kompakt

Ausbildungsmarkt

Betriebliche Ausbildung ist aufgrund ihrer Bedarfs- und Praxisorientierung Garant für gut qualifizierten Fachkräftenachwuchs. Sie steht aber vor Herausforderungen, v. a. durch die demografische Entwicklung.

Erfolgreicher Ausbildungspakt durch Allianz für Aus- und Weiterbildung abgelöst

Dank des intensiven Engagements der Wirtschaft wurden durch den Ausbildungspakt in den Jahren 2004 bis 2014 große Erfolge beim Übergang von Schule in Ausbildung erreicht. Die Zusage, jedem ausbildungswilligen und -fähigen Jugendlichen ein Angebot zu machen, konnte erfüllt werden. Ende 2014 wurde der auslaufende Ausbildungspakt durch die Allianz für Aus- und Weiterbildung von Wirtschaft, Gewerkschaften, Bundesregierung und Ländern abgelöst. Als wesentliche Handlungsschwerpunkte wurden u.a. vereinbart, Jugendliche künftig besser auf den Beruf und die Arbeitswelt vorzubereiten und allen Jugendlichen eine Chance auf Ausbildung zu geben (betriebliche Ausbildung hat dabei Vorrang). Das Instrument der assistierten Ausbildung (AsA) wurde ebenso in der Allianz-Vereinbarung verankert wie die Ausdehnung des Personenkreises für ausbildungsbegleitende Hilfen (abH). Mit der assistierten Ausbildung können sozial benachteiligte und lernbeeinträchtigte Jugendliche in Betrieben während, und fakultativ noch vor Beginn der Ausbildung begleitet werden. Gleichzeitig werden die Betriebe, die bereit sind, benachteiligte Jugendliche auszubilden, unterstützt. Die Wirtschaft hat in der Allianz-Vereinbarung zugesagt, im Jahr 2015 20.000 zusätzliche betriebliche Ausbildungsplätze gegenüber den im Jahr 2014 bei der BA gemeldeten Ausbildungsplätzen zur Verfügung zu stellen. Im Vordergrund steht dabei, bisher nicht gemeldete Plätze durch Meldung der Betriebe bei der BA sichtbar zu machen. Die

Ausbildungsbilanz 2014 für Jugendliche erneut positiv – Betriebe haben zunehmend Besetzungsprobleme

Auch für 2014 kann aus Sicht der Jugendlichen eine positive Ausbildungsbilanz gezogen werden: Zum 30. September (Ende des Vermittlungsjahres der Bundesagentur für Arbeit) standen den unversorgten Bewerbern (20.900) im siebten Jahr in Folge mehr unbesetzte Ausbildungsplätze (37.100) gegenüber. Es blieben 2014 jedoch 10 % mehr Ausbildungsplätze unbesetzt als im Jahr zuvor. Das Matching auf dem Ausbildungsmarkt wird zunehmend schwieriger und stellt die Unternehmen vor Probleme, ihren Fachkräftenachwuchs zu sichern. Trotz zurückgehender Schulabgängerzahlen engagiert sich die Wirtschaft weiterhin stark im Bereich der dualen Berufsausbildung: Die Zahl der neu abgeschlossenen Ausbildungsverträge liegt um 6,4 % unter dem Niveau von 2003. Im gleichen Zeitraum hat sich die Zahl der Schulabgänger aber insgesamt verringert, und ganz besonders stark die Zahl der Schulabgänger mit Haupt- und Realschulabschluss, den Hauptnachfragern nach Ausbildungsplätzen. Entsprechend sank zwischen 2003 und 2014 die Zahl der Ausbildungsbewerber um 22,3 %. Das hohe Engagement der Unternehmen zeigt sich auch darin, dass vier von fünf zur Ausbildung zugelassenen Betrieben kontinuierlich oder – insbesondere Kleinstbetriebe – mit Unterbrechungen ausbilden.

