Arbeitsschutz in Europa

Das Gewicht auf freiwillige Maßnahmen legen

Die BDA befürwortet die Festlegung gemeinsamer Mindestbedingungen im Bereich des Arbeitsschutzes.

Deutschland verfügt über ein hochentwickeltes Arbeitsschutzsystem, das sowohl staatliche Elemente als auch berufsgenossenschaftliche Organisationsformen kennt. Auf europäischer Ebene wurde seit der Einheitlichen Europäischen Akte im Jahr 1987 eine Vielzahl von Richtlinien im Bereich Arbeitsschutz erlassen. Es kommt dabei darauf an, dass sich die EU-Mitgliedstaaten nicht nur auf die Schaffung von Richtlinien verständigen, sondern dass die Mitgliedstaaten diese Richtlinien auch im eigenen Land auf gleichem Niveau umsetzen und anwenden. Andererseits muss vermieden werden, dass sich auf europäischer Ebene die gleichen Fehler wiederholen, die national gerade beseitigt werden sollen.

Der Weg zu einem europaweit einheitlichen Mindestniveau darf nicht in einer überhöhten und komplizierten Regulierung enden. Die BDA tritt deshalb dafür ein, dass die Europäische Union Gewicht auf freiwillige Maßnahmen legt, beispielsweise im Bereich der Prävention von Muskel-Skelett-Erkrankungen. Soweit verbindliche Mindeststandards erforderlich sind, wie z.B. hinsichtlich der Gefährdung durch elektromagnetische Felder am Arbeitsplatz, müssen Richtlinien Grenzwerte festlegen, die aktuellen, realistischen Risikobetrachtungen entsprechen. Erfreulicherweise hat die Europäische Kommission im Rahmen ihrer Bemühungen für eine „Bessere Rechtsetzung“ (REFIT) die Evaluierung der europäischen Arbeitsschutzrichtlinien für 2014 angekündigt. Diese Überprüfung sollte zur konsequenten Entbürokratisierung und Vereinfachung des bestehenden Rechtsrahmens genutzt werden.


Die wichtigsten Richtlinien im Bereich Arbeitsschutz sind:
  • Rahmenrichtlinie zum Arbeitsschutz
  • Jugendarbeitsschutz
  • Bildschirmarbeit
  • Arbeitszeit
  • Mutterschutz
  • Lärm
  • Vibrationen
  • Asbest
  • Optische Strahlung (Laser)
  • Gefährdung durch elektromagnetische Felder am Arbeitsplatz