10.10.2014

Ausbildungspakt

Zusagen im Ausbildungspakt werden eingehalten

Der Ausbildungspakt hat zu einer deutlichen Verbesserung der Situation auf dem Ausbildungsmarkt beigetragen. Auch zu den Themen Ausbildungsreife und Berufsorientierung hat der Pakt seit seiner Gründung 2004 nachhaltige Impulse gesetzt. Bundesregierung und Wirtschaft haben ihn daher gemeinsam mit neuen Paktpartnern bis 2014 verlängert und weiterentwickelt.


Am 26. Oktober 2010 haben Bundesregierung und Wirtschaft den „Nationalen Pakt für Ausbildung und Fachkräftesicherung in Deutschland“ bis 2014 verlängert und gemeinsam mit den neuen Paktpartnern Kultusministerkonferenz (KMK) und Integrationsbeauftragter der Bundesregierung weiterentwickelt.

Der Ausbildungspakt wurde angesichts rückläufiger Bewerberzahlen stärker auf die Fachkräftesicherung und Ausbildungsreife ausgerichtet. Die Potenziale auf dem Ausbildungsmarkt sollen besser erschlossen werden. Die Paktpartner bekräftigen dabei das Ziel, auch weiterhin allen ausbildungsreifen und ausbildungswilligen Jugendlichen ein Angebot auf Ausbildung zu unterbreiten, das zu einem anerkannten Abschluss hinführt. Zu diesem Angebot zählen auch Einstiegsqualifizierungen. Dabei hat die Vermittlung in betriebliche Ausbildung Priorität.


Zudem werden verstärkt solche Jugendliche in den Blick genommen, die bisher Schwierigkeiten beim Übergang in Ausbildung hatten (v. a. Altbewerber, Migranten, sozial benachteiligte und lernbeeinträchtigte Jugendliche). Das heißt vor allem, die Ausbildungsreife und Berufsorientierung zu verbessern sowie schwächere Jugendliche intensiver zu fördern. Zudem sollen auch mehr leistungsstarke Jugendliche für eine betriebliche Berufsausbildung gewonnen werden.

Die Paktpartner haben insgesamt zu folgenden Handlungsfeldern Ziele und eigene Beiträge vereinbart: Ausbildungsreife sicherstellen, Berufsorientierung ausbauen und weiterentwickeln, Jugendliche und Betriebe besser zusammenbringen, alle Potenziale erschließen, neue Ausbildungsplätze und neue Ausbildungsbetriebe gewinnen, Übergangssystem neu strukturieren und effizienter gestalten, Datenlage verbessern.


Die Wirtschaft hat zugesagt im Rahmen ihrer Paktbeiträge im Durchschnitt pro Jahr 60.000 neue Ausbildungsplätze, 30.000 neue Ausbildungsbetriebe sowie 30.000 betrieblich durchgeführte Einstiegsqualifizierungen einzuwerben. Dies setzt Verbesserungen bei der Ausbildungsreife voraus, damit sich ausreichend ausbildungsreife Jugendliche um Ausbildungsplätze bewerben. Die Zusagen für neue Ausbildungsplätze und Ausbildungsbetriebe konnten seit Beginn des neuen Ausbildungspaktes deutlich übertroffen werden. So wurden 2013 58.600 neue Ausbildungsplätze eingeworben, 2012 waren es 69.100 und 2011 71.300. Auch für die neuen Ausbildungsbetriebe wurden die Erwartungen deutlich übertroffen. Während 2013 33.300 Betriebe neu für Ausbildung gewonnen werden konnten, waren dies in 2012 41.660, in 2011 sogar 42.600. Bei den Einstiegsqualifikationen stellten die Betriebe 18.500 Plätze zur Verfügung (davon 5.000 für EQ Plus). In 2012 konnten 22.450 Plätze (davon 4.000 EQ Plus) eingeworben werden, in 2011 waren es 25.600 (davon 4.600 EQ Plus). Zahlreiche dieser Plätze konnten jedoch nicht besetzt werden. Dies macht es nicht leicht, Betriebe dafür zu gewinnen, EQ-Plätze bereit zu stellen.

Die Arbeitgeberverbände tragen mit vielen Initiativen zur Umsetzung des Paktes bei, etwa durch Unterstützung ausbildender Betriebe, Berufsvorbereitung schwächerer Jugendlicher und Berufsorientierung von Schülern. Eine besondere Rolle spielt gerade bei der stärkeren Fokussierung des Paktes auf Ausbildungsreife und Berufsorientierung das bundesweite Netzwerk
SCHULEWIRTSCHAFT. Es steht beispielsweise für die Zusage, jeder interessierten Schule einen Partner aus der Wirtschaft zu vermitteln. Zudem richtet das Netzwerk sein Augenmerk aktuell stärker auf die Berufsorientierung junger Migranten.

Da es für die Vermittlung in Ausbildung entscheidend auf die allgemein bildenden Schulen und die Verbesserung des Übergangs von der Schule in Ausbildung ankommt, haben die Paktpartner bereits vor 2010 gemeinsam wichtige Impulse für Ausbildungsreife und Berufsorientierung gesetzt. Um zu definieren, was Ausbildungsreife eigentlich ist, haben sie gemeinsam mit der Bundesagentur für Arbeit bereits 2006 den „Kriterienkatalog Ausbildungsreife“ erarbeitet. Um die intensive Kooperation von allgemein bildenden Schulen untereinander und insbesondere mit Betrieben weiter zu befördern und die Berufsorientierung fest an Schulen zu verankern, haben die Paktpartner intensiv mit der Kultusministerkonferenz zusammengearbeitet. Hierzu wurde ein Handlungsleitfaden „Schulen und Betriebe als Partner“ entwickelt sowie – daran anknüpfend – ein Gesamtkonzept „Berufswegeplanung ist Lebensplanung“ vereinbart. Um die Ausbildungsvoraussetzungen und -chancen junger Migranten zu verbessern, haben Paktpartner, KMK und die Integrationsbeauftragte der Bundesregierung die gemeinsame Erklärung „Potenziale erschließen, Integration fördern“ abgeschlossen.
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