Ältere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter

Beschäftigung Älterer ist eine Erfolgsstory

Der wesentlich durch die BDA eingeleitete Paradigmenwechsel weg von einer Politik der Frühverrentung und hin zu einer höheren Beschäftigung Älterer war erfolgreich So ist die Erwerbstätigenquote der 55- bis unter 65- Jährigen zwischen 2000 und 2012 um mehr als die Hälfte von 37,4 Prozent auf 61,5 Prozent gestiegen. Bei den 60- bis unter 65-Jährigen hat sie sich seitdem sogar mehr als verdoppelt und lag zuletzt bei 46,5 Prozent (Eurostat, 2013).

Mehr Beschäftigung für ältere Arbeitnehmer ist – beschäftigungsförderliche gesetzliche Rahmenbedingungen vorausgesetzt – möglich und angesichts wachsender Fachkräfteengpässe und des voranschreitenden demografischen Wandels unverzichtbar. Die Unternehmen in Deutschland sind künftig noch stärker auf das Erfahrungswissen älterer Arbeitnehmer angewiesen. Dementsprechend haben sie zur Gewinnung und Bindung qualifizierter Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sowie für eine demografiefeste Gestaltung der betrieblichen Personalpolitik vielfältige Ansätze entwickelt, um mehr Ältere in Beschäftigung zu bringen bzw. länger im Unternehmen einzusetzen.

Die von der Politik in den letzten Jahren auf den Weg gebrachten Reformen zur Beseitigung von Frühverrentungsanreizen in der Arbeitslosen- und Rentenversicherung sowie die Anhebung des gesetzlichen Renteneintrittsalters waren wichtige Signale für mehr Beschäftigung Älterer. Damit sich der positive Trend bei der Beschäftigung Älterer fortsetzt, sind weitere Maßnahmen erforderlich.

Rahmenbedingungen weiter verbessern

Notwendig ist eine verlässliche Politik, die klare Signale und Rahmenbedingungen für alle Akteure setzt: Nicht nur die Unternehmen, auch die Arbeitnehmer müssen noch stärker dafür sensibilisiert werden, dass eine Verlängerung der Lebensarbeitszeit ohne Alternative ist. Deshalb darf an der Anhebung des gesetzlichen Rentenalters auf 67 Jahre kein Zweifel gelassen werden. Richtige Reformen dürfen nicht zurückgenommen werden, wie dies mit der 2008 erneut verlängerten, arbeitsmarktpolitisch kontraproduktiven Bezugsdauer des Arbeitslosengeldes für Ältere geschehen ist, sondern müssen im Gegenteil gezielt fortgesetzt werden. Nur wenn die Beschäftigung älterer Arbeitnehmer nicht schwieriger und teurer als die jüngerer ist, gibt es keine falschen Anreize, Jüngere zu bevorzugen. Die nach wie vor bestehenden gesetzlichen Hemmnisse gegen die Beschäftigung Älterer müssen daher konsequent weiter abgebaut werden.

Hinreichende Flexibilität ohne neue Frühverrentungsanreize sicherstellen

Da es trotz aller Anstrengungen nicht immer gelingen wird, Arbeitnehmer bis zum Erreichen der Regelaltersgrenze aktiv im Erwerbsleben zu halten, muss ein Ausbau der Beschäftigung Älterer auch in Zukunft durch flexible, individuelle Möglichkeiten zum Renteneintritt flankiert werden. Soweit vorzeitige Rentenzugänge ermöglicht werden, ist jedoch auf Kostenneutralität für die Rentenversicherung und damit die Beitragszahler zu achten und dafür zu sorgen, dass nicht neue Anreize geschaffen werden, die es für ältere Arbeitnehmer attraktiv machen, frühzeitig aus dem Erwerbsleben auszuscheiden. Die Möglichkeit, vorzeitig in Altersrente zu gehen, darf daher nicht dazu führen, dass dies auf Kosten derjenigen geht, die bis zum vollen Rentenalter arbeiten.
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