10.10.2014

Akademische Qualitätssicherung

Mehr Transparenz muss selbstverständlich werden

Die Qualitätssicherung im Hochschulbereich ist ein unerlässlicher Baustein verantwortlicher Hochschulpolitik. Die Hochschulen müssen sie als zentrales eigenes Anliegen aufgreifen und ihr in Organisation und Management einen weitaus höheren Stellenwert als bisher einräumen.

Für die Arbeitgeber ist es wichtig, dass neben einer größeren Transparenz von Studiengängen und der von den Studierenden erbrachten Leistungen mittels ECTS (European Credit Transfer and Accumulation System) und Diploma Supplement auch eine hohe Transparenz der Qualität von Studienangeboten zur Selbstverständlichkeit wird. Daher setzt die Wirtschaft auf das Prinzip der Akkreditierung, an der neben Vertreterinnen und Vertretern der Wissenschaft und der Studierenden auch Berufspraktiker aus Unternehmen beteiligt sind. Sowohl im Akkreditierungsrat als auch in den Akkreditierungsagenturen tragen Vertreterinnen und Vertreter der Unternehmen mit ihrer Expertise dazu bei, dass insbesondere die Kriterien „Praxisbezug“ und „Beschäftigungsfähigkeit“ bei der konzeptionellen Gestaltung der Studiengänge verstärkt zum Tragen kommen.

Ja zur Systemakkreditierung

Die Akkreditierung hat als Messlatte und Korrektiv eine wichtige Rolle bei der Umsetzung der Bologna-Reform gespielt. Ziel der Weiterentwicklung des Akkreditierungssystems muss es aus Sicht der Wirtschaft sein, seine Stärken beizubehalten und es gleichzeitig auf neue Qualitätsanforderungen abzustimmen. Neben der Qualität der einzelnen Studiengänge wird vor allem die Qualität der hochschulinternen Prozesse im Bereich Lehre und Studium immer wichtiger. Ein von jeder Hochschule selbst entwickeltes umfassendes Qualitätsmanagementsystem erleichtert Profilierung, Zielgruppenorientierung und weitere Qualitätsverbesserungen und rechtfertigt das öffentliche Vertrauen in die Leistungsfähigkeit autonomer Hochschulen.

Aus diesem Grund unterstützt die Wirtschaft den Übergang von der Akkreditierung einzelner Studiengänge zur Akkreditierung des gesamten hochschulinternen Qualitätsmanagementsystems. Hochschulen können selbst wählen, ob sie ihre Studiengänge einzeln akkreditieren lassen (Programmakkreditierung) oder ob sie ihr System interner Qualitätssicherung in Studium und Lehre überprüfen lassen (Systemakkreditierung).

In den Verfahrensregeln ist vorgesehen, dass auch systemakkreditierte Hochschulen einige Studienprogramme und bestimmte Qualitätsmerkmale in einer Stichprobe überprüfen lassen. Zum Zeitpunkt der Reakkreditierung muss die Hochschule berichten, welche Konsequenzen sie aus den Ergebnissen der Stichproben gezogen hat. Damit enthält die Systemakkreditierung ein dynamisches Element. Der Fokus liegt bei der Systemakkreditierung stärker auf der Entwicklung als allein der Sicherung von Qualität als Prinzip der Hochschulsteuerung.

Qualitätssicherung auch europäisch denken

Die internationale Ausrichtung der Hochschulausbildung und die Notwendigkeit der internationalen Anerkennung von Studienabschlüssen erfordern, dass die Akkreditierung als europäisch angelegtes Qualitätssicherungsinstrument gestaltet wird. Aus diesem Grund unterstützen die BDA und BUSINESSEUROPE die weitere Stärkung des „European Quality Assurance Register“ (EQAR). Ziel des Registers ist es, die europaweite Zusammenarbeit in der hochschulischen Qualitätssicherung und die internationale Anerkennung von Akkreditierungsentscheidungen zu verbessern. In das Register aufgenommen werden Agenturen, die in den Bologna-Staaten berechtigt sind, Studiengänge zu akkreditieren, d. h. eine Qualitätsüberprüfung hinsichtlich definierter Kriterien wie Studierbarkeit, Modularisierung und Arbeitsmarktrelevanz durchzuführen. Das Register soll damit für Transparenz und Objektivität auf dem europäischen Markt der Qualitätssicherungsagenturen sorgen.
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