Bildung

Bildung ist die zentrale Investition in unsere Zukunft und ein Standortfaktor. Von Bildung profitieren alle – die Menschen, die Wirtschaft und das Land als Ganzes. Wir brauchen daher eine Gesamtstrategie, die die Qualität von Bildung in allen Bereichen verbessert.

Nur eine umfassende Bildung von Persönlichkeit und Berufsfähigkeit ermöglicht wirkliche Teilhabe an der wirtschaftlichen, gesellschaftlichen und kulturellen Entwicklung. Nur mit gut qualifizierten Menschen können neue Ideen entwickelt und hochwertige Produkte und Dienstleistungen angeboten werden, die die Wettbewerbs- und Innovationsfähigkeit des Standortes Deutschland sichern. Bildungspolitik ist auch die wirksamste und nachhaltigste Sozialpolitik, denn nur wer ausreichend auf die Anforderungen in der modernen Wirtschaft und Gesellschaft vorbereitet ist, kann selbstständig sein Leben gestalten, ohne dauerhafte Transferleistungen auskommen und berufliche Chancen realisieren.

Bisher bleiben aber zu viele Potenziale durch Mängel im Bildungssystem ungenutzt: So verließen 2009 6,1 Prozent der Schulabgänger – das sind immerhin knapp 60.000 junge Menschen pro Jahr – die Schule ohne Abschluss. Unser Land braucht daher eine nachhaltige Prioritätensetzung bei der Bildung. Wir brauchen eine Gesamtstrategie, die die Qualität von Bildung in allen Bereichen verbessert. Wir unterstützen die begonnenen Reformen zur Verbesserung der Bildung in Deutschland.


Drei zentrale Leitlinien

Jetzt müssen weitere Schritte unternommen und an drei zentralen Leitlinien ausgerichtet werden:
  1. Mehr Selbstständigkeit und mehr Wettbewerb sind in allen Bildungsbereichen der Schlüssel zu mehr Qualität. Die BDA setzt sich für die Selbstständigkeit der Schulen und Hochschulen in Finanz-, Verwaltungs- und Personalfragen sowie für konsequente Entbürokratisierung und Dezentralisierung im Bildungsbereich ein.
  2. Die Abschottung der verschiedenen Bildungswege gegeneinander muss überwunden, die Durchlässigkeit des Bildungssystems und die internationale Vergleichbarkeit der Qualifikationen müssen verbessert werden. BDA engagieren sich für die Öffnung der Hochschulen, für Absolventinnen und Absolventen beruflicher Ausbildung über faire Auswahlverfahren.
  3. Der Fachkräftebedarf in naturwissenschaftlich-technischen Berufen wird bereits zur Wachstums- und Innovationsbremse. Zur quantitativen und qualitativen Sicherung des MINT-Nachwuchses (Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften, Technik) müssen Unterricht und Lehre in Schule und Hochschule hier Prioritäten setzen. BDA und BDI unterstützen dies mit der gemeinsamen Initiative „MINT Zukunft schaffen“.

Ziele bis zum Jahr 2015

Orientiert an diesen Leitlinien müssen Reformen in den einzelnen Bildungsbereichen voran gebracht werden. Ganz wesentlich ist, dass für die einzelnen Bildungsbereiche Ziele für das Jahr 2015 vereinbart werden. Hierzu gehören insbesondere:

  • Mindestens die Hälfte der Kindergartenleitungen muss über eine pädagogische Hochschulausbildung oder vergleichbare Kompetenzen verfügen.
  • Der Anteil der Schulabbrecher wird auf 4 Prozent und der Anteil nicht ausbildungsreifer Schülerinnen und Schüler auf 15 Prozent reduziert.
  • Der Anteil der 20-29-Jährigen ohne Ausbildungsabschluss wird auf 10 Prozent reduziert.
  • Der Anteil der beruflich Qualifizierten ohne formale Hochschulzugangsberechtigung, die ein Studium beginnen, wird von 2 Prozent auf 5 Prozent der Studienanfängerinnen und -anfänger gesteigert.

Die Wirtschaft ist sich ihrer Verantwortung für Bildung bewusst und leistet ihren Beitrag. Neben dem direkten Engagement in der betrieblichen Aus- und Weiterbildung, in das die Unternehmen jährlich weit über 50 Mrd. Euro investieren, stehen Unternehmen, Verbände und Bildungswerke der Wirtschaft Kindergärten, Schulen und Hochschulen als Kooperationspartner und Impulsgeber zur Verfügung. Sie engagieren sich in zahlreichen Projekten, die heute in keiner Statistik erfasst werden, auch finanziell insbesondere für eine stärkere frühkindliche Förderung, eine fundierte Berufsorientierung von Schülerinnen und Schülern sowie die Sicherstellung der Beschäftigungsfähigkeit von Hochschulabsolventen.

Bildung: Die Themen im Einzelnen