Beschäftigung

Der deutsche Arbeitsmarkt hat sich in den letzten Jahren erfreulich entwickelt. Die Zahl der Erwerbstätigen liegt auf Rekordniveau und der jahrzehntelange Trend einer steigenden konjunkturbereinigten Sockelarbeitslosigkeit konnte Dank richtiger Reformen gebrochen und umgekehrt werden. Die Sicherung der Fachkräftebasis und ein weiterer nachhaltiger Abbau der Arbeitslosigkeit müssen im Fokus der Arbeitsmarkt- und Beschäftigungspolitik stehen.

Angesichts der voranschreitenden Globalisierung, zunehmender Fachkräfteengpässe und des voranschreitenden demografischen Wandels werden ein flexibler Arbeitsmarkt und eine bessere Ausschöpfung inländischer Arbeitskräfteressourcen immer wichtiger. Die BDA setzt sich dabei besonders für bessere Beschäftigungschancen und eine weitere Erhöhung der Erwerbsbeteiligung von Frauen, älteren Arbeitnehmern, Migranten und Menschen mit Behinderungen ein. Darüber hinaus ist Deutschland auf qualifizierte Fachkräfte aus dem Ausland angewiesen und braucht parallel eine an den Bedürfnissen des Arbeitsmarktes orientierte Zuwanderung.

Ein wesentlicher Ansatzpunkt für mehr Beschäftigungsdynamik ist die konsequente Ausrichtung der sozialen Absicherung bei Arbeitslosigkeit und der Arbeitsförderung auf eine zügige Beschäftigungsaufnahme. Richtige Reformen in der Arbeitslosenversicherung und der Grundsicherung für erwerbsfähige Hilfebedürftige (Arbeitslosengeld II) sowie in der Arbeitsmarktpolitik belegen ebenso wie der grundlegende Umbau der Bundesagentur für Arbeit in den letzten Jahren, dass sich Strukturreformen für mehr Flexibilität und eine bessere Arbeitsvermittlung und -förderung auszahlen.

Allerdings ist das deutsche System steuer- und beitragsfinanzierter Sozialleistungen für Arbeitslose und der aktiven Arbeitsförderung weiterhin nicht optimal darauf ausgerichtet, einen zügigen Ausgleich zwischen Angebot und Nachfrage auf dem Arbeitsmarkt zu gewährleisten. Weitere Reformen am Arbeitsmarkt und die Einbettung in ein schlüssiges Gesamtkonzept für mehr Wachstum und Beschäftigung sind ohne Alternative, wenn das Ziel Vollbeschäftigung in Deutschland erreicht werden soll.

Zügige Aufnahme einer neuen Beschäftigung unterstützen

Die BDA setzt sich dafür ein, die soziale Absicherung von Arbeitslosen in einem flexiblen Arbeitsmarkt so zu gestalten, dass Eigenverantwortung und Mobilität gestärkt werden. Notwendig ist eine stärkere Konzentration der beitragsfinanzierten Arbeitslosenversicherung auf ihr Kerngeschäft sowie eine deutlich bessere Aktivierung, Vermittlung und gezielte Förderung gering Qualifizierter und Langzeitarbeitsloser im Bereich der Fürsorgeleistung Arbeitslosengeld II. Sozialleistungsansprüche in der Arbeitslosenversicherung und gegen den Staat müssen nicht nur eine angemessene soziale Absicherung im Falle der Arbeitslosigkeit gewährleisten, sondern auch beschäftigungsfördernd ausgestaltet sein.

Die soziale Sicherung darf nicht das Verharren im Transferleistungsbezug fördern, sondern muss die zügige Aufnahme einer neuen Beschäftigung gezielt unterstützen. Notwendig ist einerseits eine professionelle und passgenaue, an den Bedürfnissen des Arbeitsmarktes orientierte Vermittlung von Arbeitslosen. Andererseits gilt es Menschen, bei denen die Vermittlung in eine neue Tätigkeit nicht unmittelbar gelingt, bei der Rückkehr in den Arbeitsmarkt wirksam zu unterstützen. Grundlegende Voraussetzung dafür, dass Maßnahmen des Trainings, der Qualifizierung und der Mobilitätsunterstützung Erfolg haben, ist ein zielgenauer, effizienter Einsatz von Instrumenten der Arbeitsförderung.

Chancen flexibler Beschäftigungsformen konsequent nutzen

Flexible Beschäftigungsformen wie Zeitarbeit, befristete Arbeitsverhältnisse, Teilzeit und Minijobs haben entscheidend zum kräftigen Beschäftigungsaufbau der letzten Jahre beigetragen. Sie sind unverzichtbare Bausteine eines ausgewogenen Gesamtpaketes für mehr Arbeitsmarktdynamik insgesamt. Vielfach erleichtern sie den Einstieg in Arbeit und bieten neue Beschäftigungsperspektiven gerade auch für gering Qualifizierte und Langzeitarbeitslose. Dieser Einstieg darf nicht verbaut werden. Vielmehr müssen die Anstrengungen intensiviert werden, um mehr Menschen den beruflichen Aufstieg zu ermöglichen.


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