Deutscher Arbeitgeberpreis für Bildung 2012

Im Rahmen des Deutschen Arbeitgebertages prämierten heute in Berlin Ulrich Weber, Personalvorstand der Deutschen Bahn, und Prof. Dr. Marion Schick, Personalvorstand der Telekom, herausragende Leistungen in der Bildungsarbeit mit dem Deutschen Arbeitgeberpreis für Bildung. Die Preise sind mit je 10.000 Euro dotiert und werden in den Kategorien frühkindliche, schulische, berufliche und hochschulische Bildung vergeben.
Die ausgezeichneten Einrichtungen setzen beispielhaft das diesjährige Leitthema „Lehrende qualifizieren – Bildungserfolge sichern“ um. Sie zeigen damit, dass Lehrende, die erstklassig und praxisnah qualifiziert wurden, auf die Bildung und Förderung der Lernenden positiven Einfluss nehmen.

Die Preisträger sind:

  • Kategorie „Frühkindliche Bildung“: Betriebs-Kindertagesstätte ROKIDS Lingen/Ems, Niedersachsen
  • Kategorie „Schulische Bildung“: Integrierte Sekundarschule (ISS) an der Ringstraße, Berlin
  • Kategorie „Berufliche Bildung“: Berufskolleg für Technik des Märkischen Kreises, Nordrhein-Westfalen
  • Kategorie „Hochschulische Bildung“: Universität des Saarlandes
„Bildung ist unsere wichtigste Ressource. Von guter Bildung hängen nicht nur die Wettbewerbs- und Innovationsfähigkeit der Wirtschaft, sondern auch die persönliche Entwicklung jedes Einzelnen sowie der Wohlstand unserer Gesellschaft insgesamt ab. Eine besondere Verantwortung tragen diejenigen, die tagtäglich in Bildungseinrichtungen wertvolle Arbeit leisten“, erklärt BDA-Vizepräsident Dr. Gerhard F. Braun.

Ulrich Weber, Personalvorstand der Deutschen Bahn, ergänzt: „Nur eine gezielte Personalentwicklung sichert langfristig die Zukunftsfähigkeit eines Unternehmens. Dies gilt selbstverständlich auch für Bildungseinrichtungen, die von gezielten Maßnahmen der Mitarbeiterförderung profitieren. Denn der Bildungserfolg hängt unmittelbar von der Fähigkeit der Lehrenden ab, Kompetenzen zu vermitteln und individuell zu fördern. Es ist zu wünschen, dass sich noch mehr Bildungseinrichtungen ein Beispiel an unseren Preisträgern nehmen.“

Prof. Dr. Marion Schick, Personalvorstand der Telekom, betont: „Die Vielfalt der Lernenden stellt überall in Deutschland hohe Anforderungen an Erzieher und Lehrkräfte. Kindertagesstätten, Schulen und Hochschulen tragen Verantwortung dafür, dass ihre Mitarbeiter erfolgreich arbeiten können. Personalentwicklung muss deshalb fester Bestandteil der Arbeit in jeder Bildungseinrichtung werden. Gerade durch enge Kooperationen mit Partnern aus der Wirtschaft können Bildungseinrichtungen eine zielgerichtete und nachhaltige Qualitätsentwicklung vorantreiben. Die Preisträger zeigen eindrucksvoll, wie dies erfolgreich gelingen kann. Ich hoffe, dass diese guten Beispiele viele Nachahmer finden.“

Die Preisträger:

Betriebs-Kindertagesstätte ROKIDS Lingen/Ems

Die Tagesstätte der Firma Rosen im Emsland verfügt über ein transparentes und professionell strukturiertes Qualitätsmanagement mit einer gezielten Personalentwicklung. Der Qualifizierungsbedarf der Erzieherinnen wird dadurch systematisch erfasst. Besonderen Wert legt die Einrichtung auf ein offenes Arbeitsklima. Dafür hat das Team ein eigenes Konzept „Arbeitsklima“ entwickelt, mit dem Erzieherinnen zur Umsetzung eigener Initiativen und zur Fortbildung ermuntert werden. Die Kinder werden in der Tagesstätte nicht nur gefördert, sondern in die Projektarbeit aktiv einbezogen. Bildungsziele werden gemeinsam festgelegt, Angebote individuell geplant, durchgeführt und anschließend evaluiert. In ihren Projekten arbeitet die Einrichtung u. a. mit dem Haus der kleinen Forscher und dem Institut für Musik der Hochschule Osnabrück zusammen. (Foto v.l. Prof. Dr. Marion Schick, Matthias Demberger, Josephine Rosen)

