04.11.2014

Deutscher Arbeitgeberpreis für Bildung an Institutionen in Bayern, Nordrhein-Westfalen, Sachsen und Schleswig-Holstein verliehen

Im Rahmen des Deutschen Arbeitgebertages haben Ulrich Weber, Personalvorstand der Deutschen Bahn, und Dr. Thomas Kremer, kommissarischer Personalvorstand der Deutschen Telekom AG, herausragende Leistungen in der Bildungsarbeit mit dem Deutschen Arbeitgeberpreis für Bildung prämiert.
Die Preise sind mit je 10.000 Euro dotiert und wurden in den Kategorien frühkindliche, schulische, berufliche und hochschulische Bildung vergeben.

Die ausgezeichneten Einrichtungen setzen beispielhaft das diesjährige Leitthema um: „BILDUNG INKLUSIV – Potenziale entfalten durch Inklusion“. Sie zeigen, wie gemeinsames Lernen gelingt und erfolgreiche Abschlüsse und Anschlüsse erreicht werden.

Die Preisträger sind:
  • Kategorie „Frühkindliche Bildung“:
    Evangelische Montessori-Kita der Erlöserkirche in Würzburg, Bayern
  • Kategorie „Schulische Bildung“:
    Waldschule Flensburg, Schleswig-Holstein
  • Kategorie „Berufliche Bildung“:
    Kooperationsverbund Berufliche Schulzentren der Stadt Leipzig, Sachsen
  • Kategorie „Hochschulische Bildung“:
    Technische Universität Dortmund, Nordrhein-Westfalen

„Bildung ist unsere wichtigste Ressource. Von guter Bildung hängen nicht nur die Wettbewerbs- und Innovationsfähigkeit der Wirtschaft, sondern auch die Zukunftsfähigkeit unserer Gesellschaft ab. Darum zeichnen wir bereits seit 15 Jahren Institutionen mit dem Arbeitgeberpreis für Bildung aus, die durch ihre erfolgreiche und vorbildliche Bildungsarbeit einen Beitrag zur Verbesserung unseres Bildungssystems leisten. Dieses Jahr haben wir uns sehr bewusst für das Thema Inklusion entschieden: Ein leistungsfähiges Bildungssystem muss jedem jungen Menschen eine faire Chance auf Bildung garantieren“, erklärt BDA-Vizepräsident Dr. Gerhard F. Braun.

Dr. Thomas Kremer, kommissarischer Personalvorstand der Deutschen Telekom AG, ergänzt: „Inklusion muss gelebt werden und ist wichtig für das gesellschaftliche Miteinander. Jeder kann in seinem Umfeld dazu beitragen. Auch die Deutsche Telekom unterstützt seit Jahren die berufliche Integration von Menschen mit Behinderungen. Mit Erfolg: Die gesetzlich vorgeschriebene Beschäftigungsquote von fünf Prozent der Belegschaft übertreffen wir deutlich. Aktuell liegt sie bei 6,4 Prozent."

Ulrich Weber, Personalvorstand der Deutschen Bahn, betont: „Jeder junge Mensch muss die Möglichkeit haben, die eigenen Talente zu entfalten – das gilt auch für Menschen mit Behinderungen. Inklusion ist die Voraussetzung für die gleichberechtigte und selbstbestimmte Teilhabe an Bildung, daran müssen wir weiter gemeinsam arbeiten. Das Erfolgsprinzip lautet: so viel Gemeinsamkeit wie möglich, so viel spezielle Förderung wie nötig.“

Die Preisträger:

Kategorie Frühkindliche Bildung
Evangelische Montessori-Kita der Erlöserkirche in Würzburg (Bayern)

Soziale Vielfalt kennzeichnet die Zusammensetzung der Kita-Kinder und deren Eltern genauso wie das Fachpersonal und das Stadtviertel, in dem die Einrichtung liegt. Vielfalt wird hier gelebt nach den Grundsätzen der Montessori-Pädagogik. Inklusion ist Grundbestandteil des Zusammenlebens und der gemeinsamen Arbeit. Zum inklusiven pädagogischen Konzept gehört die aktive Einbindung der Eltern wie beispielsweise bei der gemeinsamen Einrichtung einer Holzwerkstatt, bei Veranstaltungen mit den Familien oder auch beim Arbeiten im Garten der Kita. Die Bio-Küche im Haus ist offen einsehbar, um auch hier die Kinder einzubeziehen. Der Inklusionsgedanke zeigt sich zudem in der Zusammensetzung des Personals und der Auszubildenden: Menschen mit und ohne Behinderung arbeiten zusammen. Das pädagogische Konzept wird stetig weiterentwickelt. Individuelle Bildungsbegleitung und damit Chancengleichheit wird seit zehn Jahren ermöglicht und immer wieder verbessert und angepasst.

