nutzen stehen. Die Förderung von Dialogprozessen und der Austausch von Best Practice sind sinnvoller als die geplanten Berichtspflichten. Unternehmen werden so unbürokratisch in ihrer Kreativität und ihrer Suche nach den besten Lösungen unterstützt.

Unterschiedliche Rollen von Regierungen und Unternehmen klar herausstellen

Wichtig in der zunehmenden Diskussion um CSR, gerade auch mit Hinblick auf das gesellschaftliche Engagement von Unternehmen im Ausland, ist zudem eine klare Abgrenzung der Rollenverteilung zwischen Staat und Unternehmen. Die Durchsetzung von Recht und Gesetz, die Umsetzung der grundlegenden Umwelt- und Sozialstandards sowie die Sicherstellung von Dienstleistungen von allgemeinem Interesse sind in aller erster Linie Aufgaben des Staats und können nicht auf Unternehmen delegiert werden. Dies käme einer Privatisierung ureigener staatlicher Aufgaben gleich. Die CSR-Debatte darf nicht dazu missbraucht werden, Unternehmen zu Lückenbüßern für staatliches Versagen zu machen.

Für eine zukunftsfähige Gesellschaft müssen neben Unternehmen auch alle anderen Akteure und Personenkreise ihren Beitrag leisten. Einseitig gesellschaftliches Engagement von Unternehmen einzufordern, ohne dass die Maßstäbe, die an die Wirtschaft gerichtet werden, auch für andere Teile der Gesellschaft gelten, wird keine nachhaltige Entwicklung bewirken.
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