Integrierte Sekundarschule (ISS) an der Ringstraße Berlin

Die ISS ist eine Schule, deren Schüler ganz unterschiedliche Ausgangslagen und daher auch verschiedene Förderbedarfe haben, beispielsweise beim Spracherwerb. Der Unterricht ist stark auf die individuelle Kompetenzentwicklung zugeschnitten. Intensiv werden die Lernenden als Mitgestaltende in die Schularbeit einbezogen. Kooperative Lernformen, Austausch und Feedback und sogar gemeinsame Fortbildungen von Lehrern und Schülern zeichnen die Arbeit der ISS aus. Dies erfordert eine passgenaue Personal und Kompetenzentwicklung der Lehrkräfte. Gezielte Fortbildungen werden in den Arbeitsalltag integriert, ermöglichen eine kontinuierliche Verbesserung und stärken die Professionalität der Lehrenden. Unter dem Leitmotiv „Leistung fördern und Förderung leisten“ werden so 95 Prozent der Schüler zu einem Abschluss geführt. (Foto v.l. Carola Hoppe, Paul Wellenreuther, Christof Beutgen, Hannelore Weimar, Helmut Ruppersberg, Anne Baumgarth)

Berufskolleg für Technik des Märkischen Kreises

Das Berufskolleg für Technik des Märkischen Kreises in Lüdenscheid zeichnet sich bereits seit vielen Jahren durch eine umfassende und systematische Personalentwicklung aus. Durch regelmäßige Befragungen der Lehrkräfte und individuelle Bilanz- und Orientierungsgespräche wird der Qualifizierungsbedarf systematisch erhoben und von Leitung und Lehrkräften gemeinsam in Maßnahmen übersetzt. Das Berufskolleg stellt vielfältige Instrumente der Kompetenzentwicklung wie z. B. Fortbildungen, Hospitationen und besondere Angebote für Quereinsteiger bereit. Individuelle Zielvereinbarungen, die Verankerung der Personalentwicklung im Schulprogramm sowie ihre enge Verknüpfung mit dem Leitungskonzept sichern Nachhaltigkeit. Vorbildlich ist auch die Vernetzung mit regionalen Partnern, insbesondere mit Schulen, der Universität Siegen und dem Institut für Lehrerausbildung. (Foto v.l. Dr. Jürgen Lehberger, Jörg Veit, Karl-Jürgen Schmidt, Werner Lemmert, Christof Beutgen, Oliver Biehl)

Universität des Saarlandes

Die Universität des Saarlandes hat sich eine bestmögliche Karriereentwicklung der Studierenden und Mitarbeiter als Ziel gesetzt. Sie berücksichtigt dabei die Tatsache, dass die Karrierewege der Studierenden wie auch der jungen Wissenschaftler sowohl in die Wissenschaft als auch in die Wirtschaft führen können. Im „Zentrum für Schlüsselkompetenzen“ bündelt sie daher umfangreiche hochschuldidaktische Angebote für Lehrende und studentische Tutoren mit Möglichkeiten der Weiterentwicklung von Schlüssel- und Führungskompetenzen sowie Karriereberatung für alle Mitgliedergruppen. Dabei werden auch Partner aus der Wirtschaft als Referenten, Ratgeber und Förderer einbezogen. Durch eine kontinuierliche Evaluation der Programme wird sichergestellt, dass das Angebot stets dem aktuellen Bedarf entspricht. (Prof. Dr. Marion Schick, Prof. Matthias Hannig, Dr. Birgit Roßmanith)
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