Pressekonferenz

Ein 8-Punkte-Katalog für eine bessere frühkindliche Bildung

Für den weiteren und nachhaltigen Ausbau der Kindertageseinrichtungen hat sich die BDA ausgesprochen. Jedes Kind soll eine Chance haben, sich zu entwickeln und die bestmögliche Bildung zu erhalten. Dieses Ziel will die BDA mit einem 8-Punkte-Katalog erreichen, den sie heute (19. Juli 2011) auf einer Pressekonferenz in Berlin vorstellte.
Gute Bildungssysteme zeichnen sich im internationalen Vergleich dadurch aus, dass die Förderung der Kinder weit vor der Schule beginnt. Der in Deutschland besonders enge Zusammenhang zwischen sozialer Herkunft und Bildungserfolg muss vor allem durch eine frühe Förderung weiter entkoppelt werden. Darüber herrscht mittlerweile in Politik und Gesellschaft Konsens; dennoch ist angesichts knapper öffentlicher Kassen zu beobachten, dass über dem quantitativen Aufbau der Betreuung - vor allem für Kinder unter drei Jahren - der qualitative Ausbau zu Bildungseinrichtungen vernachlässigt wird.

Die BDA hat sich zum Ausbau der Kindertageseinrichtungen als erste Stufe des Bildungssystems bekannt. Aus der Beobachtung heraus, dass zurzeit zu wenig auf Qualität gesetzt wird und daher die gewünschten Effekte verfehlt werden, formuliert die BDA in einem 8-Punkte-Katalog konkrete Forderungen.

Inhaltlich betont die Katalog die Wichtigkeit der frühkindlichen Bildung als Grundlage des weiteren Bildungs- und Lebensweges aller Kinder. Die Bildung in der Kindertageseinrichtung zielt auf Basiskompetenzen wie Eigenverantwortung und Gemeinschaftsfähigkeit und stärkt die lernende Persönlichkeit. Die Vermittlung von Sprachkompetenz ist heute dringlicher denn je. Hinzukommen müssen der erste Umgang der Kinder mit mathematischen Größen, Mengen und Relationen sowie Erfahrungen mit Phänomenen der Natur und Technik im forschenden Experimentieren. Die Kultusminister haben die Aufgabe, bundesweit gemeinsame und verbindliche Bildungsstandards zu vereinbaren und umzusetzen. An den gewachsenen Aufgaben der Frühpädagogen sind auch die Aus- und Fortbildung sowie die Bewertung und Bezahlung ihrer Arbeit zu orientieren. In der Finanzierung frühkindlicher Bildung plädiert die BDA für einen Ausbau der Infrastruktur statt einer Erhöhung von Kindergeld und Kinderfreibetrag und statt eines neuen Betreuungsgeldes. Qualitätssicherung hat Vorrang vor Kostenfreiheit.



Teilnehmer im Pressegespräch waren (v.l.):

Christoph Fay, Deutsche Lufthansa AG, Vorsitzender des Arbeitskreises Frühkindliche und schulische Bildung von BDA und BDI
Annegret Kramp-Karrenbauer, Ministerin für Arbeit, Familie, Prävention, Soziales und Sport des Saarlandes
Peter Clever, Mitglied der Hauptgeschäftsführung der BDA