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Arbeitsbedingungen in Deutschland mit Spitzenwerten

Mit ihrer alljährlichen Kampagne „Gute Arbeit“ versuchen die Gewerkschaften neue arbeitsrechtliche Regulierungen zu erreichen, z. B. Mindestlöhne oder einen weiteren Ausbau der Mitbestimmung. Befremdlich dabei ist, dass zur Legitimation der eigenen Forderungen die Arbeitsbedingungen in Deutschland bewusst negativ-verzerrend dargestellt werden.

Fakt: Arbeitsbedingungen sind sehr gut

  • Die Arbeitssicherheit hat ein sehr hohes Niveau: Im Bereich der gewerblichen Wirtschaft konnte sowohl die Zahl der Arbeitsunfälle insgesamt als auch die Unfallquote (Arbeitsunfälle je Arbeitsstunden) seit 1991 halbiert werden.
  • Arbeit hält fit: Beschäftigte sind deutlich gesünder als Arbeitslose. Empfänger von Arbeitslosengeld I haben 2012 mit 25,8 Krankheitstagen den mit Abstand höchsten Krankenstand aller Versichertengruppen (Pflichtversicherte Beschäftigte: 16,4 Tage). Zudem befand sich der Krankenstand der Pflichtmitglieder der gesetzlichen Krankenversicherung 2012 mit 3,6 % auf einem der niedrigsten Niveaus seit Einführung der Lohnfortzahlung (1970: 5,6 %), auch wenn das Niveau aufgrund einer Erkältungswelle im Jahr 2013 wieder leicht angestiegen ist. Die Zahl derBeschäftigten, die aus gesundheitlichen Gründen vorzeitig aus dem Erwerbsleben ausscheiden, ist zwischen 1995 und 2012 um fast 40 % zurückgegangen. Hinzu kommt, dass Deutschland mit 1.659 Stunden bei der tariflich vereinbarten Jahresarbeitszeit – unter Berücksichtigung des bezahlten Urlaubs und der gesetzlichen Feiertage – deutlich unter dem EU-Durchschnitt von 1.712 Stunden liegt. Mehr Freizeit gibt es nur in Frankreich und Dänemark

Fakt: Beschäftigte sehen Arbeitssituation sehr positiv

Entgegen zum Teil anders lautender Behauptungen sehen die Beschäftigten ihre Arbeitssituation sehr positiv. Eine repräsentative Befragung von Erwerbstätigen durch gesetzliche Kranken- und Unfallversicherungen aus dem Jahr 2013 zeigt: 86 % der Befragten finden ihre Arbeit vielseitig und abwechslungsreich. 82 % gaben an, dass die Arbeit ihnen Anerkennung einbringt: 81 % der Männer und 80 % der Frauen finden, ihre Arbeit hält fit.

  • Dementsprechend verzeichnet Deutschland auch international Spitzenwerte bei der Arbeitszufriedenheit. Laut European Working Conditions Survey sind fast 90 % der hier befragten Beschäftigten mit ihrer Arbeit zufrieden oder sehr zufrieden. Deutschland liegt somit deutlich über dem EU-Durchschnitt (81 %).
  • Auch ist der Anteil der zufriedenen oder sehr zufriedenen Beschäftigten in Deutschland seit 1995 unverändert hoch. Ursächlich dafür ist die sehr gute Qualität der Arbeit. Von einer vielfach behaupteten Verschlechterung der Arbeitsbedingungen in Deutschland kann also keine Rede sein.
  • Die Zufriedenheit ist zudem über Geschlecht und Alter hinweg gleich hoch ausgeprägt (Stat. Bundesamt, 2012). Die alternsgerechte bzw. familienorientierte Personalpolitik der Unternehmen ist erfolgreich

