Bildung

Bildung ist die zentrale Investition in unsere Zukunft und ein Standortfaktor. Von Bildung profitieren alle – die Menschen, die Wirtschaft und das Land als Ganzes. Wir brauchen daher eine Gesamtstrategie, die die Qualität von Bildung in allen Bereichen sichert und verbessert.

Nur eine umfassende Bildung von Persönlichkeit und Berufsfähigkeit ermöglicht wirkliche Teilhabe an der wirtschaftlichen, gesellschaftlichen und kulturellen Entwicklung. Nur mit gut qualifizierten Menschen können neue Ideen entwickelt und hochwertige Produkte und Dienstleistungen angeboten werden, die die Wettbewerbs- und Innovationsfähigkeit des Standortes Deutschland sichern. Bildungspolitik ist auch die wirksamste und nachhaltigste Sozialpolitik, denn nur wer ausreichend auf die Anforderungen in der modernen Wirtschaft und Gesellschaft vorbereitet ist, kann selbstständig sein Leben gestalten, ohne dauerhafte Transferleistungen auskommen und berufliche Chancen realisieren.

Bisher bleiben aber zu viele Potenziale durch Mängel im Bildungssystem ungenutzt: Noch immer sind rund 17 Prozent der Jugendlichen nicht ausbildungsreif, liegen die Schulleistungen von Migrantenkindern zu sehr hinter den Leistungen anderer Kinder, ein Viertel der Ausbildungsverträge wird gleich wieder aufgelöst, ein Drittel der Studierenden bricht das Studium ohne Abschluss ab. Dies ist angesichts des bestehenden Fachkräftemangels in vielen wichtigen Branchen der Wirtschaft verheerend. Unser aller Ziel muss es sein, alle Potenziale auszuschöpfen, den Fachkräftebedarf zu sichern und damit jedem jungen Menschen wirkliche Chancen mitzugeben.

Vier Themen:

Wir sind überzeugt:

  1. Die Abschottung der verschiedenen Bildungswege gegeneinander muss überwunden, die Durchlässigkeit des Bildungssystems und die internationale Vergleichbarkeit der Qualifikationen müssen verbessert werden. Die BDA engagiert sich für die Öffnung der Hochschulen für Absolventinnen und Absolventen beruflicher Ausbildung über faire Auswahlverfahren. Die Diskussion um "Akademisierung" führt in die Irre: Wir brauchen sowohl berufliche als auch hochschulische Bildung. Kein Weg ist eine Sackgasse, sondern jeder bietet vielfältige Perspektiven und Anschlussmöglichkeiten.
  2. Der Fachkräftebedarf in naturwissenschaftlich-technischen Berufen wird bereits zur Wachstums- und Innovationsbremse. Zur quantitativen und qualitativen Sicherung des MINT-Nachwuchses (Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften, Technik) müssen Unterricht und Lehre in Schule und Hochschule hier Prioritäten setzen. BDA und BDI unterstützen dies mit der gemeinsamen Initiative „MINT Zukunft schaffen“.
  3. Qualität zu sichern und zu verbessern ist in allen Bildungsbereichen von zentraler Bedeutung. Mehr Selbstständigkeit und mehr Wettbewerb sind dabei ein Schlüssel zu mehr Qualität. Die BDA setzt sich für die Selbstständigkeit der Schulen und Hochschulen in Finanz-, Verwaltungs- und Personalfragen sowie für konsequente Entbürokratisierung und Dezentralisierung im Bildungsbereich ein. Systeme der Standard- und der Qualitätssicherung müssen dabei selbstverständlich sein.
  4. Neues Thema ist für uns die Digitalisierung. Sie bestimmt die Zukunftsfähigkeit unserer Wirtschaft und muss sich auch im Bildungssystem niederschlagen, das junge Menschen auf das Berufsleben in der digitalisierten Wirtschaft vorbereitet oder die Beschäftigten weiterbildet. Digitale Bildung ist als neue zentrale Aufgabe in allen Bildungsbereichen zu definieren.
Ziele

Unsere konkreten Ziele für die Bildungsbereiche in den nächsten Jahren sind insbesondere:

  • Kindertageseinrichtungen sind Bildungseinrichtungen. Mindestens die Hälfte der Kindergartenleitungen muss über eine pädagogische Hochschulausbildung oder vergleichbare Kompetenzen verfügen.
  • Der Anteil der Schulabbrecher wird weiter gesenkt und der Anteil nicht ausbildungsreifer Schülerinnen und Schüler nochmals deutlich reduziert. Migrantenkinder schließen in ihren Leistungen und bei den Abschlüssen zu Schülerinnen und Schüler ohne Migrationshintergrund auf. Auch starke Schülerinnen und Schüler werden besser gefördert und die Spitze verbreitert.
  • Der Anteil der 20-29-Jährigen ohne Ausbildungsabschluss wird auf 10 Prozent reduziert.
  • Der Anteil der beruflich Qualifizierten ohne formale Hochschulzugangsberechtigung, die ein Studium beginnen, wird von 2 Prozent auf 5 Prozent der Studienanfängerinnen und -anfänger gesteigert. Berufliche und hochschulische Bildung sind gleichwertig. Wer ein MINT-Studium beginnt, führt es auch zum Abschluss.
Die Wirtschaft ist sich ihrer Verantwortung für Bildung bewusst und leistet ihren Beitrag. Neben dem direkten Engagement in der betrieblichen Aus- und Weiterbildung, in das die Unternehmen jährlich weit über 50 Mrd. Euro investieren, stehen Unternehmen, Verbände und Bildungswerke der Wirtschaft den Kindertageseinrichtungen, Schulen und Hochschulen als Kooperationspartner und als Impulsgeber zur Verfügung. Sie engagieren sich in zahlreichen Projekten, die heute in keiner Statistik erfasst werden, auch finanziell insbesondere für eine stärkere frühkindliche Förderung, für eine fundierte Berufsorientierung von Schülerinnen und Schülern sowie für die Sicherstellung der Beschäftigungsfähigkeit von Hochschulabsolventen.


Bildung: Die Themen im Einzelnen