Ausbildungsreife sicherstellen – praxisorientierte Berufsorientierung stärken

Bildungsreformen müssen die Qualität der Schulen verbessern, damit Schulabgänger über das erforderliche Rüstzeug für eine Ausbildung verfügen. Wir wissen durch die PISA-Studie, dass knapp 20 % der Schüler insgesamt und bis zu 40 % jener mit Migrationshintergrund nicht ausbildungsreif sind. Konsequenz ist, dass Ausbildungsplätze unbesetzt bleiben und „Reparaturmaßnahmen“ im Übergangssystem oder sogar im Ausbildungsbetrieb mit hohen Kosten nötig sind. Es ist zu begrüßen, dass sich Bund und Länder das Ziel gesetzt haben, die Ausbildungsreife junger Menschen zu verbessern. Durch individuelle Förderung und konsequente Überprüfung, ob Bildungsstandards erreicht werden, muss verstärkt sichergestellt werden, dass bei allen jungen Menschen ein möglichst reibungsloser Übergang in Ausbildung gelingt. Besonders erfreulich ist, dass die Länder im Rahmen der Allianz für Aus- und Weiterbildung die praxisorientierte Berufsorientierung an allen Schulformen stärken wollen, insbesondere auch am Gymnasium.

Rahmenbedingungen verbessern

Die Verbesserung der Rahmenbedingungen ist wichtig für eine attraktive und leistungsfähige Berufsausbildung. Hierzu gehören v. a. moderne und dem Bedarf der Praxis entsprechende Ausbildungsberufe und mehr differenzierte Angebote (zweijährige Ausbildungsberufe, Ausbildungsbausteine). Eine flexiblere Gestaltung von Ausbildungsvergütungen kann v. a. leistungsschwächeren Jugendlichen, die mit erhöhtem Aufwand begleitet werden müssen, den Einstieg in betriebliche Ausbildung ermöglichen. Wichtig sind eine leistungsfähige Berufsschule mit moderner Ausstattung und flexiblem Zeitmanagement sowie eine höhere Durchlässigkeit insbesondere zur hochschulischen Bildung.

Initiativen der BDA
  • Die BDA ist Mitglied der Allianz für Aus- und Weiterbildung 2015-2018.
  • Die BDA wirbt in einem gemeinsamen Flyer der arbeitgeberseitigen Allianz-Partner und der Bundesagentur für Arbeit für die Meldung freier Ausbildungsplätze bei der BA, und macht auf deren individuelle Vermittlungsleistungen aufmerksam.
  • Das bundesweite Netzwerk SCHULEWIRTSCHAFT stärkt die Kooperation zwischen Betrieben und Schulen. Ziel ist vor allem die fundierte Berufsorientierung und eine intensive ökonomische Bildung der Schüler.
  • www.inklusion-gelingt.de informiert und unterstützt Betriebe, damit diese die Ausbildung und Beschäftigung von Menschen mit Behinderung erfolgreich gestalten können.
  • Die BDA unterstützt aktiv die Förderung der erweiterten vertieften Berufsorientierung durch die BA.
  • Der „Deutsche Arbeitgeberpreis für Bildung“ zeichnet überzeugende Bildungskonzepte in Berufsschulen sowie anderen Bildungseinrichtungen aus.

Gute Ausbildungschancen für Jugendliche

Der Ausbildungsmarkt ist von Bewerbermangel geprägt, die Chancen junger Menschen auf Ausbildung sind gut. So standen im Jahr 2014 den wenigen unvermittelten Bewerbern deutlich mehr unbesetzte Ausbildungsplätze gegenüber.Hintergrund ist das hohe Ausbildungsengagement der Unternehmen und der Rückgang der Schulabgängerzahlen: 2014 wurden 6,4 % weniger Ausbildungsverträge abgeschlossen als 2003. Im gleichen Zeitraum ist die Zahl der Schulabgänger insgesamt um 12,7 % gesunken, die der nicht studienberechtigten Schulabgänger, die Hauptnachfrager nach einer Berufsausbildung sind, sogar um 23,7 % und entsprechend der Zahl der Ausbildungsbewerber um 22,3 %.. Erfreulich ist darüber hinaus, dass die Zahl der Jugendlichen, die in den sog. Übergangsbereich münden, zwischen 2005 und 2014 deutlich rückläufig ist (- 38 %).

Quelle: BA, 2014


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Ansprechpartner

BDA | DIE ARBEITGEBER
Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände

Bildung | Berufliche Bildung
T +49 30 2033-1500
Oktober 2014