01.02.2012

Bessere Chancen auf eine Berufsausbildung

Die Ausbildungschancen für junge Menschen haben sich im Jahr 2011 weiter verbessert. So kann nach mehr als einem Jahr Paktverlängerung mit zwei neuen Partnern – der Integrationsbeauftragten der Bundesregierung und der Kultusministerkonferenz – erneut eine positive Bilanz der gemeinsamen Paktaktivitäten gezogen werden.
Die Zahl der neu abgeschlossenen Ausbildungsverträge zum Stand 30. September 2011 ist gegenüber dem Vorjahr um 1,8 Prozent auf 570.000 gestiegen (betrieblich: +4,0 Prozent; außerbetrieblich: -25,7 Prozent) – bei gleichzeitigem Bewerberrückgang um 2,5 Prozent. Allerdings hatten Betriebe in manchen Branchen und Regionen zunehmend Schwierigkeiten, passende Bewerber zu finden, und insbesondere schwächeren Jugendlichen fiel der Einstieg in eine Ausbildung nach wie vor schwer. Im Vordergrund der Bemühungen der Paktpartner steht deshalb die Ausschöpfung des gesamten Ausbildungspotenzials.

Mit großem Engagement erfüllen die ausbildenden Unternehmen, Schulen, Paktpartner und die Bundesagentur für Arbeit die Paktzusagen:

Ausbildungsreife sicherstellen und Berufsorientierung verbessern:
  • Durch das Arbeitsförderungsrecht und die Initiative „Abschluss und Anschluss - Bildungsketten bis zum Ausbildungsabschluss“ sind an 2.000 Schulen insgesamt 1.900 Berufseinstiegsbegleiter/innen für rund 38.000 Schüler/innen eingesetzt. Das Gesetz ermöglicht ab April die Förderung von Berufseinstiegsbegleitung an weiteren Schulen.
  • Die Bundesregierung hat im Rahmen der Bildungsketten gemeinsam mit den Ländern systematische Potenzialanalysen an über 1.000 Schulen unterstützt. Zudem hat sie weitere 120.000 Schüler/innen ab der 8. Klasse in Berufsorientierungsmaßnahmen gefördert. Darüber hinaus hat die Bundesagentur für Arbeit im Jahr 2011 rund 61 Millionen Euro für Maßnahmen der (erweiterten) vertieften Berufsorientierung eingesetzt.
  • Die Umsetzung der gemeinsamen Förderstrategie der Länder für leistungsschwächere Schüler/innen setzt Schwerpunkte verstärkt auf die praxisnahe Gestaltung des Unterrichts (z. B. durch die Ausweitung der Berufsorientierung an den Schulen). Zudem werden inzwischen in allen Ländern Verfahren der systematischen Kompetenzprofilerstellung (z.B. Kompetenzpass, Kompetenzportfolio oder Profilpass) als Grundlage für individuelle Förderung eingesetzt.

Alle Potenziale erschließen:
  • Jedem Jugendlichen, der zu den Nachvermittlungen von Kammern und Agenturen für Arbeit erschien, wurde mindestens ein Angebot auf Ausbildung oder betriebliche Einstiegsqualifizierung unterbreitet.
  • Bundesregierung und Wirtschaft starteten die gemeinsame Informationsoffensive „Berufliche Bildung - praktisch unschlagbar“ zur Verdeutlichung der Attraktivität der beruflichen Aus- und Weiterbildung.
  • Die Integrationsbeauftragte der Bundesregierung führte Ausbildungskonferenzen zur Verbesserung der Eingliederung junger Migrant/innen in Ausbildung durch, u. a. mit dem Schwerpunkt interkultureller Elternkooperation. Auch das Netzwerk SCHULEWIRTSCHAFT setzte einen Themenschwerpunkt "Migration.Qualifikation.Integration".
  • Mit dem Beschluss zur inklusiven Bildung von Kindern und Jugendlichen mit Behinderungen vom 20. Oktober 2011 öffnet die Kultusministerkonferenz verstärkt auch für Jugendliche mit Behinderungen den Weg in Ausbildung, z. B. durch den Ausbau praxisorientierter Angebote.

Neue Ausbildungsplätze und neue Ausbildungsbetriebe gewinnen:
  • 71.300 neue Ausbildungsplätze und 43.600 neue Ausbildungsbetriebe wurden von Kammern und Verbänden eingeworben.
  • Für die Einstiegsqualifizierungen (EQ) stellten Betriebe 25.600 Plätze zur Verfügung, darunter erstmals 4.600 Plätze EQ-Plus speziell für förderungsbedürftige Jugendliche.
  • Die Ausbildungsquote der Bundesverwaltung lag 2011 mit 7,6 Prozent der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten über der im Pakt gegebenen Zusage von mindestens 7 Prozent.

Die verbesserten Ausbildungschancen der Jugendlichen spiegeln sich auch in der Entwicklung der neu abgeschlossenen Ausbildungsverträge wider: 2011 sind 2,2 Prozent mehr neue Verträge geschlossen worden als 2003, dem letzten Jahr vor dem Ausbildungspakt, obwohl die Zahl der Schulabgänger deutlich (-6,4 Prozent) abgenommen hat (alte Bundesländer: +8,0 Prozent; neue Bundesländer: -52,6 Prozent). Die Zahl der nicht studienberechtigten Schulabgänger nahm sogar um 21,3 Prozent ab.

Nach der Ausbildungsmarktstatistik der Bundesagentur für Arbeit hat sich die Zahl der zum 30. September 2011 unversorgten Bewerber/innen erneut verringert. Als unversorgt waren – bei 29.700 unbesetzten Ausbildungsplätzen – noch 11.400 Bewerber/innen erfasst, das sind 500 weniger als im Vorjahr. Bis zum Ende der Nachvermittlung konnte diese Zahl auf 5.700 unversorgte Bewerber/innen reduziert werden (Januar 2011: 5.800). Diesen Jugendlichen stehen noch ausreichend Angebote zur Verfügung, darunter 8.500 unbesetzte EQ-Plätze. Die Jugendlichen sind aufgerufen, diese Angebote noch kurzfristig zu nutzen. Die Einstiegsqualifizierung hat sich für unversorgte Ausbildungsbewerber/innen als erfolgreiche Brücke in die betriebliche Berufsausbildung erwiesen.

Die Partner im Ausbildungspakt wollen auch die Ausbildungschancen von Bewerbern/innen verbessern, die Ende September einen anderen Weg eingeschlagen haben (z. B. weiterer Schulbesuch) und dennoch ihren Wunsch nach Vermittlung in Ausbildung aufrechthalten. Auch ihre Zahl hat sich gegenüber dem Vorjahr deutlich um 9,9 Prozent verringert. Ebenso wurden die Bemühungen weiter verstärkt, Jugendliche, die eine berufsvorbereitende Bildungsmaßnahme in Aussicht hatten, in der Nachvermittlung gezielt anzusprechen. Insgesamt hat sich die Zahl der Bewerber/innen, die Ende September 2011 für eine berufsvorbereitende Bildungsmaßnahme vorgemerkt waren, um 25,5 Prozent auf 14.000 verringert. Damit leisten die Paktpartner einen Beitrag dazu, dass Jugendliche schneller eine Ausbildung beginnen.
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