Kategorie Schulische Bildung
Waldschule Flensburg (Schleswig-Holstein)

In der Grundschule lernen 330 Kinder mit und ohne Behinderung. Von Anfang an findet eine intensive Diagnostik statt, aus der für jedes Kind individuelle Lernpläne entwickelt werden. Diagnose-Raster und Lehrpläne wie die begleitenden kompetenzorientierten Hefte „Mein Lernweg“ hat die Schule selbst entwickelt. Die Klassen werden bewusst heterogen zusammengesetzt und Materialien für unterschiedliche Niveaustufen vorgehalten und eingesetzt. Individuelle Förderung und systematische Begleitung der Übergänge erfolgen durch ein multiprofessionelles Team. Die Schule hat ihre Qualität über die Jahre hinweg immer weiter verbessert und nimmt regelmäßige Evaluationen vor. Die Lehrkräfte setzen sich in methodischen Fortbildungen mit erfolgreichen Lernsystemen auseinander und haben zuletzt die altersgemischte Eingangsphase neu konzipiert. Die Waldschule ist „Flüsterschule“ mit ruhiger Arbeitsatmosphäre. Die Kinder können im „Schülerparlament“ mitwirken. Der erfolgreiche Übergang in die weiterführenden Schulen wird systematisch vorbereitet und begleitet.

Kategorie Berufliche Bildung
Kooperationsverbund Berufliche Schulzentren der Stadt Leipzig (Sachsen)

Der Kooperationsverbund Berufliche Schulzentren der Stadt Leipzig fördert mit seinem Projekt „Bildungskette“ Schülerinnen und Schüler individuell und systematisch von der Berufsorientierung und -vorbereitung über die Ausbildung bis hin zur Beschäftigung. Gelingt der Übergang von einer Fachpraktiker-Ausbildung in eine reguläre Ausbildung, wird deren Dauer bei entsprechenden Leistungen verkürzt. Auszubildende, Fach- und Klassenlehrer, Ausbilder und Eltern beraten in regelmäßigen Bildungskonferenzen den individuellen Lernfortschritt der Schülerinnen und Schüler und formulieren Zielvereinbarungen für die weiteren Bildungsschritte. Ein Kompetenzpass für Auszubildende dokumentiert die realistischen Einsatzmöglichkeiten der Absolventinnen und Absolventen gegenüber Arbeitgebern und Vermittlern der Arbeitsagenturen.

Kategorie Hochschulische Bildung
Technische Universität Dortmund (Nordrhein-Westfalen)

„Eine Hochschule für alle“ ist die Zielsetzung der TU Dortmund, die sie bereits seit 1977 erfolgreich verfolgt. Der umfassende Teilhabe- und Inklusionsgedanke nimmt den gesamten „Student-Life-Cycle“ in den Blick und spiegelt sich auf allen Ebenen: in den Bauten auf dem Campus, in den Lehr- und Lernmethoden, in Betreuung und Beratung, in Verwaltung und Hochschulleitung sowie in einem eigenen Forschungsschwerpunkt. Im „Dortmunder Zentrum Behinderung und Studium“ werden individuelle Unterstützungsmodelle entwickelt und zum Abbau struktureller Barrieren genutzt. Das Programm „mentoring inklusive!“ erleichtert Studierenden mit Behinderung oder chronischer Krankheit den Einstieg ins Studium und nutzt gezielt die Erfahrungen von Studierenden höherer Semester. Praxisphasen im Studium und Beratungen im Career Service sind auch auf die Bedürfnisse von Studierenden mit Behinderungen zugeschnitten und unterstützen den Übergang in eine berufliche Tätigkeit.


PRESSE - INFORMATION Nr. 066/2014, 4. November 2014

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