Arbeitgeberforum Wirtschaft und Gesellschaft

Um den Dialog über die Grundwerte unserer Gesellschaftsordnung zu intensivieren und ihr über das Tagesgeschehen hinaus mehr Öffentlichkeit zu verleihen, hat die BDA im Jahr 2004 die Veranstaltungsreihe "Arbeitgeberforum Wirtschaft und Gesellschaft" ins Leben gerufen.

Bisherige Redner waren Bundespräsident a. D. Prof. Dr. Horst Köhler, der damalige Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz Kardinal Karl Lehmann, der damalige Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) Bischof Prof. Dr. Wolfgang Huber, der ehemalige Bundeswirtschaftsminister Dr. Otto Graf Lambsdorff sowie Arbeitgeberpräsident Prof. Dr. Dieter Hundt,

I. Arbeitgeberforum Wirtschaft und Gesellschaft: „Reformen ohne soziale Gerechtigkeit?“

Nach den positiven Erfahrungen der BDA auf dem ökumenischen Kirchentag 2003 waren die Kirchen erster Ansprechpartner für die neue Veranstaltungsreihe der BDA. Das erste Arbeitgeberforum beschäftigte sich mit der Frage „Reformen ohne soziale Gerechtigkeit?“ und stieß auf ein großes öffentliches Interesse. In den Reden von Arbeitgeberpräsident Hundt, des Vorsitzenden der Deutschen Bischofskonferenz, Kardinal Lehmann, und des Ratsvorsitzenden der Evangelischen Kirche in Deutschland, Bischof Huber, wurde der offene und kritische gesellschaftspolitische Diskurs zwischen Wirtschaft und Kirchen gepflegt. Dabei wurde deutlich, dass sich die wirtschafts- und gesellschaftspolitischen Vorstellungen von Kirchen und Wirtschaft angenähert haben.


II. Arbeitgeberforum Wirtschaft und Gesellschaft: Bundespräsident Horst Köhler plädiert für ein neues Freiheitsverständnis

Höhepunkt der gesellschaftspolitischen Arbeit der BDA im Jahr 2005 war der Auftritt von Bundespräsident Horst Köhler auf dem II. Arbeitgeberforum Wirtschaft und Gesellschaft am 15. März 2005 im Haus der Deutschen Wirtschaft. Köhlers Rede „Die Ordnung der Freiheit“ wurde zu einem eindringlichen Appell an Politik, Wirtschaft und Gesellschaft, sich auf die wahren Grundwerte der sozialen Marktwirtschaft, insbesondere die Freiheit zurückzubesinnen und die Bekämpfung der Arbeitslosigkeit als entscheidende wirtschafts- und gesellschaftspolitische Aufgabe unserer Zeit zu verstehen.

III. Arbeitgeberforum Wirtschaft und Gesellschaft: Otto Esser – Gelebte Verantwortung für Wirtschaft und Gesellschaft

Im Mittelpunkt des III. Arbeitgeberforums „Otto Esser – Gelebte Verantwortung für Wirtschaft und Gesellschaft“ am 5. Dezember 2005, standen Leben und Werk des 2004 verstorbenen langjährigen Arbeitgeberpräsidenten Otto Esser und die Debatte um die gesellschaftspolitische Verantwortung von Unternehmen. Esser trat in seiner Zeit als BDA-Präsident von 1978 bis 1986 mit der Nachfolge des von Terroristen ermordeten Hanns-Martin Schleyer ein schweres politisches Erbe an. Esser galt Zeit seines Wirkens als entschiedener und fairer Verhandlungsführer der Arbeitgeber, der ganz im Sinne der Sozialpartnerschaft den Interessenausgleich stets im Blick hatte. Ein überbordender staatlicher Eingriff in die Rechte und Pflichten des Einzelnen und eine übermäßige Betonung des Sozialstaats gefährdeten für Esser die Grundprinzipien der Sozialen Marktwirtschaft – ein Gedanke, der auch in der heutigen gesellschaftspolitischen Debatte nicht vergessen werden darf. Essers Ausspruch „Freiheit bleibt ein wesentliches Ziel der Sozialpolitik“ bringt dieses Grundverständnis zum Ausdruck.

IV. Arbeitgeberforum Wirtschaft und Gesellschaft: Soziale Marktwirtschaft gestalten – Vertrauen zurückgewinnen

Das IV. Arbeitgeberforum fand am 8. Juli 2009 zum Thema „Soziale Marktwirtschaft gestalten – Vertrauen zurückgewinnen“ mit Arbeitgeberpräsident Prof. Dr. Dieter Hundt und dem damaligen Ratsvorsitzenden der EKD Prof. Dr. Wolfgang Huber und weiteren Gästen in Berlin statt. Es wurde deutlich, dass es neben der Bewältigung der Wirtschafts- und Finanzkrise eine wesentliche Aufgabe ist, um Vertrauen in die Soziale Marktwirtschaft zu werben. Die EKD hat mit der Denkschrift „Unternehmerisches Handeln in evangelischer Perspektive“ dazu einen wichtigen Beitrag geleistet. Die mit der Denkschrift verbundene Einladung an die Wirtschaft, über die ethischen Maßstäbe unternehmerischen Handelns in einen neuen Dialog zu treten, hat die BDA gerne angenommen und den langjährigen Meinungsaustausch mit den Kirchen fortgesetzt. Die Diskussion hat gezeigt, dass Werteorientierung einerseits im Handeln der Verantwortlichen in Wirtschaft und Gesellschaft sichtbar und erlebbar sein muss. Andererseits müssen sich ethische Maßstäbe national wie international auch in einer guten Rahmenordnung widerspiegeln. Beides ist Voraussetzung für ein erneuertes Vertrauen in unsere freiheitliche Wirtschafts- und Gesellschaftsordnung.


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