Irrtum: Für die Gesundheit der Beschäftigten wird nichts getan

  • Der finanzielle Aufwand der Unternehmen für Prävention und Gesundheitsschutz ist erheblich: Von den insgesamt 10,9 Mrd. €, die im Jahr 2012 insgesamt für Prävention eingesetzt wurden, brachten die Betriebe rd. 4,5 Mrd. € bzw. 41 % der Gesamtsumme auf.
  • Die allein von den Arbeitgebern finanzierten Berufsgenossenschaften sind sehr aktiv, um Arbeitsunfällen, Berufskrankheiten und arbeitsbedingten Gesundheitsgefahren vorzubeugen: Durch Beratung und Überwachung der Betriebe, durch Fortbildungsangebote sowie durch Kampagnen. 2012 haben sie rd. 911 Mio. € für die Prävention ausgegeben. Die Präventionsausgaben der Betriebe sind sogar noch um ein Vielfaches höher, da die eigentlichen Kosten für konkrete Arbeitsschutzmaßnahmen in den Unternehmen entstehen.
  • Die gesetzlichen Krankenversicherungen haben im Bereich der betrieblichen Gesundheitsförderung im Jahr 2012 8.155 Betriebe betreut und Maßnahmen u. a. zu den Themen Reduktion körperlicher Belastung, gesundheitsgerechte Mitarbeiterführung, Stressmanagement, gesundheitsgerechte Gemeinschaftsverpflegung und Aufklärung über Genuss- und Suchtmittel durchgeführt.
  • Um die Verantwortung ihrer Beschäftigten für die eigene Gesundheit zu stärken, bieten immer mehr Unternehmen ihren Beschäftigten im Rahmen der betrieblichen Gesundheitsförderung Beratungs- und Hilfsangebote an. Die breite Palette der Maßnahmen reicht von Aufklärungsaktionen zu Sucht über Entspannungstraining bis zu Führungskräfteseminaren und gesundheitsgerechter Mitarbeiterführung.

Fakt: Eigenverantwortung der Beschäftigten für ihre Gesundheit bleibt

  • Unternehmen tun auch im Eigeninteresse viel, um die Gesundheit der Beschäftigten zu fördern. Denn: Der teuerste Arbeitnehmer ist ein kranker Arbeitnehmer. Die Beschäftigten sind aber in erster Linie selbst für ihre Gesundheit verantwortlich. Gesund zu bleiben und die Gesundheit zu stärken, ist ohne eigene Mitwirkung nicht möglich.
  • Unternehmen können im Rahmen ihres Einflussbereichs ausschließlich präventiv tätig werden und durch geeignete Angebote die Gesundheitskompetenz ihrer Mitarbeiter stärken. Sie können gesundheitsbewusstes Verhalten aber nur sehr begrenzt durchsetzen.

Irrtum: Der DGB-Index „Gute Arbeit“ taugt als Messinstrument für Arbeitsbedingungen

  • Mitarbeiterorientierung ist ohne Frage wichtig für den nachhaltigen wirtschaftlichen Erfolg eines Unternehmens. Gute Arbeitsbedingungen sind daher für Arbeitgeber und Arbeitnehmer gleichermaßen von Bedeutung. Der DGB-Index stellt jedoch allein die Arbeitnehmerinteressen in den Mittelpunkt der Befragung, ist dementsprechend einseitig und blendet ökonomische Realitäten weitgehend aus. Dass Arbeitsbedingungen immer auch mit den jeweiligen wirtschaftlichen
    Erfolgsvoraussetzungen, wie z. B. der Berücksichtigung von
    Kundenwünschen, in Einklang gebracht werden müssen, wird ignoriert.
  • Der DGB-Index ist tendenziös: Maßstab und Berechnungsverfahren sind so gewählt, dass nur wenige Arbeitsplätze das Prädikat „Gute Arbeit“ erhalten können. Bei der Abfrage der Arbeitsbedingungen bei den Beschäftigten führt das Ankreuzen der jeweils zweitbesten Antwort bereits zur Halbierung der Punktwerte und dadurch nur noch zu „mittelmäßiger Arbeit“.

Fakt: Der DGB-Index „Gute Arbeit“ ignoriert die betriebliche Praxis

  • Es werden gezielt Erwartungshaltungen abgefragt, die mit wirtschaftlichen Erfordernissen im betrieblichen Alltag nicht vereinbar sind: Wo beispielsweise Kundentermine einzuhalten sind, konstatiert der DGB-Index, dass ein „selbstbestimmter Überstundenausgleich“ und damit „totale Zeitsouveränität“ fehlt.
  • Zudem werden gezielt Sachverhalte abgefragt, die nicht oder nicht allein im Einflussbereich des einzelnen Unternehmens liegen, wie z. B. die vom Mitarbeiter antizipierte Einkommenssituation im Ruhestand oder die subjektiv empfundene Angst des Einzelnen bezüglich der eigenen beruflichen Zukunft. Bedingungen, die im Einflussbereich des Beschäftigten liegen, wie z. B. Eigeninitiative sowie Motivation und Bereitschaft, Weiterbildungsangebote der Unternehmen wahrzunehmen, werden hingegen ausgeblendet.

„Meine Arbeit hält mich fit“


Quelle: iga.Report 27, iga-Barometer 4. Welle 2013; Verteilung der Antworten nach Geschlecht und Alter, in %, eigene Darstellung.


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Ansprechpartner

BDA | DIE ARBEITGEBER
Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände

Arbeitsmarkt
T +49 30 2033-1400
August 2014